Slayer

Informationen

OT:Edge Of Honor

ca.90 Minuten

USA 1991

Regie

  • Michael Spence
Darsteller

  • Don Swayze
  • Corey Feldman
  • Meredith Salenger
  • Scott Reeves
  • u.a.

Slayer

Story

Ein unbeschwerter Abenteuerurlaub sollte es werden. Doch der Pfadfinder-Ausflug wird zum Todestrip. Eine Gruppe junger Pfadfinder schlägt seine Zelte in der abgelegenen Wildnis auf. Doch die vermeintlich unbewohnte Halbinsel entpuppt sich als Stützpunkt skrupelloser Waffenhändler, die sich natürlich möglichst schnell der ungebetenen Gäste entledigen möchten. Gegen die bis an die Zähne bewaffneten Gangster bleibt den Jugendlichen nur eine Chance: Sie müssen selbst vom Gejagten zum Jäger werden…

Kritik

Tiefe unergründliche Wälder, ein kleiner Trupp unbedarfter Personen gegen eine Horde skrupelloser (oftmals auch zusätzlich noch degenerierter) Psychopathen. Der Backwood-Film bietet eigentlich immer eine Menge Spaß. Action, Spannung, Unterhaltung. Und wenn das einmal nicht der Fall sein sollte, dann kann man sich wenigstens immer noch an der schönen Landschaft erfreuen.

Bei „Slayer“ braucht der Zuschauer gar nicht erst Mutter Natur zu bemühen, um unterhalten zu werden. Der Film über den Kleinkrieg zwischen einer Gruppe Pfadfindern und skrupellosen Waffenhändlern funktioniert auch so als kurzweiliger, wenn auch nicht Bahn brechender Action-Flick. Wann immer von Backwood und Rednecks, von Menschenhatz in unendlichen wilden Wäldern die Rede ist, kommt natürlich unweigerlich die Erinnerung an Klassiker wie „Beim Sterben ist jeder der nächste“ (Deliverance, John Boorman) oder „Die letzten Amerikaner“ auf.

In der Tat sind Parallelen zu John Boorman’s Klassiker vorhanden, wenn auch nur in Ansätzen. Schauspieler und Handlung reichen selbstverständlich bei Weitem nicht an das Meisterwerk heran. Wenn sich anstelle von Burt Reynolds und Ned Beatty plötzlich Corey Feldman und Don Swayze im Wald ihrer Haut gegen einen hinterlistigen Gegner erwehren müssen, dann ist das zwar auch irgendwie immer noch „Beim Sterben ist jeder der erste“, nur eben auf Kreisliga-Niveau…

Die Story ist ein alter Hut: David gegen Goliath mit den üblichen Stereotypen und Klischees. Auf der einen Seite bewaffnete Schurken, auf der anderen clevere Kids. Wer da am Ende gewinnt ist ohnehin klar. Aber wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel. Das Ziel ist in diesem Fall Action! Und davon gibt es hier genug!

Don Swayze rennt die ganze Zeit mit Kopftuch rum, erschießt Kinder und Sensen schwingende Hausfrauen. Kurzum, er macht all das, was seinem tanzenden Bruder Patrick nicht im Traum einfallen würde. Apropos: Hat sich eigentlich noch kein Cover-Texter jemals Gedanken darüber gemacht, wie sich ein drittklassiger Schauspieler fühlen muss, wenn er auf dem Klappentext eines Actiongülle-Videos als Bruder von einem maximal ebenfalls drittklassigen aber durch eine Tanzfilm-Schnulze etwas bekannteren Schauspieler angekündigt wird?

Derartig krampfhaft bemühte Parallelen benötigt Corey Feldman erst gar nicht. Er ist auch so bekannt. Schließlich hatte sich seinerzeit die Lorbeeren als Kinderstar u.a. in großartigen Filmen wie „Stand by me“ oder den „Goonies“ verdient. Leider blieb der Mime danach offensichtlich in der Pubertät stecken und wird wohl auch mit 70 Jahren noch als aufmüpfiger cooler Teenie über die Leinwand hüpfen.

In „Slayer“ kommt er als Pfadfinder gar nicht mal so schlecht weg. Zumindest blamiert er sich nicht und trägt auch keine Lederjacke oder einen überdimensionalen Ohrring. Auch bei dem Rest der Belegschaft im Wald sind keine sonderlichen Ausfälle zu verzeichnen, was ja gerade bei Filmen mit Beteiligung von Kindern keine Selbstverständlichkeit ist. Lediglich eine toughe Tussi aus dem Hinterwald, die den Pfadfindern zu Hilfe kommt, nervt ein bisschen.

Diesen kleinen Faux-Pas in der Dramaturgie beseitigt aber kurzerhand der daraufhin auftauchende NOCH gemeinere Schurke. Der Fiesling trägt Schwarz, zitiert Hamlet, hat automatische Springmesser in seine Handschuhe eingebastelt und wirkt ein bisschen wie der Nazi-Scherge aus „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“.

Soweit, so gut.

Offensichtlich haben die Macher des Films im Laufe der Dreharbeiten dann aber doch wohl ein bisschen zu tief mit den hiesigen Waldarbeitern ins Wacholder-Glas geschaut. Anders ist es nicht zu erklären, wie gegen Ende des Films die Logik zwischen überdimensionalen Baumstämmen zermalmt wird: Eine Handvoll Teenies bastelt innerhalb kürzester Zeit gigantische Baumfallen, mit denen die Amis seinerzeit den Vietnamkrieg hätten gewinnen können. Rom soll nicht an einem Tag erschaffen worden sein? Pah! Da hätte man besser mal eine Horde Pfadfinder ans Werk gesetzt…

Logik hin oder her. Die Action tobt, Langeweile kommt so gut wie nie auf. Immer wenn der Film in Belanglosigkeit abzudriften droht, zieht er sich gewisser Maßen am eigenen Schopf wieder aus dem Sumpf. Kaum drückt ein Handlungsstrang auf die Spaßbremse, wird dies durch eine neue Wendung in der Storyline wieder wettgemacht.

Erschienen ist der Film bei Highlight-Video und dürfte nicht zuletzt aufgrund seines gewöhnlichen, austauschbaren Covermotivs und des abschreckenden „Don-Swayze“-Faktors für wenig Geld in der Wühlkiste der Videothek zu finden sein. Einen Blick ist er allemal wert.

Bewertung

Splatter Slayer
Spannung Slayer
Story Slayer
Ekelfaktor Slayer
Atmosphäre Slayer
Gesamt Slayer

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