Fear No Evil

Informationen

Drehland Südkorea
Drehjahr 2000
Laufzeit ca. 93 Minuten
Regie Jong-seok Kim
Darsteller Seong-min Kang Eun-hye Park Jae-hwan Ahn u.a.
Bild
  • 1
  • 78:1
Ton DD5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Koreanisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 16
Fear No Evil

Story

Aufgrund seiner leichten Anfälligkeit für Allergien und seinen chronischen Hustenbeschwerden, ist ein junger Mann der Außenseiter in seiner Klasse und bekommt dies auch tagtäglich zu spüren. Eines Tages treiben es seine Mitschüler allerdings zu weit. Unter falschem Vorwand wird er von zwei hübschen Mädchen in ein abgelegenes Haus im Wald gelockt, wo drei seiner Klassenkameraden vorgeben, einen Snuff-Film mit ihm in der Hauptrolle zu drehen. Aus Spaß wird allerdings schnell tödlicher Ernst, als das Opfer bei dem Streich auf der Strecke bleibt. Panisch lassen seine Klassenkameraden seinen Leichnam, sowie ein Beweisvideo verschwinden, doch damit beginnt das Grauen erst. Kurz darauf erhalten die Jugendlichen allesamt mysteriöse Drohungen und alsbald stirbt einer nach dem anderen einen brutalen Tod. Wer steckt hinter der rätselhaften Mordserie?

