The Toxic Avenger IV – Citizen Toxie

Informationen

OT:Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV

ca.108 Minuten

USA 1999

Regie

  • Lloyd Kaufman
Darsteller

  • David Mattey
  • Clyde Lewis
  • Heidi Sjursen
  • Paul Kyrmse
  • u.a.

The Toxic Avenger IV - Citizen Toxie

Story

In dem beschaulichen Städtchen Tromaville, der Heimat des hässlichen Superhelden Toxie (David Mattey), geht es mal wieder drunter und drüber. Die sogenannte Windel-Mafia hat sich in einer Behindertenschule verschanzt und dort sämtliche Schüler als Geiseln genommen. Eine Aufgabe für den Toxic Avenger, der als aufreizende Frau verkleidet in das Gebäude geht und die Verbrecher anschließend auf seine typische Art zur Strecke bringt. Obwohl viele Behinderte ihr Leben lassen müssen, scheint es so, als würde Toxie mit Leichtigkeit die Oberhand gewinnen. Doch weder Toxie, noch sein fetter Sidekick Lardass (Joe Fleishaker) können verhindern, dass die Verbrecher im letzten Moment eine Bombe zünden und die Behindertenschule in die Luft jagen.

Doch nicht nur das. Die Explosion befördert Toxie sogleich in ein Paralleluniversum. Die Kleinstadt Amortville sieht auf den ersten Blick aus wie Tromaville, mit dem Unterschied, dass dort alle böse und korrupt sind. Selbst Toxie’s Freund, Sgt. Kabukiman N.Y.P.D. (Paul Kyrmse) ist in diesem Universum ein Verbrecher und hält Toxie anscheinend für einen gewissen Noxie. Da wird dem Toxic Avenger eine schreckliche Tatsache bewusst: Wenn er hier ist, dann ist seine böse Version, Noxie, folglich in Tromaville und sorgt dort für Angst und Schrecken. Toxie versucht zuerst das Beste aus seiner Situation zu machen und trifft auf die Gegenstücke seiner Freunde aus Tromaville, zum Beispiel Lardass, der hier Chester heißt, auf der Straße lebt und sich durch Blowjobs sein Geld verdient. Mit Hilfe von Chester und Tito (Michael Budinger), einem geistig zurückgebliebenen, versucht Toxie, irgendwie in sein Universum zurück zu gelangen, um Noxie Einhalt zu gebieten..

Kritik

Troma, das ist der unscheinbare Name der wohl bekanntesten und einflussreichsten Independent-Schmiede weltweit. Vor beinahe 40 Jahren von Lloyd Kaufman und Michael Herz gegründet, konnte sich das Unternehmen bis heute wacker schlagen und das liegt in diesem Fall klar daran, dass Troma Filme für die Fans macht. Irgendwann erkannten Kaufman und Herz, dass sich Filme, deren Hauptbestandteil Gewalt und Sex sind, gut verkaufen und spezialisierten sich seitdem auf dieses Genre. Troma-Filme sind stets Low-Budget Produktionen, die in ihren Kosten bewusst gering gehalten werden, das ist schließlich das Markenzeichen Troma’s. Den größten Erfolg konnten Herz und Kaufman im Jahr 1985 mit dem "Toxic Avenger" landen, der Film wurde zu einem Musterbeispiel für gelungenen Low Budget Trash und wegweisend für das weitere Schaffen der Filmemacher. Mit den Teilen 2 und 3 konnte man allerdings nicht an den Erfolg des Erstlings anknüpfen, ganz im Gegenteil. Zwar stieß "The Toxic Avenger Part II" noch auf recht gute Resonanz, doch bei "The Toxic Avenger Part III: The Last Temptation of Toxie" zeigten sich viele Fans empört. Der Film hatte nur noch wenig mit dem Konzept des erfolgreichen ersten Teils zu tun und sein Misserfolg stürzte Troma für ein paar Jahre sogar in eine Krise.

Ganze 10 Jahre hat es dann gedauert, bis sich Lloyd Kaufman dank dem zahlreichen Betteln und Flehen der Fans zu einem weiteren Teil hat hinreißen lassen. Und dieses Mal wurde großartiges versprochen. "Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV" sollte eine Wiedergutmachung für die beiden Vorgänger werden und so heißt es auch schon im Vorspann, dass man sich für alles, was nach "The Toxic Avenger" kam, entschuldigen möchte. Das hier ist das wirkliche Sequel! Große Worte, doch wer Troma kennt, der weiß, zu was die Filmproduktionsfirma in der Lage ist. Und siehe da: "Citizen Toxie" ist das abgefahrenste, derbste und respektloseste Trash-Spektakel seit Menschengedenken, das sowohl Fans des anstößigen Humors, wie auch Splatterfreaks zu Jubelrufen animieren dürfte.

