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Ein ambitionierter
junger Filmemacher (Jason Scott Campbell) hat gerade seinen ersten Kurzfilm
in den Kasten gebracht und feiert das Ergebnis auf einer eigens dafür
ausgerichteten Party. Dort trifft er auf die ebenso verführerische wie
geheimnisvolle Natalya (Nicole Roderick), die ihm gehörig den Kopf verdreht
und noch am selben Abend mit ihm im Bett landet. Nach der heißen
Liebesnacht bemerken die Beiden am nächsten Morgen eine Kamera am Fußende
des Bettes und sehen sich das Band an, natürlich in der Erwartung, darauf
ihr Liebesspiel wiederzufinden. Doch dem ist nicht der Fall, statt ihrem
ekstatischen Akt befindet sich ein grausames Snuff-Movie auf dem Band, auf
dem kein anderer als die Beiden die Mörder sind.
Natürlich
können sich die Beiden die Situation nicht erklären, doch für den
Filmemacher bringt sie einen genialen Einfall. Bei dem Filmkurs, den er
regelmäßig besucht und dort als einer der besten Schüler gilt, schlägt
er eine Verfilmung der unheimlichen Ereignisse vor, natürlich verschweigt
er dabei, dass sich dies tatsächlich ereignet hat. Ein Ende für den Film
steht noch nicht fest, das Drehbuch soll nach und nach fortgesetzt werden.
Als der Filmemacher und Natalya kurz darauf wieder eine Nacht zusammen
verbringen, finden sie am nächsten Morgen erneut ein Videoband, auf dem sie
wiederholt dabei zu sehen sind, andere Leute brutal zu ermorden. Der
Filmemacher setzt alles daran, die realen, mysteriösen Ereignisse in einen
Film zu verwandeln und verliert alsbald immer mehr den Verstand. Die Grenzen
zwischen Realität und Fiktion verschwimmen... |
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Anspruch, oder sei
es nur versuchter Anspruch im Horrorfilm, bringt immer sogleich ein gewisses
Problem mit sich: er wird nicht erwartet. Wer sich einen Horrorfilm zu
Gemüte führt, rechnet in der Regel damit, durch Konventionen gut
unterhalten zu werden, doch wenn ein Film den Zuschauer dann überraschend
dazu auffordert, den Denkapparat einzuschalten, dann kann dies immer
äußerst unterschiedlich aufgenommen werden. Die einen haben sich längst
an den immer selben Strickmustern des Genres sattgesehen und freuen sich
über derartige Abwechslung, die anderen sehen keinen Grund, einem Film zu
viel Aufmerksamkeit zu schenken, der sie eigentlich nur gut unterhalten
sollte. Es ist ganz offensichtlich, dass der Regie-Newcomer Dylan Bank mit
seinem Debut "Nightmare" gerade denen im Gedächtnis bleiben
wollte, die verstrickte, knifflige Handlungen blutigen Gemetzeln
präferieren, doch um das zu erreichen ist vordergründig erst einmal eines
nötig: Talent.
"Nightmare"
ist zwar eines der Low-Budget Werke, denen man mindestens zugestehen muss,
interessante Ansätze zu transportieren, doch es handelt sich dabei eben nur
um leere Hülsen dessen, was Bank's eigentlich auf die Leinwände zaubern
wollte. Vorgestellt hat sich der Filmemacher, der in sich offensichtlich den
Lynch des C-Movies sah, einen rapide gegen die gängigen Filmvorlagen
verstoßenden, außergewöhnlichen und raffinierten Mindfuck, doch von
derartigen Attributen ist "Nightmare" noch meilenweit entfernt.
Dieser Film ist das beste Beispiel dafür, dass etwas gut gemeintes noch
lange nicht seinen Zweck erfüllen muss.
