|
Der römische Kaiser Caligula (David Brandon)
regiert Rom mit harter Hand. Er ist bekannt und gefürchtet für seine
unstillbare Gier nach Gewalt und hat sich durch seine Tyrannei selbst im
Senat schon viele Feinde gemacht. Eines Tages geht Caligula aber zu weit,
als er ein junges Paar aufgreift, die junge Livia (Fabiola Toledo)
vergewaltigt und ihren Freund zwingt, dabei zuzusehen. Im Anschluss tötet
er beide. Als die Priesterin Miriam (Laura Gemser), die eine gute Freundin
von Livia war, davon Wind bekommt, schwört sie Rache. Sie lässt sich zur
Hure ausbilden und in Caligula's Palast einschleusen, wo sie in der
folgenden Zeit unglaubliche Orgien der sexuellen Ausschweifungen miterleben
darf. Als sie sich dann aber in den Tyrannen verliebt, wird die Situation
gefährlich... |
|
Mit "Caligula" entstand im Jahr 1980
ein Film, der schnell auf sich reden machte und auch heute noch als die
beste Verfilmung um den wahnsinnigen Kaiser bezeichnet wird. Regisseur Tinto
Brass verstand es, Sex und Gewalt gekonnt zu vermischen, dennoch wurde der
Streifen seinerzeit ein Flop. In Folge dessen stand auch die zwei Jahre
später erschienene Fortsetzung unter keinem sehr guten Stern. Der Film, der
inhaltlich nicht den Vorgänger fortführt, sondern eine eigene
Interpretation des tyrannischen Caligula erzählt, wurde von einem gewissen
David Hills inszeniert. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich allerdings
kein anderer als Joe D'Amato, der natürlich jedem Horrorfilmfan ein Begriff
ist. Durch Filme wie "Nackt unter Kannibalen", "Sado - Stoß
das Tor zur Hölle auf", "Porno Holocaust" oder
"Man-Eater" machte sich D'Amato einen Namen. Dabei waren es nicht
nur Horrorfans, die Gefallen an seinen Werken fanden, sondern auch Freunde
der Pornographie, welche nicht selten ein Bestandteil in D'Amato's Werken
ist.
So war es sicherlich nicht die schlechteste Wahl, ausgerechnet diesen
Schmuddelfilmer für eine Fortsetzung von "Caligula" zu
verpflichten, denn mit dem, was in einer derartigen Produktion verlangt
wird, kennt sich D'Amato aus wie kaum ein zweiter. Erwähnenswert ist, dass
"Caligula 2 - The Untold Story" zu einem seiner aufwändigsten
Filme wurde und auf einen Schlag all das verbindet, was für diesen Namen
steht. Es wird genau so gefoltert, wie es detaillierten Sex zu sehen gibt
und all das in einer durchaus zufriedenstellenden Inszenierung. Die Sets
wirken glaubwürdig, wobei sie natürlich nicht mit einem
"Gladiator" verglichen werden können. Dennoch entsteht ein
nachvollziehbares Bild des alten Rom. Außerdem können sich auch die
Kostüme und sonstigen Ausstattungen sehen lassen, hierbei haben die
Verantwortlichen gute Arbeit geleistet.
Der Film verfügt mit 125 Minuten über eine beinahe erschlagende Länge.
Dennoch vollführte D'Amato das Kunststück, dass man sich als Zuschauer in
den zwei Stunden kaum langweilt. Das wiederum liegt nicht zuletzt daran,
dass "Caligula 2 - The Untold Story" von seinen anstößigen
Szenen lebt und man stets auf die nächste haarsträubende Provokation
wartet. Und was das angeht, ließ sich D'Amato wahrlich nicht lumpen und
präsentiert all das, was schon den Vorgänger berühmt machte noch eine
Spur extremer. Die Gewaltszenen sind überaus heftig, so wird ein
schreiender Mann zum Beispiel so lange anal mit einem Speer penetriert, bis
dieser aus der Schulter wieder austritt. Einem anderen werden die Sehnen an
Arme und Beine durchtrennt und die Zunge herausgeschnitten. Für zart
besaitete ist dieses Werk also in keinster Weise zu empfehlen. Wer sich an
pornographischen Szenen erfreuen kann, kommt hier ebenfalls auf seine
Kosten, denn im Verlauf des Films kommt es zu einer riesigen Orgie, in der
jeder mit jedem kopuliert und Geschlechtsteile von der Kamera ohne Scheu
eingefangen werden. Blowjobs, Vaginalverkehr und Ejakulationen werden
hemmungslos zelebriert. Für weitaus mehr Wirbel sorgte allerdings eine ganz
andere Szene. Ganz im Stil von "Emanuelle in America" ist hier zu
sehen, wie eine Frau ein Pferd befriedigt, was eindeutig nicht gestellt,
sondern tatsächlich so gefilmt wurde. Ich hatte kein Problem mit der Szene,
sondern denke, dass sie sehr gut zum schmuddeligen Charakter des Films
passt.
Nun stellt sich einem aber die Frage, was "Caligula 2 - The Untold
Story" neben kontroversen Sex- und Gewaltszenen zu bieten hat, denn
natürlich machen derartige Anstößigkeiten noch nicht einmal die Hälfte
der 125 Minuten Spielzeit aus. Wer sich nun aber fürchtet, dass die
restliche Handlung nur als Aufhänger für die restlichen Schmuddeleien
gedreht wurde, kann diese Bedenken wieder zerstreuen. Auch wenn die hier
geschilderten Ereignisse frei erfunden wurden, weiß man, dass der echte
Caligula damals tatsächlich einem derartigen Lebensstil frönte und so sind
die Schilderungen nicht einmal so weit hergeholt. "Caligula 2 - The
Untold Story" lebt über weite Strecken von seinem Hauptdarsteller
David Brandon, der die Rolle des Scheusals und Tyrannen wunderbar
unsympathisch verkörpert. Durch einige surreale Traumsequenzen wird
verdeutlicht, dass sich Caligula immer mehr dem Wahnsinn nähert, was
Brandon gut verkörpern konnte. Die anderen Darsteller machen ihre Sache
auch passabel, bis auf Laura Gemser. Von der bekannten Schönheit weiß man
ja unlängst, dass sie nicht viel mehr kann, als ihren Körper zur Schau zur
stellen, ansonsten schlendert sie emotionslos durch die Szenen. Nicht
umsonst gilt Gemser aber als eine der Ikonen des Erotikfilms.
Mit "Caligula 2 - The Untold Story" wird ohne Frage nicht jeder
etwas anfangen können. Man muss schon etwas für nicht ganz leicht
verdauliche Exploitationware übrig haben, um hier unterhalten zu werden,
doch ich hatte durchaus meinen Spaß mit dem Ganzen. Joe D'Amato hat hiermit
nicht sein persönliches Meisterwerk abgeliefert, wie oftmals behauptet
wird, aber schlecht ist der Streifen andererseits auch nicht. Insbesondere
muss man ihm zugestehen, dass er trotz seiner zwei Stunden kaum langweilt.
Bis auf die Sex- und Gewaltszenen bleibt einem hier aber dennoch nicht viel
in Erinnerung. |