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Evan Rendell (Nicholas
Mastandrea) ist der Sohn des berühmt-berüchtigten Dr. Rendell, bei dessen
Frau irgendwann ein unheilbares Herzleiden festgestellt wurde, woraufhin ihn
der Wahnsinn überfiel. Rendell, der seiner Zeit voraus war, war versessen
von der Idee, die erste Herztransplantation durchzuführen und so begann er,
seinen Patienten bei lebendigem Leib die Herzen herauszuschneiden, um das
Richtige für seine Frau zu finden. Irgendwann jedoch wurde die Polizei auf
das Treiben Rendell's aufmerksam, stürmte sein Haus und stoppte seine
blutigen Taten. Zuvor nähte Rendell seinen Sohn Evan jedoch in die Leiche
seiner toten Frau ein, wodurch diesem die Flucht gelang. Irgendwann wurde
der ebenfalls verrückte Sohn allerdings gefasst und in eine Nervenklinik
gebracht.
Einige Jahrzehnte später gelingt dem erwachsenen Evan (Larry Drake), der
aufgrund seines markanten Kicherns von allen nur "Dr. Giggles"
genannt wird, die Flucht aus der Anstalt. Er begibt sich zurück in seine
ehemalige Heimatstadt, um diese von unliebsamen "Krankheiten" zu
heilen. Folglich kommt es immer wieder zu brutalen Morden. Als Dr. Giggles
auf die Teenagerin Jennifer (Holly Marie Combs) aufmerksam wird, stellt er
fest, dass diese, wie einst seine Mutter, ein akutes Herzleiden hat und
beschließt daraufhin, das Werk seines Vaters fortzuführen... |
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Würde man es nicht besser
wissen, könnte man sehr schnell den Eindruck erhalten, dass es sich bei
"Dr. Giggles" um ein Kind der 80er handelt. Die brutale Gewalt des
etwas anderen Slashers ruft sofort Erinnerungen an die Ära der damaligen
Horrorfilme wach, allerdings entstand der Streifen im Jahr 1992, weshalb er
auch von vielen Genrekennern gerne mal mit "The Dentist"
verglichen wird, der 4 Jahre später entstand und mit einer recht ähnlichen
Handlung aufwarten konnte. In beiden Fällen sind es Ärzte, die blutigen
Handlungen nachgehen, welche man sonst eher mit Gruselgestalten à la Freddy
oder Jason assoziieren würde. Dass man allerdings von Natur aus geneigt
ist, den Menschen in weißen Kitteln sein Vertrauen zu schenken, das ist
sicherlich auch einer der Gründe, weshalb "Dr. Giggles" und auch
"The Dentist" durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad haben,
heben sie sich doch dadurch von der ansonsten recht einheitlichen Masse an
Slashern ab. Der Regisseur von "Dr. Giggles", Manny Coto, ist
sicherlich den Wenigsten ein Begriff, was aber auch einleuchtet, wenn man
mal einen näheren Blick auf seine Filmographie wirft. Bis auf eine Folge
der "Geschichten aus der Gruft" Serie inszenierte Coton eher
unbekannte Filme und trat ab dem Ende der 90er auch vermehrt als
Drehbuchautor und Produzent in Erscheinung.
"Dr. Giggles" tritt in die Fußstapfen berühmter Vorreiter, von
denen an erster Stelle Herbert West zu nennen ist. Ganz offensichtlich
schwebte den Machern dieses Horrorfilms damals vor, mit ihrem hämisch
kichernden, unberechenbaren und zynischen Mad Scientisten eine potentielle
neue Kultfigur ins Rennen zu schicken und sich die Möglichkeit für ein
ausbaubares Franchise zu sichern. Zu einer Fortsetzung kam es allerdings
nie, was einen beim Betrachten des Films durchaus wundern kann, da mit Dr.
Evan Rendell endlich mal wieder ein Killer zu sehen ist, der frischen Wind
in sein blutiges Handwerk mit einbringt und sich dadurch von all den anderen
Hakenmännern und sonstigen Schlitzern abhebt. Die Vorgeschichte, die zu
seinem stark psychopatischen Verhalten geführt hat, wird atmosphärisch
wiedergegeben, immer wieder erhält man kurze Rückblenden auf die Kindheit
Evan's, ein klares Highlight ist dabei die äußerst derbe Szene, in der
sich der kleine junge mit einem Skalpell aus dem toten Körper seiner Mutter
herausschneidet, dies dürfte einem noch lange in Erinnerung bleiben.
