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Meine Erwartungen
bezüglich "Doom" waren im Voraus ungewohnt hoch gesteckt, was
nicht etwa daran lag, dass die Reviews zum Film, die überall im Internet zu
finden sind, ihn in den Himmel loben würden, vielmehr ist dies auf den
Regisseur zurückzuführen. Auf das Konto von Andrzej Bartkowiak gehen
nämlich bereits derart unterhaltsame Streifen wie "Romeo Must
Die", "Exit Wounds - Die Copjäger" und "Born 2
Die", die sich zwar allesamt erschreckend ähnlich sind, dem
anspruchslosen Zuschauer aber definitiv zur leichten Unterhaltung genügen. Mir jedenfalls haben sie alle gefallen und das sind, denke ich, schon
einmal gute Voraussetzungen. Um so enttäuschter war ich im Nachhinein, als
ich feststellen musste, dass "Doom - Der Film" der bislang
schlechteste Film Bartkowiak´s ist.
Die Idee, ein
Videospiel auf die große Leinwand zu hieven, ist schon lange kein
filmisches Neuland mehr, war aber bislang stets von Misserfolgen und Flops
geprägt. Wir alle erinnern uns da düster an die grausig schlechte Mario
Brothers Adaption, und zuletzt natürlich an die Schandtaten von Uwe Boll,
für die man den Deutschen Regisseur eigentlich grün und blau schlagen
sollte. (Wer "House of the Dead", "Bloodrayne" und
"Alone in the Dark" gesehen hat, weiß was ich meine, alle anderen
seien somit gewarnt). Wie dem auch sei, "Doom" ist da schon ein
ganz anderes Kaliber. Kein anderes Spiel hat die Shooter-Szene derart
revolutioniert und auf den Kopf gestellt, wie eben "Doom" damals,
deshalb war es sicherlich kein leichtes, daraus ein Film zu gestalten, der
den Fans des Spiels und den "Ottonormal-Kinogängern"
gleichermaßen gerecht wird.
Die Story, habe ich
mir sagen lassen, soll sich dabei am Spiel orientieren, was ich sofort
bemerkt habe, da ich eine gewisse Zeit gebraucht habe, um mich in den
Zukunftsszenarien und dem allgemeinen Geschehen zurecht zu finden. Ich
könnte nun weit ausholen, doch aufs Wichtigste zurechtgestutzt haben wir
ein Team von gut ausgebildeten Marines, unter der Führung des rauen Sarge,
die eine Forschungsstation von blutrünstigen Dämonen & Zombies
befreien müssen. Klingt nach nichts innovativem, doch wenn’s im Spiel
geklappt hat, wieso soll es dann nicht auch auf der großen Leinwand
klappen?
Ganz einfach: Die
Videospiele leben davon, dass man selbst teil des Geschehens ist, und fette
Monster umnietet, was laut den Verkaufszahlen des Games einen Heidenspaß
macht. Nun bringt ein Film allerdings den Nachteil mit sich, dass man
lediglich Zeuge des Gemetzels ist und nicht in selbiges eingreifen kann,
was, da man sich von Seiten der Verantwortlichen möglichst genau an die
Vorlage hielt, recht schnell ermüdend wirkt. Der Film versucht das Spiel in
all seinen Inhalten möglichst genau wiederzugeben und macht somit gleich
sehr viele Fehler zugleich.
Der erste,
gravierende Fehlwurf dürfte der sein, dass der Actionanteil definitiv zu
umfangreich geraten ist, während der Horror dagegen schon im Keim erstickt
wird. Die komplette Laufzeit über blasen die Marines großen Monstern das
Lebenslicht aus, schleichen kurz durch dunkle Gänge, nur um dann noch mehr
zu ballern. Da muss man sich ernsthaft die Frage stellen, wohin das Budget
von 70 Millionen Dollar geflossen ist? Zweifellos, die Monster sehen
unglaublich gut aus, doch das war es dann auch schon. Die Kulissen sind auf
ein nötiges Minimum beschränkt, meist kann man ohnehin nur sehr wenig
erkennen, da Licht in "Doom" nur sehr spärlich zum Einsatz kommt.