Klar mag die Story für manch einen verwirrend klingen, doch wenn man sich den Streifen ansieht, findet man sich sofort zurecht. Eine Gut gegen Böse Geschichte wird hier in Troma typischen Bildern geliefert. Schon die erste Viertelstunde übertrifft an Geschmacklosigkeiten sicherlich das Fassungsvermögen vieler Zuschauer. Schon die Tatsache, dass Terroristen, in Windeln und pinke Oberteile gekleidet, eine Behindertenschule überfallen, ist so abstrus, so typisch Troma, dass man nur darüber lachen kann. Und auch das Verhalten der Charaktere ist fernab jeglicher Realität, dafür bestens auf die Unerhaltung des Publikums ausgelegt. Weibliche Terroristinnen verprügeln Behinderte mit ihren großen Oberweiten, es dauert nicht lange, bis es zu den ersten sexuellen Handlungen kommt. Als dann Toxie, der wohl coolste Superheld aller Zeiten auftaucht, wird sofort ein groß angelegtes Splatterfest entfacht. Finger werden in Bleistift-Spitzer gesteckt und zu Waffen umgewandelt, Köpfe zertreten und vieles mehr. Auch der Humor kommt bei dem Gemetzel nicht zu kurz, etwa wenn Toxie bei einer Schießerei hinter Behinderten Schutz sucht. Das ist so politisch unkorrekt, so menschenverachtend, dass man es in keinster Weise ernst nehmen kann. Das ist das Schöne an einem Tromafilm. Ganz egal ob nun alte Frauen überfahren, oder eben Behinderte erschossen werden. Man kann es einfach nicht ernstnehmen, es ist hirnloser Trash.

Wir alle erinnern uns an den ersten Teil, in dem der trottelige Hausmeister Melvin wieder einmal verspottet wird und im Verlauf eines üblichen Streichs in ein radioaktives Giftmüllfass fällt. Von nun an ist er der hässliche, komplett verbrannte Toxic Avenger, der mit seiner blinden Freundin auf einer Müllkippe lebt und von dort aus in unregelmäßigen Abständen Tromaville rettet. Die Story in "Citizen Toxie" sorgt für Abwechslung, denn mit dem Paralleluniversum hatten die Macher eine super Idee. In Amortville ist alles verkehrt herum. Toxie, von dem die Einwohner glauben, dass er Noxie ist, wird als Drogendealer gefeiert, während Noxie in Tromaville für einen Helden gehalten wird und reihenweise die Einwohner massakriert. Sinn ergeben muss das Ganze ja auch nicht, Troma-Filme sind schließlich immer auf Null Anspruch ausgelegt.

Wer sich mit den Arbeiten der Produktionsfirma auskennt, wird schnell bemerken, dass "Citizen Toxie" einige Anspielungen auf andere Streifen beinhaltet. So gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit Sgt. Kabukiman N. Y. P. D., der hier meist besoffen ist, sondern auch mit Superhelden wie Dolphinman, der total unfähig ist, dem Mastor-Baitor, der den ganzen Tag onaniert, dem Kuhmann, oder der Vibratorfrau. Sie alle sind nutzlose Helden, die gegen Noxie kämpfen sollen. Wenn ich mich nicht täusche, hatte der eine oder andere von ihnen auch schon einen Auftritt in der Zeichentrickserie "Toxic Crusaders".

Ganz klar, dass Filme wie "Citizen Toxie" nur eine einzige Zielgruppe haben: Trash- und Tromafans, alle anderen werden diesen Film sicher nach 5 Minuten wieder aus dem DVD-Player befördern. Wenn Toxie nur noch 5 Sekunden Zeit hat, eine Bombe zu entschärfen, und in dieser Zeit einen Typen belehrt, dass es falsch ist, Drogen zu nehmen, anschließend noch seine Freundin schwängert und einen Schwangerschaftstest macht, dann ist dies eine Form des Humors, mit dem nicht jedermann etwas anfangen kann. Und auch dadurch, dass hier alles durch den Kakao gezogen wird, und das in einer sehr anstößigen Form, dürften Moralaposteln keine Freude mit "Citizen Toxie" haben. Es ist einfach ein Mischmasch aus obskurem Humor und viel Gemetzel. Als Fan muss ich sagen, dass Lloyd Kaufman hiermit einen seiner besten Filme abgeliefert hat, der jedoch auch mit kleineren Fehlern behaftet ist. Vor allem die Laufzeit ist etwas lang geraten und sorgt dafür, dass sich schnell eine Übersättigung einstellt. Schon nach 90 Minuten hat man so viel Titten, Nonsens, und im Mutterbauch kämpfende Babys gesehen, dass der Streifen in der restlichen Zeit irgendwie nichts Neues mehr bringen kann.

Die Schauspieler machen ihre Sache alle so, wie es sich für einen Trashfilm gehört. Manche von ihnen können zwar durchaus schauspielern, zeigen dies aber nicht unbedingt. Aber mal ehrlich: Wer möchte schon eine Troma-Produktion sehen, in der Robert De Niro und Edward Norton die Hauptrollen übernehmen? Eben. Da sehe ich mir lieber einen Haufen untalentierter Knalltüten an, die für viel gute Laune und Unterhaltung sorgen. In kleinen Gastauftritten sehen wir übrigens Akteure wie Corey Feldman, James Gunn, Debbie Rochon, Julie Strain oder auch den überproportional ausgestatten Pornodarsteller Ron Jeremy.

"Citizen Toxie: The Toxic Avenger Avenger IV" ist der Innbegriff für perfekt umgesetzten, hirnlosen und einfach nur lustigen Trash der besten Sorte. Ein Film für Troma-Fans, die ihre Ikone Toxie hier in seinem abgefahrensten und blutigsten Abenteuer begleiten dürfen. "Citizen Toxie" ist so hirn- und anspruchslos unterhaltsam, dass Trashfans ihn sich zu Hause auf einen Altar stellen sollten.

Bewertung

Splatter The Toxic Avenger IV - Citizen Toxie
Spannung The Toxic Avenger IV - Citizen Toxie
Story The Toxic Avenger IV - Citizen Toxie
Ekelfaktor The Toxic Avenger IV - Citizen Toxie
Atmosphäre The Toxic Avenger IV - Citizen Toxie
Gesamt The Toxic Avenger IV - Citizen Toxie

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