Nein, mit "Dr. Giggles" wird das Genre nicht neu erfunden, es ist
aber schon erstaunlich, mit welch konsequenter Einfachheit die Macher
hierbei zu Werke gingen und damit dennoch einen durchaus unterhaltsam
Horrorfilm zu Stande brachten. "Dr. Giggles" erzählt nichts, was
man nicht schon kennen würde, sondern liefert einem nur einen recht
interessanten Killer und ein paar brutale Morde, das reicht in diesem Fall
gänzlich aus. Mit verantwortlich ist dafür sicherlich die Inszenierung,
die durchaus zu gefallen weiß. Das macht sich schon in der Eingangssequenz
bemerkbar, in dem man in einer Kamerafahrt durch den menschlichen Körper am
Herzen vorbeifährt, durch eine Wunde nach außen gelangt und Zeuge einer
Operation wird. Immer wieder mal kommt es zu kleineren Spielereien dieser
Art, aber auch sonst kann "Dr. Giggles" in punkto Regiearbeit und
Kameratechnik überzeugen.
Was hingegen negativ auffällt, ist die Tatsache, dass der interessante
Grundplot im Mittelteil den typischen Slasher-Substanzen weichen muss.
Nachdem Dr. Giggles in seine ehemalige Heimatstadt zurückgekehrt ist,
bringt er erst einmal ein paar Leute um, bevor die eigentliche Handlung mit
Jennifer ins Rollen kommt. Oftmals existieren keinerlei logische
Erklärungen, wieso jetzt genau Charakter XY sterben musste, was einen
wieder zu dem typischen Slasher zurückbringt. Das hätte man sich
sicherlich sparen können, auch wenn gesagt werden muss, dass Genrefans ihre
Freude an den kreativen und sadistischen Morden haben werden, auch wenn
diese äußerst selbstzweckhaft und nicht zur Handlung passend integriert
wurden. Bis auf einige Operationsszenen, etwa, wenn sich der Doc blutig
selbst eine Kugel entfernt, muss man dafür auf Gore verzichten, die Kills
regen durch einen schwarzen Humor und die Sprüche Evans teilweise sogar zum
Schmunzeln an, weshalb man hier durchaus von einer Horrorkomödie sprechen
kann.
Was dem Film gar nicht zu Gute kommt ist seine vorhersehbare Art, die nur
bedingt Spannung aufkommen lässt. Doch auch, wenn man nie wirklich
mitfiebert, macht sich nie ernstzunehmende Langeweile breit. "Dr.
Giggles" bietet viele kreative Morde und einen zynischen, sadistischen
Arzt, der insbesondere durch sein unkontrolliertes, infantiles Gekicher des
öfteren für Gänsehautmomente sorgt. Erfreulicherweise wurden die
Hauptrollen auch mit fähigen Schauspielern besetzt. Larry Drake, dem die
Rolle des Bad Guys wie auf den Leib geschrieben zu sein scheint,
verkörperte er diesen doch schon in "Darkman" und zahlreichen
anderen Produktionen, überzeugt in der Rolle des Dr. Giggles ebenso, wie
Holly Marie Combs als Jugendliche, die von dem Arzt als Versuchsobjekt
auserkoren wird. Auch, wenn es an den meisten Darstellern nicht viel
auszusetzen gibt, fällt auf, wie klischeelastig viele Charaktere
ausgefallen sind. Die Teens haben wie immer nur Sex und Vergnügen im Kopf,
aber das kennt man so ja schon.
Letztendlich bleibt zu sagen, dass mit "Dr. Giggles" ein
unterhaltsamer und zuweilen ziemlich brutaler Slasher geschaffen wurde, der
durch seinen sadistischen und böse kichernden Killer etwas Abwechslung
schafft, allerdings etwas an der mangelnden Spannung und vor allem im
Mittelteil an einer viel zu typischen Story krankt. Wer jedoch wieder einmal
einen unterhaltsamen und selbstzweckhaft-brutalen Genrefilm sehen will, der
darf hier zugreifen, auch wenn "Dr. Giggles" deutlich vom Status
eines Must-See's entfernt ist.
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