So wird man zwar der Vorlage gerecht, aber mal im Ernst: Wäre es nicht
besser gewesen, dem Ganzen etwas Neues einzuhauchen?
Nicht, dass ich
etwas gegen vernünftige Ballerorgien in Massen hätte, doch wenn dies dann
zum einzigen Inhalt eines Filmes mutiert, dann ist irgendjemand wohl klar
über sein Ziel hinausgeschossen, will ich mal meinen. Dabei hat der Film in
manchen Szenen durchaus Potenzial, wie die geniale Ego-Szene, die absoluter
Höhepunkt des Films ist, beweist: Aus der Sicht von John Grimm sehen wir,
wie der Gute sich durch Massen von Zombies und anderem, schleimigen Untier
ballert, was exakt wie aus dem Original Spiel entnommen wirkt. Diese, in
dieser Form einzigartige Szene lässt Spielefreaks und Filmliebhaber
gleichermaßen sabbern und hat mich sogar dazu bewegt, gleich ganze drei Mal
die Rücklauftaste meines DVD Players in Betrieb zu nehmen. Richtig spaßig
wird es, wenn John zur Kettensäge greift und wir hautnah miterleben
dürfen, wie diese sich durch anrückende Gegnermaßen schneidet, doch an
dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten.
Was gibt es sonst
noch positives zu berichten? Ach ja, splattermäßig geht "Doom",
zumindest in der mir vorliegenden Extended Edition, ordentlich zur Sache. Da
werden Arme von sich schließenden Türen abgetrennt, Hälse von Zombies
aufgerissen und jede Menge mehr. An Gore wurde nicht gespart, auch wenn man
hier natürlich kein Schlachtfest erwarten darf, "Doom" hält sich
noch immer brav an die Richtlinien für das heutzutage typische
US-Horrorkino.
Bevor ich aber nun
in Lobestiraden ausbreche, die der Film definitiv nicht verdient, sei noch
einmal zusammengefasst, was mir absolut nicht zugesagt hat: Einziger Inhalt
des Films ist es, wie ein Team von Soldaten durch die dunklen Gänge einer
Forschungsstation schleicht und dabei Zombies abknallt, mehr hat
"Doom" nicht zu bieten. Vielleicht wäre es unter anderem ratsam
gewesen, sympathischere Schauspieler zu engagieren, da der komplette Cast
leider nur aus unterdurchschnittlich spielenden Prototypen und Klischees
bestehen. Selbst Profiwrestler "The Rock", der mich bislang in
jedem seiner Filme umhauen konnte, ließ mich hier kalt. Schade eigentlich.
Dass "Doom" nett gemeint ist, merkt man dem Actionfilm an, da er
klar auf ein Publikum ausgerichtet ist, welches die Spiele kennt. Viele
Anleihen an das Game sind in dieser Adaption zu finden, von den Waffen,
über die Monster, bis hin zu einer genialen Ego-Szene, die den absoluten
Höhepunkt des ansonsten eher schwachen Streifens darstellt. Was im großen
und ganzen bleibt ist der Versuch einer möglichst exakten Kopie des Spiels,
was dem Film aber letzten Endes das Genick bricht. Videospiel und Film, das
sind zwei verschiedene Welten und das sollte auch so bleiben. Wenn man vor
einer Tastatur sitzt, kann es sicherlich ziemlich spaßig sein, durch dunkle
Gänge zu schleichen und Zombies den Garaus zu machen, doch als Film kommt
dies doch ziemlich zäh und schleppend daher. Schlechte Schauspieler und die
Ungewissheit des Films, ob er nun Action oder Horror sein will, wirken sich
letztendlich auch auf meine durchschnittliche Gesamtwertung aus. |