|
Die Insassen einer Jugendhaftanstalt sind zum
Großteil Schwerverbrecher und da wundert es nicht, dass es ab und an zu
gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Allerdings gehen diese so weit,
dass sich einer der Häftlinge das Leben nimmt. Der Anstaltsdirektor muss
daraufhin hart durchgreifen und schickt die restlichen Bewohner der
8-Mann-Zelle zur Besserung auf eine verlassene Insel.
Auf der, scheinbar unbewohnten, Insel angekommen, beginnt gleich das
Training für die strafgefangenen Jugendlichen das da lautet: Teamarbeit
erlernen. Gefängnissaufseher Jed hat dabei alle Mühe, die Kids bei Laune
zu halten und zur Disziplin zu zwingen. Und das alles völlig unbewaffnet.
Dann scheint Jed die Sache langsam aus dem Ruder zu laufen. Erst tritt er
mit seinen Mannen auf eine Mädchengruppe, die aus den gleichen Gründen wie
seine Jungs auf der Insel sind. Doch diese missliche Lage wird gut
überstanden. Dann kommt es allerdings schlimmer. Denn ein Jäger treibt mit
seinen Hunden auf der Insel Jagd. Und er jagt keine Tiere... |
|
Der britische Regisseur Michael J. Bassett
stellt mit seinem Beitrag „Wilderness“ unter Beweis, dass der britische
Horror-Film agil ist wie nie. Mit Beiträgen wie „Shaun Of The Dead“,
„The Descent“, “Severance” oder auch “Dog Soldiers” kamen in den
letzten Jahren sehr gute Genre-Beiträge in unsere Landen geschwappt. Nun
ist also Michael J. Bassett an der Reihe und präsentiert dem geneigten
Betrachter einen durchaus blutigen Survivaltrip aus Großbritannien.
Bei Betrachtung der Geschichte muss man schon großzügig sein und nicht
nach der großen Logik suchen. Wer würde schon einen Haufen
Schwerkriminelle mit unbewaffneten Aufsichten auf eine schöne Urlaubsinsel
lassen, auf der sich auch noch rollige Menschen, weiblicher Natur,
aufhalten? Aber was soll’s... Wenn es für die Geschichte besser ist, den
Schauplatz auf das Eiland zu verlagern, dann ist das so. Und
glücklicherweise werden so auch schöne Naturaufnahmen von der
dichtbewaldeten Insel und den steilen Klippen eingefangen.
Die eigentliche Geschichte beginnt recht gut, mit der Charakterisierung der
Protagonisten. Und die haben charaktertechnisch einiges zu bieten. Ob
Looser, Sexstraftäter, Rüpel, Einzelgänger oder Nazi, alles ist
vertreten. Aufgrund der Unterschiede ist auch ne Menge reibungspotential
vorhanden, was dem Film sichtlich gut tut. Dann geht es recht fix auf die
Insel, wo die Probleme natürlich nicht kleiner werden. „Wilderness“
bleibt die ganze Zeit hart und lässt jeglichen Humor vermissen, was ihm
aber keineswegs negativ angerechnet werden muss. Auch auf sympathienbildende
Maßnahmen wird verzichtet, wodurch keinerlei Beziehung zwischen
potentiellem Filmopfer und Filmbetrachter entstehen kann. Die Tatsache, dass
die Protagonisten schutzlos ausgeliefert sind und eigentlich keine Mittel
haben sich zu wehren, erzeugt kaum Mitleid. Dafür ist allerdings auch keine
Zeit, denn das Tempo, dass dieser Gradlinige Genrebeitrag an den Tag legt,
ist fast atemberaubend. Zeit zum durchatmen bekommen weder Darsteller noch
Gucker. Hierdurch entstehen kaum Phasen mit langatmigen Szenen, was einige
Schwächen des Drehbuchs kompensieren kann.
Auch in Sachen Splatter und Gore weiß „Wilderness“ zu überzeugen. Der
Härtegrad und die Inszenierung werden Freunde von blutigen Spezialeffekten
sicherlich gefallen. Pfeil und Bogen erfüllen ebenso ihren Zweck wie einige
Fallen. Für Abwechslung ist also gesorgt und, wie bereits erwähnt, dass
Tempo ist hoch. Zwar ist die Identität des Killers relativ schnell klar,
der Film verliert aber dennoch nicht an Fahrt.
Aber trotz der Vielzahl an positiven Aspekten hat man nach der Betrachtung
nicht unbedingt den Eindruck ein neues Meisterwerk gesehen zu haben. Dafür
sind die Darsteller nicht überzeugend genug, das Drehbuch zu löchrig und
zu wenig innovativ und die Atmosphäre nicht dicht genug. Aber da der ganze
Rest überzeugen kann, bleibt doch ein positiver Gesamteindruck zurück. |