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Die fünf
befreundeten Ärzte Harry (Hal Holbrook), Mitzi (Lawrence Dane), Martin
(Robin Gammell), Abel (Ken James) und D.J. (Gary Reineke) unternehmen wie
jedes Jahr einen Ausflug, dieses mal soll ihre Reise sie in die Northern
Woods führen. Das Gebiet gilt als äußerst undurchdringlich und schwierig,
was die Fünf aber nicht abschreckt, sondern vielmehr als Herausforderung
betrachten. Kaum angekommen, geht aber alsbald Merkwürdiges vor sich: Nach
der ersten Nacht in den Wäldern stellen die fünf Ärzte am nächsten
Morgen fest, dass ihnen allen die Schuhe gestohlen wurden. Es kommt zum
Streit und allgemeiner Beunruhigung, der Abenteuertrip scheint beendet. D.J.
entschließt sich, alleine aufzubrechen und bei einem nahegelegenen Staudamm
nach Hilfe zu suchen.
Als
D.J. zum verabredeten Zeitpunkt nicht zurückkehrt, machen sich Harry,
Mitzi, Martin und Abel widerwillig alleine auf den weiteren Weg. Schnell
kommt es jedoch zu weiteren, beunruhigenden Zwischenfällen. Zuerst wird die
Gruppe von einem Schwarm Bienen angegriffen, anschließend tritt Martin bei
der Überquerung eines Flusses in eine scheinbar absichtlich dort
präparierte Bärenfalle und verletzt sich schwer am Bein. Irgendwas oder
irgendwer scheint es auf die Gruppe abgesehen zu haben. Der verletzte Martin
macht ein schnelles Weiterkommen fortan unmöglich und so sind die Ärzte
den weiteren Angriffen des Unbekannten hilflos ausgeliefert... |
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"Rituals",
der auch als "The Creeper" bekannt wurde, ist einer der Filme, die
durch eine vollkommen falsche Vermarktung seitens des Labels Erwartungen bei
den Käufern schüren, die der Film dann nicht einhalten kann. Glaubt man
den Covern, den Werbezeilen und den Bildern auf der Rückseite der
DVD-Verpackung, dann handelt es sich bei diesem Werk um eine Gore-Granate
und einen der seltensten Horrorfilme überhaupt. Das alles klingt zwar ganz
nett, dient aber nur dazu, den Streifen für Horrorfans interessanter zu
machen, obwohl er sich bei objektiver Betrachtung nicht einmal ansatzweise
in das Horrorgenre einordnen lässt. Obwohl vom Verleih und von den
gängigen Film-Portalen als Horrorfilm bezeichnet, ist "Rituals"
nichts weiter als ein Survival-Thriller, der in Sachen Härte vielleicht
ungewohnte Drastigkeit an den Tag legte, deshalb aber noch lange nicht als
Horrorfilm durchgeht.
Übernatürliche
Elemente suchen sich in der ersten, nennenswert großen Produktion des
Regisseurs Peter Carter vergebens, vielmehr geht die akute Bedrohung stets
von einem Menschen aus Fleisch & Blut aus, dessen Taten auch nicht
wirklich Anlass zur begründeten Vermutung geben, dass ein
"Monster" oder dergleichen hinter den Angriffen stecken könnte.
Dass "Rituals" aus heutiger Sicht aber nicht mehr ganz so
überzeugt, wie er es vermutlich zu seiner Entstehungszeit tat, liegt nicht
nur an der großteils falschen Erwartungshaltung seiner Käufer, sondern ist
auch darauf zurückzuführen, dass es auf dem Gebiet des Survival-Thrillers
bereits spannendere Unterhaltung
zu sehen gab - auch anno 1977.
Fünf Jahre zuvor
erlangte der mit Burt Reynols und Jon Voigt prominent besetzte Film
"Beim Sterben ist jeder der Erste" großes Aufsehen, der richtig
macht, was "Rituals" später leider nicht gelang. Die Quintessenz
der Story ist dabei noch recht interessant: Fünf Ärzte begeben sich in die
Natur und geraten dort an einen Verfolger, der aus scheinbar unerfindlichen
Gründen ihren Tod will und dazu allerhand Einfallsreichtum ins Spiel
bringt. Die Inszenierung des Films entspricht sogar in etwa den Erwartungen
des Publikums. Vor einer prächtigen Naturkulisse, die das wahre Highlight
von "Rituals" darstellt, kommt es zu allerlei Zwischenfällen, wie
dem Durchqueren eines reißenden Flusses, der Attacke eines Bienenschwarms
und letztlich der direkten Konfrontation mit dem unbekannten Angreifer. Das
einzige Problem: Trotz ordentlicher Inszenierung will der Funke nie wirklich
überspringen.
Es wäre sicherlich
verkehrt, "Rituals" als schlechten Film zu bezeichnen. Die
Schauspieler machen ihre Sache wirklich ordentlich und auch die Story fällt
durch eine gewisse Intelligenz auf, die man durch die Vermarktung des
Streifens nicht erwartet hätte. Ein großer Teil der Atmosphäre resultiert
aus dem Verhalten der Gruppe, der Dynamik untereinander, sobald klar wird,
in welch brenzliger Situation sich die Männer befinden. Alsbald legen die
Ärzte äußerst unterschiedliche Ansichten an den Tag, es entbrennt Streit,
immer mehr Konfliktsituationen kommen zu der ohnehin schon beklemmenden Lage
hinzu. "Rituals" hangelt sich also nicht nur von einer
actionreichen Szene zur nächsten, sondern fokussiert durchaus auch mal auf
gruppeninterne Auseinandersetzungen und zeigt, wie der Mensch angesichts
einer solchen Extremsituation reagiert.
An und für sich
ist "Rituals" ein Film, der nicht sonderlich viel falsch macht und
den man unter anderen Umständen sicherlich loben könnte. In diesem Fall
fand der Rezensent aber keinen wirklichen Zugang zu dem Geschehen. Die
Charaktere wirken, trotz talentierter und namhafter Schauspieler,
eindimensional und unsympathisch, das Geschehen zu keinem Zeitpunkt wirklich
fesselnd. Hardcore-Fans von Abenteuerfilmen und Survival-Thrillern kommen
vielleicht noch auf ihre Kosten, alle anderen sollten die Finger von
"Rituals" lassen, was insbesondere für Horrorfilm-Fans gilt, die
von den Verleihern fast schon verarscht werden.
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