Are You Scared

Are You Scared

Informationen

OT:Are You Scared

ca. 76 Minuten

USA 2006

Regie

  • Andy Hurst
Darsteller

  • Carlee Avers
  • Caia Coley
  • Erin Consalvi
  • Brent Fidler
  • u.a.

Are You Scared

Story

Völlig perplex und ohne zu wissen, wie sie hierhin gekommen sind, erwachen sechs Jugendliche in einem düsteren und verschlossenen Fabrikgebäude. Wie sich jedoch schnell herausstellt, haben die sechs eine Gemeinsamkeit. Jeder von ihnen hat sich vor einiger Zeit bei der Reality-Show "Are You Scared" beworben, bei der es darum geht, seine größten Ängste zu überwinden, um so einen großen Batzen Geld zu gewinnen. Von einem unbekannten Mann, der den Spielern über einen Lautsprecher die Regeln erklärt, wird einer nach dem anderen dazu gebracht, sich seiner größten Angst zu stellen. Als die ersten Kandidaten jedoch nach einiger Zeit nicht mehr zurückkehren, wird den verbleibenden Spielern bewusst, dass hier irgend etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Der Preis von "Are You Scared" ist nicht Geld, sondern das blanke Überleben, denn die perversen Spiele des unheimlichen Psychopathen enden für die Opfer meist mit dem Tod…

Kritik

Als hätten wir es nicht alle geahnt, dass es früher oder später der Fall sein würde, sind es mittlerweile nicht mehr nur die Teenieslasher, die für einen schnellen Dollar kostengünstig abgedreht werden, auch orientiert man sich im B-Movie Bereich zur Zeit immer häufiger an der sogenannten "Terrorwelle". Dass von diesen Low Budget Produktionen kaum eine mit den Vorbildern Schritt halten kann ist vermutlich unnötig zu erwähnen. Jedenfalls hat es nun nach "House of 9" ein weiterer "Saw" Ableger in die Videotheken geschafft, der gar nicht erst versucht, seine große Inspiration zu verleugnen, sondern dieser in allen Belangen nacheifert. Der Regisseur dieser Produktion ist ein gewisser Andy Hurst, der schon im Jahr 1999 den eher unbekannten Streifen "You’re Dead…" inszenierte und sich ansonsten meist für Drehbücher verantwortlich zeichnete. So stammen die Scripts zu den beiden "Wild Things" Sequels von ihm, wie auch das zu "Vampires: The Turning", ansonsten kann sich Hurst noch mit keinerlei einigermaßen bekannten Titeln rühmen.

Erst letztes Jahr wurde der blutgierigen Horrorfilmmeute mit dem Foltersicko "Saw 3" die ultimative Steigerung des Überraschungshits "Saw" präsentiert, die in erster Linie durch ihre Härte auf sich aufmerksam machte. Nun muss man sich natürlich fragen, inwiefern man nun einen billigen Direct to Video Ableger der Reihe braucht, von dem man schon im Voraus weiß, dass er sowohl in Punkto Inszenierung, wie auch in Sachen Goregehalt und Härte niemals an die Vorbilder heranreichen kann. "Are You Scared" ist schon deshalb kein Must See, weil hier im Prinzip genau die gleiche Handlung wie in "Saw" 1-3 erzählt wird. Wer eben diese in einigermaßen teuren Bildern sehen möchte, der soll gleich zur mittlerweile sehr berühmten Folterreihe greifen, "Are You Scared" hingegen ist wirklich nur für all jene zu empfehlen, denen ansonsten schon alle Filme aus der Videothek bekannt sind.

