Erdora – Der Todeskreis

Informationen

Drehland Deutschland
Drehjahr 2007
Laufzeit ca. 62 Minuten
Regie Philip Polcar
Darsteller Moritz Gabriel Alice von Lindenau Stephan Arensmeier Michael Palm u.a.
Bild 16:9
Ton DD2.0
Sprachen Deutsch
Untertitel
LC 2
FSK KJ
Erdora - Der Todeskreis

Story

Julia und Paconius leben in der Welt Erdora. Sie müssen ihren Lebensunterhalt mit kleinen Diebereien verdienen. Allerdings träumen sie von einem besseren Leben. Einem Leben, in dem sie sich ihrer Liebe hingeben können und kein Unrecht tun müssen. Eines Tages bietet sich den beiden eine Gelegenheit, aus ihrem Alltag zu entfliehen. Sie sollen den Zauberer Krylon und den Waldläufer Jan begleiten. Diese sind auf dem Weg nach den Lakadern. Ihren Feinden. Da Julia und Paconius die Chance auf ein neues Leben sehen, folgen sie den beiden, ohne zu wissen, dass das kommende Abenteuer sehr gefährlich für die beiden wird…

Erdora - Der Todeskreis  Erdora - Der Todeskreis

Kritik

Kaum zu glauben, dass die deutschen Filmemacher sich nicht unterkriegen lassen. Im Profi-Bereich läuft es, zumindest im Vergleich mit vielen anderen Ländern, ja nicht gerade rosig. Und dennoch gibt es immer wieder junge, kreative Menschen, die sich davon nicht beirren lassen und ihre Amateur-Filme im professionellen Gewand drehen. Vieles davon ist Splatter oder Horror. Aber mit „Erdora – Der Todeskreis“ kommt ein Fantasy-Film mit kleinen Horror-Elementen auf den Markt. Nach der zurückliegenden Kinovorführung, Ende 2009, aber nur für einen kleinen Betrachter-Kreis. Denn die Auflage der DVD ist auf 500 Stück limitiert.

„Erdora – Der Todeskreis“ wurde bereits 2007 gedreht. Er kommt jetzt erst raus, da die Post-Production länger als erwartet gedauert hat. Geplant war damals ein Dreiteiler, für den auch schon das komplette Drehbuch vorliegt und einige Andeutungen im Film gemacht werden. Regisseur Philip Polcar („Friday the 13th: Jason Conquers Germany”, „Everlasting Hate”) ist sich allerdings nicht mehr so sicher, ob die Teile 2+3 auch noch gedreht werden, da seine Arbeit, nach seiner eigenen Aussage, professioneller geworden seien.

Und in der Tat ist „Erdora – Der Todeskreis“ kein professioneller Film. Dies merkt man an zwei wesentlichen Bestandteilen. Zum einen an der Kamera, die nicht die besten Bilder einfängt. Technisch und auch optisch. Es gibt einige Einstellungen, die nicht sonderlich gut aussehen. Mal haut die Sonne rein und mal ist es überlichtet. Das zweite große Manko sind einige der Darsteller. Zwar hat man mit Moritz Gabriel und Alice von Lindenau zwei Talente ins Boot geholt, welche die Rollen des Pärchens Julia und Paconius gut wiedergeben, der Rest der Crew besteht aber aus Laiendarstellern. Und einige davon sind richtig schlechte. Dies dürfte den geneigten Betrachter solcher Low- respektive No-Budegt-Filme aber nicht abschrecken. Auch Ittenbach und Co. haben schon Leute vor die Kamera gezerrt, die null Talent hatten und untalentiert in Schwertkämpfe gegangen sind. Wie auch hier.

Aber es ist nicht alles schlecht in „Erdora – Der Todeskreis“. Auffällig gut ist der brachiale Sound. Der hört sich wirklich hervorragend an. Passend zu einem Fantasy-Spektakel. Des weiteren gibt es auch gute Computer-Animationen. In einem Hollywood-Streifen, mit Millionen Budget, würde man diese zwar verreißen, für eine Kleinst-Produktion sind die Effekte aber extrem gut. Da sieht man, dass die Verantwortlichen Liebe zum Detail an den Tag gelegt haben und Ahnung davon hatten, was sie getan haben.

Das Wichtigste ist aber, dass das Gucken Spaß macht. Selbst Leuten, die sich sonst nicht mit Licht- und Schatten-Elfen, Königen, Zauberern, Waldläufern, Drachen und so was beschäftigen, bereitet der Film Freude. Weil er flüssig und schwungvoll ist. Es gibt zwar einige Dialoge, die sehr rollenspieltechnisch angelegt sind, auf der anderen Seite gibt es dann aber auch einen Auftritt einer Zombie-Armee. Das Blutvergießen hält sich dabei und auch sonst in Grenzen. Der Film hat keine Freigabe, würde bei der Prüfung der FSK aber ganz sicher ein FSK 16 bekommen. Im Film werden lediglich ein, zwei härtere Sachen angedeutet.

Unterm Strich ist „Erdora – Der Todeskreis“ ein passabeler Film geworden. Man sieht ihm natürlich an, dass er aus dem Amateur-Bereich kommt, wer damit aber kein Problem hat, oder auf Live-Rollenspiele steht, kann den Film problemlos genießen. Ob der Film inhaltlich taugt, kann an dieser Stelle nicht bewertet werden. Der Horror-Anteil ist gering und von Fantasy-Welten, wie sie in „Herr der Ringe“ zu sehen sind, hat der Schreiber dieses Reviews zu wenig Ahnung. Regisseur Polcar meint in den Extras aber, dass das Geschehen in „Erdora – Der Todeskreis“ so wie in „Herr der Ringe“ ist. Der Horror-Anteil passt auf jeden Fall und der Film ist technisch in Ordnung. Natürlich den Umständen entsprechend. Man darf auch nicht vergessen, dass es lediglich eine Drehwoche, bei einer Vorbereitungszeit von anderthalb Monaten gab, wo alles geplant und geschrieben wurde. Wenn die Macher ihre limitierte DVD-Auflage verkauft bekommen, gibt es vielleicht auch noch irgendwann die Teile zwei und drei. Wer weiß?

Erdora - Der Todeskreis  Erdora - Der Todeskreis

DVD

Die DVD ist technisch in Ordnung. Jedem, der die limitierte Version in den Händen hält sollte klar sein, dass sie nicht mit einer DVD von einem Major-Label mithalten kann. Das Bild ist aber OK und der Ton auch. Bei den Extras gibt es ein höchstinteressantes Making Of von knapp 30 Minuten, eine Photogalerie von sieben Minuten Dauer, ein Making Of VFX (ca. 1 eine Minute), etwa eine Minute Outtakes und noch ein paar Texttafeln mit Informationen über die Welt „Erdora“. Da ist eine Menge Zeug und durchaus interessant.

Bewertung

Splatter Erdora - Der Todeskreis
Spannung Erdora - Der Todeskreis
Story Erdora - Der Todeskreis
Ekelfaktor Erdora - Der Todeskreis
Atmosphäre Erdora - Der Todeskreis
Tonqualität Erdora - Der Todeskreis
Bildqualität Erdora - Der Todeskreis
Zusatzmaterial Erdora - Der Todeskreis
Gesamteindruck Erdora - Der Todeskreis

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  • Herr der Ringe

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