Die Story ist
anfänglich noch leicht zu verfolgen. Ein namenloser Independent-Regisseur
lernt eine junge Frau kennen und schläft mehrere Male mit ihr, wobei jedes
Mal nach dem Akt neue Filme
auftauchen, auf denen die Beiden gemeinsam bestialisch irgendwelche Leute
ermorden. Der junge Mann nimmt dies als Aufhänger für seinen nächsten
Film und kann alsbald nicht mehr zwischen Realität und Wahnvorstellung
unterscheiden. An und für sich klingt dies noch durchaus annehmbar, doch
leider gelingt es "Nightmare" zu keiner Sekunde, seinen Plot
fesselnd oder nachvollziehbar an den Mann zu bringen. Ja, es geht sogar so
weit, dass sich der Film irgendwann in immer abstrusere Bahnen lenkt, bis
auch der Zuschauer jedweden Überblick verliert und dem Geschehen nur noch
rätselratend gegenüberstehen kann. Ist das, was sich gerade abspielt, Teil
des Films oder Part des Films im Film? Oder aber ist es nur ein Teil von
irgendwelchen Wahnvorstellungen, die für den weiteren Handlungsfortschritt
überhaupt nicht von Belang sind?
Einen cleveren
Einfall muss man den Machern dieses Werkes dann aber doch zugestehen: Der
Film spielt sich sozusagen in mehreren Ebenen ab. Was sich in der
scheinbaren Realität ereignet, wird von dem Hauptprotagonisten
anschließend mit seiner Filmcrew verfilmt, so dass sich
"Nightmare" sozusagen sogar in drei Ebenen abspielt: Der
Realität, dem Filmdreh, also dem Nachdreh des real Geschehenen, sowie
vielen Wahnvorstellungen, die jedoch meist nur unnötig Verwirrung stiften.
"Nightmare" springt stets von einer obskuren Situation zur
anderen, es gibt zahlreiche Zeitsprünge. Es ist keine Seltenheit, dass
plötzlich etwas passiert, das mit dem Vorangegangenen in keinerlei Kontext
steht, so dass irgendwann jeder Zuschauer verzweifelt resignieren dürfte.
Kunst sollte es wohl
sein, was Dylan Bank da mit seinem Debut auf die Beine stellte, doch viele
Sympathisanten dürfte er hiermit nicht gewonnen haben. Der Film versucht zu
sehr, großen Vorbildern wie Lynch oder Hitchcock nachzueifern und lässt
dabei völlig den Unterhaltungswert außer Acht, der irgendwann gen Null
sickert. Spannung entsteht schon deshalb nicht, weil man dem Geschehen nur
selten wirklich folgen kann, so dass man sich irgendwann nur noch an den
Schauwerten festzuhalten versucht. Da muss man auch nicht lange suchen, denn
nackte Haut ist in dem Werk keine Seltenheit. Viel mehr noch, es kommt im
Grunde sogar nur äußerst selten vor, dass gerade mal jemand völlig
bekleidet durch die Szenarie läuft. Sexszenen spielen in dem Film eine
große Rolle und sind beinahe schon überpräsent. Plastische Gewalt sucht
man hingegen großteils vergebens, die Snuff-Videos, die immer wieder mal
kurz gezeigt werden, wecken bestenfalls Abscheu und lassen Splatterfans
kalt.
Leider agieren auch
nicht alle Schauspieler unbedingt so, wie man sich dies für die
Glaubwürdigkeit des Films wünschen würde. Jason Scott Campbell für die
Hauptrolle zu casten, war beispielsweise ein großer Fehlgriff. Der Mann
legt ein derartiges Overacting an den Tag und verstreut derweilen noch eine
solche Antipathie, dass man ihn als Hauptprotagonist nie so richtig annehmen
möchte. Nicole Roderick hat indessen nicht viel mehr zu tun, als die meiste
Zeit über nackt zu sein und gelegentlich mal verdutzt aus der Wäsche zu
schauen, was ihr fraglos gut gelingt. Die restliche Besetzung ist nicht
einmal mehr weiter nennenswert, da keiner der Darsteller lange in Erinnerung
bleibt.
"Nightmare"
schießt leider komplett an seiner Intention vorbei und liefert statt einem
subtilen Horrorspiel à la Lynch vielmehr eine verwirrende und letztendlich
komplett belanglose Schlaftablette. Der gute Wille war da, doch das rettet
Dylan Bank's Debütfilm nicht vor dem Totalfiasko. Was anfangs noch
einigermaßen interessant beginnt, entwickelt sich irgendwann zu einem nicht
enden wollenden Langweiler, dessen Story sich in immer mehr Rätseln
verliert. Es ist dem Projekt anzumerken, dass einiges an Mühe und Aufwand
dahinter steckte, doch wenn das Endresultat nicht überzeugt, rettet auch
der edelste Wille nichts. Es spricht somit nichts dagegen, sich diese
103minütige Zeitverschwendung besten Gewissens zu ersparen. |