Bad Reputation

Bad Reputation

Informationen

OT:Bad Reputation

ca. 86 Minuten

USA 2005

Regie

  • Jim Hemphill
Darsteller

  • Angelique Hennessy
  • Jerad Anderson
  • Danielle Noble
  • Mark Kunzman
  • u.a.

Bad Reputation

Story

Michelle (Angelique Hennessy) ist das typische Mauerblümchen an ihrer Schule und hat aufgrund ihrer zurückhaltenden Art nicht viele Freunde. Während die anderen regelmäßig auf Partys gehen, vergräbt sie sich lieber in Büchern. Eines Tages soll sich dies anscheinend ändern, als sie von Aaron (Jerad Anderson), einem der coolsten Typen an der Schule, zu seiner anstehenden Fete eingeladen wird. Michelle ist über diese Einladung natürlich außer sich vor Freude und leistet sich zu diesem Anlass sogar ein neues Kleid, obwohl sie und ihre Mutter allgemein nicht unbedingt in Reichtum leben. Auf der Party soll jedoch alles anders kommen, als Michelle sich dies vorgestellt hat. Aaron füllt sie immer mehr ab und führt sie anschließend auf ein Zimmer. Dort will er Michelle natürlich verführen, doch als diese sich sträubt, lässt er nicht von ihr ab und vergewaltigt sie. Im Laufe der Tat stoßen noch zwei Freunde Aaron’s hinzu, die sich ebenfalls an Michelle vergehen. Als die Jungs fertig mit ihr sind, merken ihre Freundinnen natürlich sofort, das etwas geschehen ist und verdächtigen Michelle, sich an ihre Kerle herangeschmissen zu haben. Fortan macht die Clique dem gequälten Mädchen das Leben zur Hölle. In der Schule wird sie zur Schlampe erklärt und gilt fortan als Ausgestoßene. Michelle sieht nur einen Ausweg: Sie kommt ihrem Ruf nach und gibt sich fortan als Flittchen aus, das ihren männlichen Peinigern alsbald die Köpfe verdreht. Ihre Rechnung scheint aufzugehen und einer Rache steht nun nichts mehr im Weg…

