Dead Next Door

Informationen

OT:Neighborhood Watch

ca. 90 Minuten

USA 2005

Regie

  • Graeme Whifler
Darsteller

  • Jack Huston
  • Pell James
  • Nick Searcy
  • Chris Ufland
  • u.a.

Dead Next Door

Story

Wegen eines neuen Jobs in einer größeren Firma bezieht Bob Peterson (Jack Huston) gemeinsam mit seiner Frau Wendi (Pell James) eine Wohnung in einem typisch-amerikanischen Vorort. Aufgrund der Freude über die neue Situation verschwenden die Beiden keinen Gedanken daran, wieso die Gegend seltsam verlassen wirkt oder wieso sich alle Nachbarn regelrecht in ihren Häusern zu verbarrikadieren scheinen. Die ersten Nachbarn, die Bob und Wendi kennen lernen, sind ein sehr merkwürdiges, älteres Ehepaar, sowie der Mann von gegenüber, der sich ihnen als Adrien (Nick Searcy) vorstellt. Zwar mutet das Verhalten des Sonderlings etwas unheimlich an, doch fürs Erste tun Bob und Wendi ihn als einen harmlosen, etwas einsamen Spinner ab. Eines Tages bringt Adrien den Beiden Schokolade vorbei, von der sich das junge Paar allerdings eine schlimme Lebensmittelvergiftung zuzieht. Noch bevor sie sich überhaupt davon erholen können, steht Adrien schon mit der nächsten "Leckerei" vor ihrer Tür. Als ihn Bob daraufhin deutlich zurückweist, hat er keine Ahnung, dass der Terror für ihn und seine Frau erst beginnen soll. Immer wieder schleicht sich Adrien fortan in ihre Wohnung, um ihr Essen und ihr Grundwasser zu vergiften, doch für das große Finale hat der Psychopath etwas ganz anderes für das Paar geplant…

