Hell – Gefangene des Jenseits

Informationen

OT:Narok

ca. 89 Minuten

Thailand 2005

Regie

  • Tanit Jitnukul
  • Sathit Praditsarn
  • Teekayu Thamnitayakul
Darsteller

  • Nathawan Woravit
  • Kom Chauncheun
  • Punyapon Dhajsonk
  • Wuttinan Maikan
  • u.a.

Hell - Gefangene des Jenseits

Story

Auf dem Weg zu einem Drehort stößt der Wagen eines Filmteams frontal mit einem anderen Vehikel zusammen. Als die Crew wieder zu sich kommt, muss sie feststellen, dass sie sich in einer öden, kahlen Landschaft befinden, die sofort an eine Wüste erinnert. Als niemand eine Erklärung findet, tauchen plötzlich barbarenartige Kreaturen auf, die das Filmteam wie Vieh durch die karge Landschaft treiben. Nach einiger Zeit wird ihnen bewusst, dass sie sich nirgendwo anders als in der Hölle befinden. Der Teufel persönlich bestraft jeden Einzelnen von ihnen für die Sünden, die sie in ihrem Leben begangen haben, woraufhin sich den jungen Leuten ein Bild des absoluten Grauens bietet: Auf einer Art riesigem Schlachtfeld werden Tausende und Abertausende von Menschen von den Schergen des Teufels grausam gefoltert, in Stücke gerissen oder verstümmelt. Als den Jungfilmern allerdings klar wird, dass sie noch gar nicht tot sind, sondern nur im Koma liegen, versuchen sie mit allen Mitteln, aus der Hölle zu entkommen. Doch da hat der Teufel natürlich seine Einwände…

Kritik

Wer an asiatisches Horrorkino denkt, dem fallen meist sofort schwarzhaarige Frauen mit weiß geschminkten Gesichtern ein, die aus dem Jenseits heraus Rache üben. Durch den Boom von Filmen wie "The Ring" oder "The Grudge" ist es einem kaum noch möglich, unvoreingenommen an ein asiatisches Werk heranzugehen, ohne sofort die beiden genannten Titel im Kopf zu haben. Doch mit "Hell – Gefangene des Jenseits" bringen drei thailändische Regisseure etwas Abwechslung in die asiatischen Genrebeiträge. Auch, wenn es sich dabei sicherlich nicht um ein Meisterwerk handelt, so ist doch die Grundidee zumindest sehr interessant. Filme, die sich die ganze Zeit über in der Hölle abspielen gibt es nicht all zu viele. "Japanese Hell" würde mir da zwar spontan einfallen, doch dieser war eher schlecht als recht, so dass er kaum eine Empfehlung wert ist.

"Hell – Gefangene des Jenseits" verspricht viel phantastisches und viel Effektarbeit, schließlich kann dem Zuschauer nicht jede beliebige Kulisse als Hölle verkauft werden. Erstaunlich ist, dass der Streifen anfangs nicht viel Zeit verschwendet, sondern den Autounfall gleich zu Beginn zeigt, doch bevor es dann schleunig ab in die Hölle geht, erhalten wir erst einen kleinen Rückblick, erfahren, wie es zu dem Unfall kam und lernen einige Charaktere kennen. Dies zwar äußerst oberflächlich und kaum weiter erwähnenswert, doch zumindest so, dass "Hell" wenigstens noch ein Minimum einer Handlung hat. Und eigentlich ist eine richtige Charakterisierung hier kaum weiter wichtig, schließlich geht es nur darum, dass die Personen letztendlich in der Hölle landen, um mehr geht es in "Hell" auch nicht.

Sobald die Szene mit dem Autounfall vorüber ist, macht sich erst einmal Ernüchterung breit, denn die Hauptfiguren erwachen zuerst an einem Ort, der so gar nicht an Fegefeuer und ewige Verdammnis erinnern will, sondern mehr etwas von einer beliebigen, kahlen Wüste hat. Und wenn dann auch noch seltsame Typen auftauchen, die an eine Mischung aus Samurai und Barbar erinnern, dann fragt man sich endgültig, ob man sich hier einen Trashfilm ansieht. Satan selbst sieht auch nicht viel besser aus. Obwohl wir hier also mehr ein "Mad Max" Szenario als eine richtige Hölle haben, und die dämonischen Höllenkreaturen sich sehr schnell als verkleidete Thailänder herausstellen, kann "Hell" doch noch punkten, sobald es ans Eingemachte geht und die Gruppe um ihr Leben kämpfen muss.

