|
Dominique (Alexz
Johnson) hat sich einen kleinen Streich für ihre beste Freundin Ursula
(Magda Apanowicz) ausgedacht und lockt sie eines Tages auf einen Friedhof,
wo allerdings etwas ganz anderes für einen gehörigen Schrecken sorgen
soll. Aus heiterem Himmel und trotz sonnigem Wetter schlägt plötzlich ein
Blitz in ein Grab neben ihnen ein und offenbart ein Buch, das offenbar an
dieser Stelle vergraben wurde. Interessiert nimmt Ursula es an sich und
liest auf der ersten Seite, dass jedem, der dieses Buch besitzt, alle Wünsche
erfüllt werden. Obwohl Dominique kein gutes Gefühl dabei hat, nimmt Ursula
das Buch mit nach Hause und ist fortan wie besessen davon.
Die
unheimliche Macht des seltsamen Fundstückes soll sich schon bald
offenbaren. In der Schule werden die als Außenseiterinnen verrufenen Mädchen
kurz darauf in üblicher Weise von den Cheerleaderinnen Heather (Miriam
McDonald), Georgia (Deanna Casaluce) und Lisa (Laura Konechny) schikaniert,
woraufhin Ursula den Wunsch in ihr Tagebuch schreibt, dass sich Heather
beide Beine brechen soll. Nachdem genau das am nächsten Morgen geschieht,
macht Ursula einen unheimlichen Wandel durch und rächt sich unbarmherzig an
all denen, die sie über die Jahre mit Spott oder Missachtung gestraft
hatten. Dominique bringt derweil in Erfahrung, dass es sich bei dem Fundstück
um das "Tagebuch des Teufels" handelt und setzt alles daran, ihre
Freundin vor dem dämonischen Einfluss zu retten... |
|
Irgendwo
zwischen "Final Destination" und "Death Note" ansiedelt,
wird bei den meisten Horrorfans im ersten Moment wohl eher für Desinteresse
sorgen, was sich in diesem Fall aber als absolut unverdient erweist, wenn
man dem Werk erst einmal eine Chance gegeben hat. Ohne Frage handelt es sich
hierbei um ein B-Movie, das in seiner Inszenierung niemals über sein
TV-Niveau herauskommt, doch zumindest liefert der unscheinbare "Devil's
Diary" genau das, was ein Großteil der derzeitigen
Direct-to-Video-Genreware schmerzlich vermissen lässt: frischen Wind und
solide Unterhaltung,
die nicht zwanghaft von aktuellen Kassenschlagern abkupfert.
Im Grunde wäre es
ein leichtes für Regisseur Farhad Mann gewesen, auf dessen Konto Werke wie
"Gipfel des Terrors" und "Der Rasenmäher-Mann 2" gehen,
seinen Genremix aus Horror und
Mystery mit allerlei blutigen Effekten auszubauen, die nötige
Storygrundlage hierfür wäre definitiv gegeben. Doch auf selbstzweckhafte
Gewalt verzichtet "Devil's Diary" vollständig und setzt
stattdessen auf einen ordentlich kalkulierten Storyaufbau, der in seinem
Ablauf Platz für so manch unerwartete Wendung lässt und sich angenehm
unberechenbar und wendungsreich gibt. Die Story richtet sich insgesamt eher
an ein jüngeres Publikum und wählt als Location eine all zu typische High
School aus, weshalb die üblichen Klischees der eingebildeten Zicken, der
coolen Machos und der verstoßenen Außenseiter natürlich nicht fehlen dürfen.
Gerade aus diesen Stereotypen bezieht "Devil's Diary" dann aber
den Hauptteil seines Inhaltes und setzt sich auch durchaus kritisch mit dem
fragwürdigen Verhalten an Schulen auseinander.
Hartgesottene
Horrorfreaks, die sich hiervon einen nervenaufreibenden Genre-Beitrag mit
allerlei Schockeffekten erhoffen, werden alsbald feststellen müssen, dass
sie sich im falschen Film befinden. Furchteinflößende Bilder sind hier die
absolute Ausnahme, weshalb sich auch zart besaitete Zuschauer an dieses Werk
heranwagen dürfen, was aber nicht als gleichzeitige Schwachstelle
auszulegen ist. Der Handlung wohnt eine permanente Spannung inne, da das
Tagebuch des Teufels immer mehr Besitz von Ursula ergreift, die irgendwann
jede Kontrolle über sich verliert und mehr und mehr Menschen grausam
bestraft. Die Handlung bleibt jedoch nicht auf diesem Punkt stehen, sondern
lässt das Buch auch mehrfach den Besitzer wechseln, so dass nie sicher ist,
wer das nächste Opfer der unheimlichen Macht wird oder in welche Richtung
sich die Story weiterentwickelt.
Der wichtigste
Punkt eines Filmes, der ohne nennenswert spektakuläre Effekte auskommt,
sind natürlich die Charaktere und auch auf diese wurde hier einigermaßen
wert gelegt. Zwar fallen sie, vom bebrillten Mauerblümchen, über den
hirnlosen Sportmacho, bis zur Gothic-Außenseiterin, allesamt sehr
klischeebeladen aus, sind aber absolut ausreichend. Gerade Dominique, die
von der attraktiven Alexz Johnson ("Final Destination 3")
fabelhaft verkörpert wurde, ist eine Hauptfigur, wie sie sich so manches
B-Movie dieser Preisklasse nur wünschen könnte und die viele Szenen im
Alleingang trägt. Die Schauspieler sind insgesamt positiv überraschend
besetzt und dürften auch den Nörglern keinen Grund zur Klage bieten.
"Devil's Diary" ist somit ein Film, der das beste aus seinen Möglichkeiten
macht und im Grunde niemanden enttäuschen dürfte, der bereits im Voraus
wusste, welche Handlung da auf ihn zukommen wird.
Für
eine kanadische TV-Produktion, der man ohnehin schon mit null Erwartungen
begegnet, ist "Devil's Diary" ein insgesamt doch sehr
zufriedenstellender Beitrag zum mysteriösen Horrorfilm geworden, der
aufgrund einer stetigen Spannung, gut aufgelegten Schauspielern und einer
abwechslungsreichen und nicht vorhersehbaren Story sowohl
Genre-Neueinsteigern, wie auch den allesehenden Movie-Nerds zu empfehlen
ist. Manch einer mag dem Streifen zwar seinen mangelhaften Blutgehalt und
die etwas harmlose Umsetzung ankreiden, doch gemessen an der Tatsache, dass
"Devil's Diary" auch ohne Derartiges sehr gut unterhält, kann
dies hier nicht als Kritikpunkt durchgehen.
|