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In den 80ern war noch so einiges möglich, von
dem man heute nur noch träumen kann, so ist es aus heutiger Sicht beinahe
schon unerklärlich, wie "Crying Fields" zu einer internationalen
Vermarktung kommen konnte. Über die Qualität eines Amateurfilms kommt das
Werk nämlich in keiner Sekunde heraus, was sich allerdings schnell
erklärt, wenn man einen Blick auf das sonstige Schaffenswerk des Regisseurs
Charles McCrann wirft. Dieser war eigentlich Vizepräsident eines großen
Finanzunternehmens und erfüllte sich mit "Crying Fields" den
Traum vom eigenen Horrorfilm, auch wenn er zuvor und danach nie wieder an
einem Film arbeitete. So führte er hierbei nicht nur Regie, schrieb das
Drehbuch und trat als Produzent in Erscheinung, sondern verkörperte
sogleich noch die Hauptrolle und kümmerte sich um den Filmschnitt. Am 11.
September 2001 kam Charles McCrann, der im World Trade Center arbeitete, bei
den Anschlägen tragischerweise ums Leben.
Auch, wenn man es bei "Crying Fields", bzw.
"Bloodeaters", bzw. "Blood Butchers", bzw. "Forest
of Fear", bzw. "Mutiert", bzw. "Toxic Zombies", so
die vielen Alternativtitel, also eher mit einer langersehnten
Traumerfüllung eines Mannes, der ansonsten nie wieder einen Schritt ins
Filmgeschäft setzte, zu tun hat, so muss man den Film doch als das ansehen,
was er sein will, nämlich ein ernstzunehmender Zombiefilm und als das
versagt er auf der ganzen Ebene. Ein vergleichbares Werk wurde sieben Jahre
später unter dem Titel "Redneck Zombies" herausgebracht. Obwohl
dieser Film bei vielen Genrefans auch zur untersten Bodenschicht des Genres
gehört, schafft er es, durch einen grenzdebilen Humor und reichlich Gore
noch recht gut zu unterhalten, was man von "Crying Fields", der
die selben Merkmale aufweist, nicht behaupten kann. Die Story ist so banal,
dass man sie nur mit Müh und Not als Story ansehen kann, man könnte es
auch so ausdrücken, dass hier ein paar untalentierte Leute durch ein
Waldgebiet laufen und sich gegenseitig umbringen.
Dabei ist der Streifen leider stets auf dem Niveau einer "wir packen
unseren Krempel zusammen und versuchen im Wald hinterm Haus einen geilen
Splatterfilm zu drehen" Produktion. Die Kamera fängt die Bilder dabei
zwar noch mit etwas Professionalität ein, allerdings kann das den billigen
Gesamteindruck auch nicht mehr retten. Das Budget war so niedrig angesetzt,
dass man im gesamten Film keine einziges Marihuanafeld sieht, geschweige
denn ein Flugzeug, der das giftige Zeug verteilt. Auf einmal sind die
Hippies mit einem weißen Pulver zugedeckt und verwandeln sich anschließend
in Wesen, die wohl Zombies darstellen sollen, was man ihnen aber nicht so
recht abkaufen will. Die Handlung konzentriert sich auf eine Familie, die es
in dieses Gebiet verschlägt und die sich gegen die Mutierten zur Wehr
setzen müssen. Mit wie viel Einfallsreichtum dabei zu Werke gegangen wurde,
kann man sich sicher schon denken. Meist stolpern irgendwelche schlecht
geschminkten Penner, äh, Zombies durch den Wald und fallen immer wieder mal
über jemanden her. Wer jetzt aber wenigstens auf viele gute Goreszenen
hofft, auf die das Verbot des Films ja schließen lässt, wird sein blaues
Wunder erleben. Es sterben zwar einige Personen, aber die Effekte sind so
billig in Szene gesetzt, dass sich selbst ein zwölfjähriger ziemlich
veralbert vorkommen dürfte. Wieso ein derartiger Film dann verboten (!)
wird, will mir einfach nicht in den Sinn.
"Crying Fields" verfügt über 2-3 recht spannende Szenen, aber
das war es dann auch schon, über die restliche Spielzeit erstreckt sich
gähnende Langeweile, die den Blick immer wieder zur Uhr wandern lässt.
Atmosphäre sucht man vergebens und bis auf die erwähnten spannenden
Momente passiert einfach nichts, was das Interesse am Film vergrößern
würde. Da haben die 80er noch wesentlich gefälligere und spaßigere
Trash-Eskapaden herausgebracht. "Crying Fields" funktioniert weder
in geselliger Runde, noch als Funsplatter und am Allerwenigsten als
Zombiemachwerk. Auch die Schauspieler tun ihr Übrigens, um einem den
letzten Nerv zu rauben, denn wirklich talentiert agiert keiner von ihnen.
Aber nun gut, zumindest das gehört bei einem derartigen Film in gewisser
Weise auch dazu.
"Crying Fields" ist ein langweiliges und billiges Trasherzeugnis
aus den 80ern, das kaum Unterhaltungswert bietet und so sehr schnell
langweilt. Die Story ist prinzipiell in einem Satz zu erklären, genau so
flach und vorhersehbar sind auch die Ereignisse, die einen schnell an einen
beliebigen Amateurfilm erinnern. Der Unterschied ist nur, dass "Crying
Fields" den Anspruch erhebt, ein ernstzunehmender Film sein zu wollen
und es sogar auf DVD geschafft hat und in diesem Fall sollte man den
Käufern schon etwas mehr bieten. Ein Verbot eines solchen Machwerks kann
wirklich nur in Deutschland durchgesetzt werden und ist ein unglaubliches
Armutszeugnis. Aber nun gut, dem Film kam dies vermutlich eher zu Gute. Von
Interesse dürfte das Werk deshalb nur für Sammler sein, die ihr Regal noch
mit 131ern bereichern wollen, allen anderen sei hiervon abgeraten. |