Die hier dargebotene Story ist völlig an den Haaren herbeigezogen und bloßer Aufhänger für die eine oder andere Mordsequenz. Gleich zu Beginn darf eine Frau ein Säurebad nehmen, woraufhin dann die sechs Hauptcharaktere eingeführt werden, die allesamt entführt und in einem verlassenen Fabrikgebäude ausgesetzt wurden, wo sie nun um ihr Leben spielen müssen. Bis hierhin ist das alles noch erträglich, erinnert es doch sehr an den zweiten Auswurf der "Saw" Reihe. Sobald "Are You Scared" aber versucht, seine Handlung von perversen kleinen Foltereien auf eine ernstzunehmende Geschichte mit Hintergrund, inklusive einem unerwarteten Plotttwist am Ende zu erweitern, geht das Ganze gehörig baden und gibt sich unfreiwillig der Lächerlichkeit Preis. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, sei vorab verraten, dass es Regisseur und Drehbuchautor Andy Hurst absolut nicht gelungen ist, seine Folterszenen in eine plausible Handlung einzukleiden, vielmehr wirkt das Ganze absolut künstlich und auf den bloßen Effekt ausgelegt. Die Charaktere werden kaum erklärt, sondern sind lediglich Schlachtvieh, das nach einer gewissen Zeit ohnehin das Zeitliche segnet. Der Versuch, parallel zu den Geschehnissen in dem Fabrikgebäude die Ermittlungen eines Polizeiduos mit einzubringen, ist ebenfalls gescheitert, denn diesen Szenen merkt man in jeder Sekunde an, dass sie nur vorhanden sind, um "Are You Scared" auf eine passable Laufzeit zu bringen. Dennoch beträgt die Spielzeit des Ganzen gerade mal gute 74 Minuten.

Hier jedoch haben wir dann einen der positiven Aspekte, denn aufgrund der relativ kurz bemessenen Laufzeit kommt nur selten Langeweile auf. Ich werde mich davor hüten, dieses Machwerk mehr als unbedingt notwendig zu loben, doch zumindest darf man ihm zu Gute halten, dass es meist recht unterhaltsam daherkommt. Zusammenfassend ist "Are You Scared" aber nicht mehr als ein "Saw" Abklatsch fürs Videothekenvolk. Die Schauspieler sind untalentiert, die Kulissen nicht wirklich unheimlich, die Hintergrundgeschichte lächerlich und der Fadenzieher hinter dem Ganzen längst nicht so brillant und mysteriös wie das große Vorbild Jigsaw. Einzig die Fallen sind als gelungen zu bezeichnen, jedoch hapert es hier stellenweise doch etwas an der kostengünstigen Umsetzung, wie auch an frischen Ideen. Die Säure kennen wir bereits aus "Saw 3", und auch, dass sich jemand etwas aus seinem eigenen Körper schneiden muss, um zu überleben, ist nicht neu. Innovativ hingegen ist die Idee, zwei Geschwister jeweils an eine Bohrmaschine zu fesseln und den Geschwistern die Wahl zu lassen, welcher von Beiden für den anderen ins Gras beisst. Ganz so schlimm, wie es sich nun anhören mag, ist der Streifen aber längst nicht geworden, denn letzten Endes ist es einem dank der mangelnden Charakteristik vollkommen egal, wer sterben muss.

"Are You Scared" ist eigentlich nicht mehr als ein unmotivierter und einfallsloser, kleiner "Saw" Verschnitt, der auch noch ein bisschen Profit aus der derzeit grassierenden Terrorfilmwelle schlagen möchte. Wer nichts dagegen hat, dass hier bis auf kleine Änderungen 1:1 die selbe Story erzählt wird, der darf sich den Streifen bei zu viel Langeweile mal ansehen, allerdings sollte man die Erwartungen dabei sehr zurückschrauben. "Are You Scared" ist recht unterhaltsam geworden, und dadurch noch knapp zu empfehlen, allerdings sollten aufgrund der eher billigen Aufmachung, der untalentierten Schauspieler und der peinlichen Rahmenhandlung wirklich nur Freunde des B-Films auf dieses Werk zurückgreifen.

Bewertung

Splatter Are You Scared
Spannung Are You Scared
Story Are You Scared
Ekelfaktor Are You Scared
Atmosphäre Are You Scared
Gesamt Are You Scared

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