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Die junge Estrella scheint in ihrer eigenen
Welt zu leben. Das introvertierte Mädchen ist oft alleine zu hause, scheint
keine Freunde zu haben und hängt ständig vor dem Fernseher rum. Aber in
der Matschscheibe gibt es keine Teletubbies, sondern harte Horror-Filme.
Estrella ist fasziniert von den Hauptdarstellern in ihren Horror-Streifen.
Ob es der Mann mit Kettensäge und Menschenhaut-Maske ist oder ein Vampir.
Sie mag sie alle. Und irgendwie scheinen dem jungen Mädchen diese Figuren
auch im wirklichen Leben zu begegnen. Die Realität und ihre fiktive Welt
scheinen zu verschmelzen. Allerdings nicht ohne Spuren zu hinterlassen.... |
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Der spanische Filmbeitrag „A Real Friend“
entstammt der Horror Anthology Reihe und ist deren vierter Beitrag. Enrique
Urbizu wurde als Regisseur für diesen Teil der Reihe eingestellt und hat
eine ordentliche, wenn auch nicht besonders gelungene Arbeit abgeliefert.
Allerdings kann man Urbizu weniger für das mittelprächtige Abschneiden des
Films verantwortlich machen, da die technische Seite stimmt. Es gibt
durchaus gut eingefangene Bilder, nette Kamerafahrten und es wird auch
versucht eine gute Stimmung aufzubauen.
Doch so richtig will das Ganze nicht funktionieren. Trotz der kurzen
Laufzeit von 73 Minuten kommt es zu Längen. Und nicht gerade zu wenigen.
Der Plot neben dem Videoleben der Kleinen kommt nicht nur mit einer
unsympathischen, alleinerziehenden Mutter daher, sondern auch mit einer sehr
schlechten Darstellerin. Die Spanierin Goya Toledo scheint mit der Rolle
absolut überfordert und wirkt in einigen Momenten sogar peinlich. Ihre
Tochter im Film, Estrella, die von Nerea Inchausti zum Besten gegeben. Auch
nicht wirklich gut, aber wesentlich authentischer als ihre Film-Mutter.
Das nächste Problem des Film ist es, dass die Geschichte leicht verwirrend
daherkommt und man unnötig nach einem nicht vorhandenen Roten Faden sucht.
Mag man erst noch denken: “Cool: Eine Hommage an den Horror-Film“, denkt
man wenig später: „Irgendwie sind Leatherface, Pennywise und Nosferatu im
Original doch cooler...“. Denn die hier verwendeten Vorlagen erweisen sich
als leere Hüllen. Quasi als billige, nichtssagende Kopie. Was diese Kopien
wollen bleibt ungeklärt. Sicherlich ist es schwierig, die Gedankenwelt
eines kleinen, verzweifelten Mädchens darzustellen, doch da hätten
sicherlich auch fiktive Monster dazu beitragen können.
Als nächstes Problem wäre da das Tempo des Films, das viel selten mal
anzieht. Spannung kommt nur selten auf und die eingestreuten Witze können
nicht immer zünden. Da ist es schon verwunderlich, dass man nach der
Betrachtung die DVD nicht völlig enttäuscht in die Tonne haut. Denn der
Film hat das, was die anderen Teile dieser Serie und die Filme von Jaume
Balagueró ("Hell's Resident", "Fragile - A Ghost
Story", "Darkness") und seinen spanischen Kollegen auch
haben. Diese besondere Atmosphäre. Dieser neue Stils des Horror-Films und
das unbekümmerte Handeln, dass stets leicht und locker wirkt.
„A Real Friend“ ist zwar relativ weit weg davon, ein wirklich guter Film
zu sein und als eventuelle Hommage ein Rohrkrepierer. Dennoch gibt es
wesentlich schlechtere Filme. Wer sich die Horror Anthology Reihe zu Gemüte
führen will, kommt an diesem, vierten Teil der Serie sowieso nicht vorbei.
Vielleicht sollte man zu Beginn der Betrachtung, wenn Leatherface seinen
ersten Auftritt hat, einfach denken: He is no friend, no real friend. |