Wie erwähnt gibt es einige Szenen, bei denen auf einem riesigen Feld unzählig viele Menschen von den brutalen Schergen des Teufels gefoltert werden. Dabei hat man sofort das Gefühl, dass die drei Regisseure Tanit Jitnukul, Sathit Praditsarn und Teekayu Thamnitayakul mit den Werken des Deutschen Filmemachers Olaf Ittenbach vertraut sind, denn an diesen erinnern die fast schon episch angelegten Höllenfolterein sofort. In allen nur erdenklichen Arten und Weisen werden Menschen gequält und verstümmelt, Brustkörbe mit Hämmern zertrümmert, wehrlose Opfer in Lavabäder getaucht oder in Stücke geschnitten. Dass der Streifen mit einer Freigabe ab 16 wegkam, grenzt an einem Wunder. Sehr explizit und detailliert bekommt man die Gewalt zwar nie zu sehen, doch meist sind die diversen Folterungen sehr gut im Hintergrund zu erkennen, auch wenn sich das Geschehen nie ganz auf sie fixiert, sondern mehr an den Hauptprotagonisten haftet. An und für sich gibt es sicher blutigere Filme als "Hell", doch der Bodycount ist hier dennoch extrem hoch, so dass schwache Gemüter ihre Finger von diesem Werk lassen sollten.

Was außerdem an "Hell" zu gefallen weiß, ist der fantasylastige Gehalt des Werkes. Dass der Film Übernatürliches bietet, dürfte schon anhand der Inhaltsangabe klar werden. Zwar nicht so sehr, dass das Ganze die Bezeichnung Fantasyfilm verdient, doch Freunde des phantastischen kommen auf ihre Kosten. Auf spektakuläre Kulissen wurde leider weitgehend aus Kostengründen verzichtet, ebenso sind die CGI Effekte nicht zu jedem Zeitpunkt dem besten Maß der Dinge entsprechend, doch damit kann man leben, schließlich ist "Hell" ein B-Movie und dafür schon außerordentlich ansehnlich.

Die Schauspieler sind allesamt eher schlecht und als recht und zwar weil es ihnen nicht gelingt, den Zuschauern ihre Charaktere auf eine sympathische Art und Weise näher zu bringen. Zum Teil liegt das an den wirklich grottenschlechten Darbietungen, manchmal aber auch einfach daran, dass die Schauspieler vom Drehbuch keine bessere Rolle zugeschrieben bekamen. Wie dem auch sei, im Großen und Ganzen fallen die eher ernüchternden Schauspielerleistungen nicht all zu negativ ins Gewicht, da es darauf in "Hell" nicht ausschließlich ankommt.

"Hell" dürfte für all diejenigen interessant sein, die sich für härtere Horrorkost mit leichten Fantasy-Einschlägen interessieren. Die interessante Story wurde, dem Budget bedingt, passabel umgesetzt und kann insbesondere mit einer hohen Anzahl von Folterszenen aufwarten. Wer sich im Allgemeinen nicht für asiatisches Kino begeistern kann, darf hier dennoch mal einen Blick riskieren, "Hell" kann in keiner Weise mit den ansonsten typischen Geisterfilmen aus Japan verglichen werden, die es mittlerweile schon im Überfluss gibt. Dass der Film kein Highlight ist, liegt schlichtweg daran, dass die Story nicht mehr bietet als 90 Minuten Folter und obskure Samurai-Teufelsschergen, und zudem recht kompliziert geschildert wird. Dennoch, für guten Durchschnitt reicht es allemal.

Bewertung

Splatter Hell - Gefangene des Jenseits
Spannung Hell - Gefangene des Jenseits
Story Hell - Gefangene des Jenseits
Ekelfaktor Hell - Gefangene des Jenseits
Atmosphäre Hell - Gefangene des Jenseits
Gesamt Hell - Gefangene des Jenseits

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