Kritik

Nicht viele Filme schaffen es, selbst dem gestandenen Gorehound oder Horror-Allesseher noch eine ungläubige Reaktion oder gar leichte Magenbeschwerden zu bescheren, doch "Dead Next Door", im Original "Neighborhood Watch", gelingt dies problemlos. Das liegt nicht etwa daran, dass der Streifen ein Nonstop-Sammelsurium an kranken und abartigen Gewaltfantasien und Gore-Schmoddereien auffahren würde, vielmehr ist es in diesem Fall eine abgrundtief kranke Atmosphäre, gemischt mit immer wieder eingebrachten Ekelszenen, die ihr übrigens dazu beitragen, dieses Werk selbst für Hartgesottene noch zu einer Toleranzprüfung werden zu lassen. Interessant dabei ist, dass sich "Neighborhood Watch" von allen derzeitigen Horror-Konventionen distanziert und etwas vollkommen Eigenes, in dieser Form lange nicht mehr Dagewesenes auf die Leinwand bringt, mit dem jedoch sicherlich nur die Wenigsten etwas anfangen können. Im Kern transportiert Graeme Whifler’s Film, der Mann schrieb unter anderem bereits das Drehbuch für "Dr. Giggles" und trat auch für "Neighborhood Watch" als Autor in Erscheinung, nichts anderes als Ekel-Exploitation in Vollendung. Da, wo andere Filmemacher auf Dramaturgie und Spannung bauen, serviert Whifler seinem Publikum einen Angriff auf die gesunden Geschmacksnerven. Da wundert es auch nicht, dass viele Internetforen von zusammenbrechenden oder vorzeitig den Saal verlassenden Kinogängern bei Testscreenings berichten. Auch, wenn sich hinter solchen Behauptungen oftmals nichts anderes als cleveres Marketing versteckt, könnte in diesem Fall etwas Wahres dahinter stecken. "Neighborhood Watch" ist ein fieser und dreckiger Bastard eines Films, dennoch sollte es wohlüberlegt sein, den Begriff "Horrorfilm" hiermit in einen Raum zu stellen. Obwohl die Inhaltsangabe diesen Eindruck vermittelt, gelingt es dem Streifen kaum, spürbaren Terror zu vermitteln. Von dem verrückten Adrien geht niemals eine bedrohliche Präsenz aus, die vermitteln würde, dass Bob und Wendi ihm gegenüber absolut wehrlos wären, vielmehr arbeitet er mit fiesen und perfiden Tricks, um das Paar zu vergiften. Graeme Whifler ist dabei jedes Mittel recht, dass sich auch das Publikum ordentlich vor dem Bad Guy ekeln kann. So dürfen wir dem schrägen Charakter bei diversen Tätigkeiten seines Alltags beiwohnen, unter anderem der Selbstbefriedigung. Nur, dass sich der völlig kaputte Adrien hier seine eigene Methode ausgedacht hat. Mit den Fingern dringt er erregt in eine klaffende Wunde an seinem Bauch ein, während er sich gleichzeitig wiederholt Nadeln in die Genitalien sticht. Dazu hören wir, wie übrigens an vielen anderen Stellen des Films auch, einen ebenso völlig kaputten Radiomoderator, der seinen Hörern seine Ideologie von einer von Sex und Schmutz gereinigten Welt eintrichtert. Solche und ähnliche Szenen sind hier an der Tagesordnung. Nachdem Bob und Wendi von Adrien’s verdorbenen Pralinen gekostet haben, darf der Zuschauer den Beiden wiederholt beim Gang zur Toilette folgen, Aufnahmen von allerlei Erbrochenem oder Durchfall nicht ausgeschlossen. Hier wird einfach nur plump versucht, das Publikum so effektiv wie nur irgendwie möglich zu ekeln. Der Gewaltgrad hält sich dabei in überraschend unteren Bereichen, im ganzen Film gibt es nur eine einzige Goreszene zu bestaunen, die es aber dann wahrhaft in sich hat. Dieser Effekt wird im Finale präsentiert und ist derart schonungslos inszeniert, dass Zartbesaitete spätestens jetzt selbst zur Toilette rennen dürften. Aber vermutlich dürften es ohnehin nur die abgehärteten Filmnerds bis zu diesem Zeitpunkt ausgehalten haben, alle anderen werden sich ab der ersten großen Kotz, – Eiter, – und Durchfallorgie in der ersten Filmhälfte schon verabschieden. Was den einen oder anderen anhand dieser abstoßenden Beschreibungen noch überraschen dürfte, ist die Tatsache, dass "Neighborhood Watch" über weite Strecken tatsächlich einigermaßen passabel unterhält. Selbstverständlich wird sich nur eine sehr kleine Fraktion allessehender Trash-Fanatiker dieses abgefahrene B-Movie zur Gänze ansehen, diese werden allerdings über 90 Minuten relativ gut über die Runden gebracht. Selbstverständlich ist die Inszenierung an sich ein einziges Dilemma. Die Story verläuft sich zum Teil in irgendwelchen Nebenplots, die dann überhaupt nicht fortgeführt werden. So erfahren wir beispielsweise überhaupt nichts von Bob’s neuer Tätigkeit. Er begibt sich zwar einmal in ein spärlich eingerichtetes Gebäude, welches wohl die Firma darstellen soll und wird dort sogleich von einer neuen Vorgesetzten angemacht, aber einen tieferen Sinn scheint diese Nebenhandlung nicht zu haben. Visuell hat man zwar nicht den Eindruck, einen Amateurfilm zu sehen, aber auf sonderlich hohem Niveau ist das Gezeigte natürlich auch nicht. Die digital eingefangenen Bilder verraten schnell das sehr geringe Budget des Werkes. Da erstaunt es beinahe schon, dass zumindest die Schauspieler einen ordentlichen Job abliefern. Jack Huston kennen Genre-Fans bereits aus "Shrooms – Im Rausch des Todes" und Pell James, die bereits in Jim Jarmusch’s "Broken Flowers" agierte, spielt solide die verängstigte und verstörte Hausfrau. Das größte Lob geht jedoch an Nick Searcy, der den ekelerregenden Psycho so überzeugend gibt, dass es den Anschein hat, als sei ihm ein derartiges Agieren gar nicht so fremd.

"Neighborhood Watch" wird auch für viele Horrorfilmkonsumenten eine grenzwertige Erfahrung darstellen. Das ganze Werk scheint vor Dreck und Schmutz nur so zu triefen und ist an und für sich ein fieser, kleiner Sicko, der einzig und allein von seinen derben Ekelszenen lebt. Gore sucht man hingegen vergebens und wird in dieser Hinsicht nur in einer einzigen Sequenz bedient, die es dafür um so mehr in sich hat und zum verstörenden Charakter dieses Films beiträgt. An und für sich kann man sich den Film auch ganz gut ansehen, wenn man mit gefestigten Nerven ausgestattet ist, denn ernsthaft langweilig wird das Geschehen nie. Objektiv ist es aber unmöglich, hier eine allzu positive Bewertung an den Mann zu bringen, da die komplette Story des Films ein einziges Alibi für die ekeligen Effekte ist. Trotzdem dürfte "Neighborhood Watch" ob seines nihilistischen und dreckigen Charakters für den einen oder anderen sicherlich interessant sein.

Bewertung

Splatter Dead Next Door
Spannung Dead Next Door
Story Dead Next Door
Ekelfaktor Dead Next Door
Atmosphäre Dead Next Door
Gesamt Dead Next Door

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