Isle Of The Damned

OT: Isle Of The Damned
ca. 90 Minuten
USA 2008
 
Regie
Mark Colegrove
Darsteller
Chris Brenza
Peter Crates
Aimee Cummings
Dustin Edwards
u.a. 
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Eine handvoll Leute hat von einem Schatz gehört, den damals Marco Polo irgendwo auf einer Insel vor dem südamerikanischen Kontinent verbuddelt haben soll. Sie machen sich also auf, um auf die abgelegene Insel zu schippern. Dort angekommen treffen sie auf einen Kannibalenstamm, der ihnen nicht sehr wohl gesonnen scheint. Vielmehr haben es die Einheimischen auf sie abgesehen, was die Schatzsuche natürlich nicht gerade erleichtert.

Wie der Trupp herausfindet, lebt auf der Insel der Einsiedler Alexis Kincaid, der bei einem Treffen zugibt, den Schatz bereits gesehen zu haben. Er hat auch einige Kannibalen domestiziert, ist den Suchenden aber, wie sich rausstellen soll, nicht unbedingt eine große Hilfe um den sagenhaften Reichtum zu erlangen...



 

Eins vorab: „Isle Of The Damned“ ist alles andere als ein gewöhnlicher Filmbeitrag. Zudem in mehr Ländern verboten, als es auf diesem Planeten gibt. Es ist ein Film, der einem vorgaukelt wieder in der guten, alten Zeit zu sein. Da wo Kannibalen-Filme noch die Regel und nicht die absolute Ausnahme waren. Da wo die Lenzis, die Deodatos, die Francos, die Mantinos, die D’Amatos und wie sie alle heißen, noch ordentlich für unordentliche Unterhaltung sorgen durften. Waren das Zeiten...

Aber die sind ja bekanntlich vorbei. Lange vorbei. Aber im Jahr 2008 haben sich ein paar wahnwitzige Amerikaner daran gemacht, so etwas wie eine Hommage zu kreieren. Zumindest hofft das der geneigte Betrachter und der Kannibalen-Fan. Denn, wie bereits erwähnt, mit einem gewöhnlichen Film hat man es hier nicht zu tun.

Die erkennt man bereits in den ersten Sekunden. Beispielsweise daran, dass alle Beteiligten Perücken aufhaben. Schlecht sitzende und unpassende. Einige der männlichen Personen tragen dazu falsche Schnauzbärte. Die noch weniger sitzen und gar nicht passen. Auch bei der Einleitung, die wohl an „Nackt und zerfleischt“ erinnern soll, merkt man, dass hier etwas nicht stimmen kann. Es wird einem weißgemacht, dass es sich um altes Filmmaterial handelt, welches irgend weswegen wieder aufgetaucht ist. Das Bild ist auch tatsächlich auf alt getrimmt. Aber mit einem billigen Computereffekt, der bereits nach 1,5 Sekunden enttarnt werden kann.

Mit kruden Rollen geht es dann munter in das Geschehen, das auch nicht selten an die alten Kannibalen-Streifen erinnert. Halt nur auf seine eigne Art. Man sie Szenen, die aus den bekannten Subgenre-Filmen nachgestellt werden: Pillemann ab, Pfahl durch den Allerwertesten, Wühlen in Gedärmen und so weiter und so fort. „Isle Of The Damned“ versucht dabei gar nicht hart rüberzukommen. Die Effekte sind billig und nicht besonders glaubhaft. Ähnliches gilt für die zahlreichen Ekel-Szenen, die natürlich auch mit von der Partie sein müssen. Aber ob Leguansperma oder Kannibalenkot gegessen wird, richtiger Ekel kommt zum Glück nicht auf.

Der große Vorteil von „Isle Of The Damned“ ist, dass die trashige Note von der ersten bis zur letzten Minute durchgezogen wird. Ohne Wenn und Aber. Da ist Unterhaltung garantiert. Und obwohl die Handlung eigentlich nicht sonderlich viel hergibt, wird man, zumindest als Fan von Trash-Filmen, rundum gut unterhalten. Die Darsteller spielen volle Kanne übertrieben, die Synchronisation dringt entsprechend aus den Boxen. Bei dem Typen mit der Propeller-Mütze ist das sogar stellenweise etwas nervig. Dazu gibt es dann Geräusche aus dem Synthesizer, die ein wenig an Goblin erinnern und von der Gruppe „Kobold“ stammen. Da weiß man doch direkt Bescheid...

Die Umgebung auf der Insel ist nett anzusehen. Es sieht zwar nicht wirklich wie im südamerikanischen Dschungel aus, dafür haben die Macher aber einige Gegenstände eingefügt, welche die Echtheit unterstreichen sollen. Plastikspinnen, Piranha-Attrappen oder auch riesige fleischfressende Pflanzen, die ebenfalls unübersehbar aus irgendeinem künstlichen Material hergestellt sind.

Insgesamt gibt es also einiges zum Schmunzeln. Ein paar wenige Szenen gehen auch darüber hinaus. Allerdings taugt das Ganze nicht für eine perfekte Unterhaltung. Die Story ist etwas zu dünn, es wird etwas zuviel gelabert, Spannung ist nur wenig vorhanden und Atmosphäre fast Fehlanzeige. Dennoch funktioniert „Isle Of The Damned“ ganz gut. Vorausgesetzt natürlich, man kann etwas mit Kannibalen-Parodien und Edel-Trash-Filmen anfangen.

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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Bildmaterial
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