Fear No Evil Fear No Evil

Kritik

Es ist sicherlich nicht das Subgenre des Slasher-Films, an das man sofort denkt, wenn man sich die kommerziell größte Stärke der Asiaten im Horrorfilm-Bereich zurück ins Gedächtnis ruft. In erster Linie waren es Streifen wie "The Grudge", The Ring" und dergleichen, die vor einigen Jahren aus dem fernen Osten auftauchten und auch in Europa und den USA große Erfolge verbuchen konnten. Natürlich ließen es sich die Amerikaner nicht nehmen, die nennenswertesten Beiträge zur asiatischen Geisterfilm-Welle mit westlich-angepassten Remakes zu bedenken, so dass die Welle irgendwann wieder verebbte, auch wenn heute noch immer vereinzelt Horrorfilme aus Japan, Korea und Co zu uns herüberschwappen, die an die Erfolge ihrer Vorbilder anzuknüpfen versuchen. Um so verwunderlicher erscheint da der südkoreanische Horrorthriller "Fear No Evil", der uns nicht, wie erwartet, eine weitere Geistergeschichte auftischt, sondern einen althergebrachten Teenslasher liefert, der ganz nach den gängigen US-Vorlagen funktioniert. Nun muss diesbezüglich allerdings hinzugefügt werden, dass "Fear No Evil" bereits im Jahr 2000 entstand und somit genau den Nerv der damaligen Zeit traf, als die Erfolgswelle von Filmen wie "Düstere Legenden" und "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast" einsetzte, denen von Wes Craven’s "Scream" erst der Weg geebnet wurde. Und gerade "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast" war es ganz offensichtlich, der es dem Filmemacher Jong-seok Kim angetan hatte, denn bis auf wenige Differenzen wirkt sein "Fear No Evil" wie eine Neuinterpretation des US-Vorbildes. Allerdings fällt ein direkter Vergleich schwer, da alleine schon die Budgets in gänzlich anderen Dimensionen angesiedelt waren und US-Unterhaltung ohnehin viel eher den Nerv des Mainstreams trifft, als dies abgefahrene Filme aus Asien jemals vollbringen könnten. Wer sich regelmäßig mit Filmen aus Fernost beschäftigt, der wird feststellen, dass diese oftmals ein gänzlich anderes Flair versprühen, als wir dies in unseren Breitenkreisen gewohnt sind. Filme aus Japan, Thailand, Korea usw. sind nicht selten abgedreht, unkonventionell und für viele eine gänzlich neue Erfahrung. "Fear No Evil" ist da etwas bodenständiger und versucht sich scheinbar auch in punkto Inszenierung mit dem US-Horror auf die selbe Stufe zu stellen. So geschieht die Einführung der Charaktere und der Aufbau der Story nach alten Mustern: Eine handvoll Schüler erlaubt sich einen fiesen Streich mit einem unliebsamen Außenseiter, der dabei unglücklicherweise stirbt. Nachdem dessen Leiche unter seltsamen Umständen verschwindet, beginnt plötzlich das große Sterben unter der Freundesclique. Hier hielt man sich streng an alte Motive, was aber dank neuer Gesichter und landestypischen Einflüssen gar nicht einmal so altbacken erscheint. Der Grundton des Films ist weit weniger ernst gehalten, als man das noch von den zahlreichen amerikanischen Teenslashern gewohnt ist. Zu Beginn werden die wichtigsten Personen auf durchaus amüsante Art und Weise eingeführt und erscheinen als typische jugendliche, denen man ihr Verhalten gerne abkauft. Erst ab der zweiten Hälfte schlägt "Fear No Evil" in eine ernstere Kerbe und lässt die zuvor eingeführten Personen nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip dahinscheiden. Dabei setzt der Streifen weniger Wert auf Gore und Splatter, als vielmehr auf dezent eingestreute Verfolgungsjagden, die eine enorme Spannung erzeugen und stets in ebenso fiesen, wie sadistischen Mordsequenzen gipfeln. Blut wird dabei nur sehr sparsam eingesetzt, nichtsdestotrotz lässt "Fear No Evil" eine gewisse, kaltblütige Brutalität in diesen Momenten nicht vermissen. Die Morde sind allerdings nicht der einzige Hingucker in diesem Slasher nach alten Maßstäben, auch steht jederzeit die Frage im Raum, wer denn nun eigentlich für das Ableben der Teens verantwortlich ist – eine Frage, die der Zuschauer aber viel zu schnell beantworten kann. Keine Frage, oberflächlich ist das, was wir hier zu sehen bekommen, durchaus versiert und einigermaßen gekonnt in Szene gesetzt. Für einen asiatischen Genre-Vertreter erscheint der Ablauf der Ereignisse auch sehr berechenbar und nicht sonderlich überraschend, was ein weiterer Hinweis auf das strikte Vorhaben des Regisseurs sein dürfte, einen Film nach amerikanischen Konventionen abzuliefern. Optisch wirkt das Gesehene nicht billig und effekttechnisch bekommt das Publikum soliden Standard geboten, die Schwächen liegen demzufolge auf anderen Ebenen. Nach gefühlten 2 Stunden Laufzeit und nur 93 Minuten tatsächlicher Spieldauer hat man unweigerlich das Gefühl, das bei "Fear No Evil" viel zu vieles schamlos in die Länge gezogen wurde. Ein gutes Beispiel ist der Showdown, der einfach kein Ende zu nehmen scheint und irgendwann einfach nur noch ausgelutscht und überstrapaziert wirkt. So ergeht es "Fear No Evil" leider in vielen Sequenzen, die durch ihre kaugummiartige Zerrung Langeweile entstehen lassen, wo sie im Grunde nichts zu suchen hat. So ertappt man sich immer häufiger dabei, die bereits verstrichene Zeit zu überprüfen, nur um festzustellen, dass wieder nur 5 Minuten vergangen sind. Im Jahr 2000 war das alles wohl noch ein wenig neuartiger, aber mittlerweile hat sich der Großteil des Publikums bereits an derartigen Teenslashern sattgesehen, so dass nur für die Wenigsten überhaupt Motivation vorhanden sein dürfte, "Fear No Evil" eine Chance zu geben. Der Killer in seinem roten Anzug wirkt nicht sonderlich bedrohlich, die Spannungsmusik setzt in den nervenaufreibendsten Sequenzen plötzlich aus, die aufgrund dilettantisch gesetzter Schnitte immer wieder plötzlich zu uninteressanten Ereignissen wechseln. Dies geschieht während des Streifens des öfteren und lässt ihn im Nachhinein auch nicht unbedingt besser dastehen. Dafür machen allerdings wenigstens die Schauspieler ihre Sache überraschend passabel. Der koreanische Cast wurde durchweg passend besetzt und geht in seinen Rollen teilweise voll auf, das hat man definitiv schon alles schlechter gesehen. "Fear No Evil" bemüht sich inständig, seinem Publikum solide Slasher-Unterhaltung zu bieten und im Grunde gelingt ihm dies auch überraschend gut. Für eine südkoreanische Produktion bewegt sich das Gesehene auf angenehm solidem Niveau und spricht durch seine starke Fixierung auf typische US-Slasher auch ein Publikum an, das asiatischen Filmen ansonsten eher vorsichtig gegenübersteht. Letztendlich sind es aber die kleinen Schwächen, die den Gesamteindruck von "Fear No Evil" deutlich schmälern und ihm so seiner durchaus gegebenen Möglichkeiten berauben. Starke Spannungsmomente stehen so beispielsweise einer permanenten Langatmigkeit gegenüber und können über diese nur schwer hinwegtäuschen. Wer sich auch heute noch für Teenslasher begeistern kann, darf "Fear No Evil" eine Chance geben, alle anderen müssen ihn nicht gesehen haben.

Fear No Evil Fear No Evil

DVD

Hierzulande wird "Fear No Evil" am 29. Februar im Vertrieb des Labels Splendid auf den Markt gebracht. Mit einer Freigabe ab 16 Jahren befindet sich die ungeschnittene Fassung des Films auf der DVD, allerdings wird diese Tatsache etwas durch die Qualität des Releases getrübt. Der Übergang von NTSC nach PAL hat leider einige kleine Fehler im Bild hinterlassen, die aber nur bei genauerer Betrachtung auffallen. Dafür gibt es an dem 5.1-Sound, der in Deutsch und Koreanisch vorliegt, nichts auszusetzen. Bonustechnisch wird man letztendlich mit einem 15-minütigen Making Of, sowie einigen Trailer versorgt.

Bewertung

Splatter Fear No Evil
Spannung Fear No Evil
Story Fear No Evil
Ekelfaktor Fear No Evil
Atmosphäre Fear No Evil
Tonqualität Fear No Evil
Bildqualität Fear No Evil
Zusatzmaterial Fear No Evil
Gesamteindruck Fear No Evil

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