Kritik

Es waren bereits 30 Jahre vergangen, als Brian De Palma eindrucksvoll Stephen King’s "Carrie" in Szene setzte und mit dieser dramatischen Außenseiter-Erzählung Maßstäbe im Horror-Genre setzte und sich ein Low-Budget-Regisseur namens Jim Hemphill dachte, dass es an der Zeit wäre, den Stoff nach eigener Interpretation neu zu verfilmen. Warum auch nicht, mag man sich denken, schließlich handelt es sich dabei um einen Stoff, der im Grunde auch mit wenig Geldmitteln realisierbar ist und an und für sich auch nur wenig Erfahrung in Sachen Filmerstellung bedarf. Da trifft es sich gut, dass Hemphill hiermit sein Debüt ablieferte, auch wenn er mit "Bad Reputation" sicherlich nicht allen Genre-Anhängern positiv in Erinnerung bleiben dürfte. Die Geschichte wird straight forward erzählt, stets an den Erwartungen des Publikums entlang und ohne irgendwelche Überraschungen versehen. Michelle ist die typische Film-Außenseiterin: Im Grund die Hübscheste von allen, dennoch ohne Anschluss an die Menschen ihres Alters. Die Figur ist so oberflächlich gezeichnet, dass sie die meiste Zeit über belanglos bleibt, bis sie sich durch eine rapide Veränderung in der Filmmitte selbst jede Glaubwürdigkeit nimmt. Aus dem gutgläubigen und netten Mauerblümchen wird nach der Vergewaltigung urplötzlich die eiskalt kalkulierende Femme Fatale, die genau weiß, wie sie sich an all ihren Peinigern rächen kann und dies auch ohne mit der Wimper zu zucken durchzieht. Natürlich erwartet man von einem Low-Budget Film, beziehungsweise B-Movie und nichts anderes ist "Bad Reputation", keine großartige Storytiefe und so werden die meisten Konsumenten des Werkes diese äußerst unglaubwürdige Wendung der Story so oder so hinnehmen. Dies ist zudem durchaus nützlich, da man ansonsten gar nicht in den Genuss der süßen Rache kommen würde, die Michelle an ihren Vergewaltigern und deren Freundinnen ausübt. Gerade in der Hinsicht fällt aber all zu deutlich auf, dass der deutschen Version die Schere angesetzt wurde, was den Gesamteindruck leider etwas trübt. Zwar werden alle Morde in ihren Grundzügen gezeigt, so dass nie ein Rätselraten entsteht, wer nun wie ins Gras beißen durfte, dennoch wäre eine ungeschnittene Veröffentlichung wünschenswert gewesen, zumal sich erahnen lässt, dass "Bad Reputation" auch Uncut nicht unbedingt sehr brutal daherkommt. Ein Splatterfestival hingegen hätte ohnehin nicht glaubwürdig in den Charakter des Films gepasst, der sich allgemein eher realitätsnah gibt. Eines darf man dem Werk sicherlich hoch anrechnen: Wer mit Filme aus der unteren Preisklasse Erfahrung hat, wird von "Bad Reputation" gut unterhalten werden, dies steht außer Frage. Nach der Vergewaltigung arbeitet die Dramaturgie konsequent auf die Rache an den Tätern hin, es gibt keine störenden Zwischenplots, keine Bremsblöcke in der Handlung. Die Laufzeit vergeht somit ziemlich rasch, "Bad Reputation" hinterlässt einen kurzweiligen Eindruck und weist keine nennenswerten Längen auf. Zwar wäre dem Werk auf der anderen Seite durchaus vorzuwerfen, dass er Charakterisierungen im Grunde vollkommen vermissen lässt und mit dem Nichts einer Handlung aufwartet, doch wenn man diesen Fakt ehrlich und logisch betrachtet, dann stören sich daran mit Sicherheit die wenigsten Kandidaten aus der Zielgruppe dieses Films. Obwohl dies sicherlich nicht zu den Intentionen des Regisseurs gehörte, schafft es "Bad Reputation", trotz fehlender Tiefe in der Handlung, die Gedanken des Zuschauers zum darin aufgegriffenen Thema anzuregen. Mobbing ist auch heute noch ein aktuelles Thema, doch Selbstjustiz kann nie die passende Antwort darauf sein. So erscheint der Höhepunkt des Films, bei dem Michelle mit einer Jason-Maske durch eine Halloweenparty schleicht und zahlreiche Menschen abmurkst, beinahe schon etwas hochgegriffen, aber so war das bekanntlich schon immer im Rape & Revenge Genre. Abschließend lässt sich nur noch die Leistung der Schauspieler ansprechen und die agieren gemäß ihrer vermutlich sehr geringen Gage grundsolide. Angelique Hennessy bringt die Außenseiterin ebenso annehmbar rüber wie die Sexbombe, vom Rest des Casts wurde hingegen kaum schauspielerisches Talent gefordert. "Bad Reputation" wird B-Movie-Nerds annehmbar unterhalten, alle anderen sollten allerdings unbedingt ihre Finger von diesem Werk lassen. Die Rechnung, "Carrie" ein Tribut in Rape & Revenge Form zu zollen, ging immerhin noch ganz unterhaltsam auf, auch wenn Jim Hemphill’s Regiedebut definitiv nicht lange in der Erinnerung verweilen wird. Gesehen und vergessen, aber zumindest funktioniert das Teil in seinen 86 Minuten durch einen annehmbaren Drive und jede Menge Kurzweil erheblich besser, als so manch anderes aus der selben Ecke. Die Schnitte in der deutschen Fassung sind mehr als ärgerlich, aber für die Willkür der deutschen Zensurbehörden ist dem Film selbst kein Vorwurf zu machen.

Bewertung

Splatter Bad Reputation
Spannung Bad Reputation
Story Bad Reputation
Ekelfaktor Bad Reputation
Atmosphäre Bad Reputation
Gesamt Bad Reputation

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