Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen

Informationen

OT:Poltergeist III

ca.93 Minuten

USA 1987

Regie

  • Gary Sherman
Darsteller

  • Tom Skerritt
  • Nancy Allen.
  • Heather O’Rourke
  • Zelda Rubinstein.
  • u.a.

Poltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen

Story

Nachdem sie schon mehrere Male mit dem grauenvollen Poltergeist konfrontiert wurde, wird die kleine Carol Anne (Heather O’Rourke) von ihren Eltern nach Chicago gebracht, wo sie eine Zeit lang bei ihrer Tante Patricia (Nancy Allen) und deren Mann Bruce (Tom Skerritt) leben soll. Die Beiden wohnen gemeinsam mit ihrer Tochter Donna (Lara Flynn Boyle) in einem supermodernen Wolkenkratzer und kümmern sich sogleich gut um Carol Anne. Die Kleine kommt zudem auf eine Schule für hochbegabte Kinder, wo sie der Psychiater Dr. Seaton (Richard Fire) behandelt. Dieser allerdings reißt die alten Wunden wieder auf und weckt in Carol Anne die Erinnerungen an den schrecklichen Sektenführer Henry Kane (Nathan Davis), der sogleich zurückkehrt und nach dem kleinen Mädchen trachtet. In den vielen Spiegelflächen des Hochhauses findet er genügend Möglichkeiten, in unsere Welt zu gelangen und terrorisiert nicht nur Carol Anne und ihrer Familie, sondern auch eine Gruppe Jugendlicher, die in dem großen Gebäude eine Party feiern..

Kritik

"Poltergeist 3" wurde nur ein Jahr nach dem immer noch recht erfolgreichen zweiten Teil gedreht, vermutlich weil die Produzenten bemerkt hatten, dass mit dem Franchise noch immer etwas Geld zu machen ist. Wahrscheinlich um den Verlust bei einem eventuellen Flop gering zu halten, entschlossen sich die Macher dazu, den Streifen mit einem niedrigeren Budget als die Vorgänger auszustatten, auch waren nur noch wenige Verantwortliche der ersten beiden Teile mit an Bord. Jerry Goldsmith und Steven Spielberg hatten längst das Weite gesucht, von der ehemaligen Besetzung sind nur noch die kleine Heather O’Rourke und Zelda Rubinstein übrig. Obwohl das noch lange nicht für einen schlechten Film sprechen muss, ist es hier leider ganz und gar nicht gelungen, das Niveau von "Poltergeist" 1 & 2 zu halten. Auch ist es interessant, dass es bei den Dreharbeiten zu einigen Problemen kann. Zum Einen starb Heather O’Rourke vor Fertigstellung des Films auf tragische Weise und des Weiteren musste der weitgehend harmlose Film nachträglich noch einmal überarbeitet und um einige Szenen verlängert werden, um das anvisierte PG-13 Rating zu erreichen.

Geht man objektiv und ohne einen Vergleich mit den beiden Vorgängern an den "Poltergeist 3" heran, hat man es mit einem recht unterhaltsamen Horrorfilmchen zu tun, doch gerade der Vergleich mit dem fünf Jahre älteren Erstling und der ein Jahr älteren, ersten Fortsetzung schaden dem Gesamtbild von "Poltergeist 3" enorm. Es ist kaum noch etwas von dem Charme vergangener Tage übrig, vielmehr vermittelt der Streifen das Feeling einer typisch austauschbaren Gruselproduktion, was nicht zuletzt auch an einigen Änderungen liegt. Die Wesentliche, das veränderte Setting, hat mir sogar noch sehr zugesagt. Dass man die Handlung von einem typischen Familienhaus in das bekannte John Hancock Center in Chicago verlegte, sorgt für etwas Abwechslung, zumal die Atmosphäre in dem Wolkenkratzer teilweise durchaus stimmt. Die Erklärung dieser Handlungsverlegung ist dagegen kaum glaubwürdig, es erscheint wenig nachvollziehbar, wieso Carol Anne nun genau zu ihrer Tante und ihrem Onkel geschickt wurde, mir persönlich wollte es zumindest nicht einleuchten.

Wo der Streifen bei dem Handlungsort und den Charakteren für frischen Wind sorgt, enttäuscht er auf der anderen Seite mit optisch überzeugenden, inhaltlich aber öden Tricks, die man so mittlerweile schon ein paar Mal gesehen hat und die einfach nicht mehr schocken wollen. Das Böse in Form von Reverend Kane schleicht sich langsam an, immer wieder aus Spiegeln blickend, kann aber keinerlei Spannung aufbauen. Immer wieder hat Carol Anne böse Vorahnungen, doch richtige Horrorstimmung darf man vergebens suchen, die Handlung reißt mittlerweile einfach keinen mehr zu Begeisterungsstürmen hin. Wo die beiden Vorgänger noch durch geschickt platzierte Schockeffekte und eine sich langsam steigernde Spannung überzeugen konnten, wirken die Spannungselemente hier nur noch vorhersehbar und ausgelutscht, kaum bedrohlich sondern nur des Effekts wegen eingebracht. An der Umsetzung der Special Effects lässt sich nicht viel aussetzen, doch zu einer Horrorstimmung tragen sie nur selten bei.

Ein weiterer Aspekt, der negativ aufstößt, ist der, dass die Handlung kaum wirklich durchdacht scheint. Nicht nur, dass man mit den partyfeiernden Teenagern nun die 08/15 Horrorschiene befährt, hinzu kommt noch, dass kaum gute Ideen auszumachen sind. Gegenüber den Vorgängern kommt es hier ab und an schon zu Toten, was dann immer sehr kreativ geschieht, aber ansonsten haben wir hier einfallslose Gruselunterhaltung, wie sie typischer nicht sein könnte. Die Charaktere, selbst die kleine Carol Anne, wirken nur noch wenig sympathisch und agieren unglaubwürdig, Spannungselemente sind zu sparsam und spärlich platziert und selbst Reverend Kane besitzt keinerlei Tiefe mehr, sondern wirkt nur noch wie ein austauschbarer Boogeyman. Die gelungene Kulisse des John Hancock Center wurde passabel genutzt, allerdings darf man schnell zu der Erkenntnis gelangen, das sich in dem belebten Hochhaus kaum bedrohliche Stimmung ausbreiten kann. Was man sich ebenfalls hätte sparen können, ist, dass Carol Anne und zwei andere Personen hier schon wieder auf "die andere Seite" entführt werden und sich im Nachfolgenden beinahe alles genau so abspielt, wie man es schon gesehen hat. Ein bisschen Hokuspokus von der mittlerweile sogar nervenden Tangina und alles löst sich wieder in Wohlgefallen auf.

Den Schauspielern ist teilweise anzumerken, welches Talent in ihnen steckt, allerdings lässt es das Drehbuch nur selten zu, die Akteure ihre Stärken ausspielen zu lassen. Carol Anne alias Heather O’Rourke erkennt man kaum noch wieder, und ihre neue Familie wirkt bis auf Tom Skerritt als Bruce nur durch und durch unsympathisch. Die Nebenfiguren scheinen nur noch Mittel zum Zweck für ein paar Effektszenen zu sein und agieren in den meisten Fällen nicht einmal besonders überzeugend. Nathan Davis ist leider keinerlei Ersatz für den ein Jahr zuvor verstorbenen Julian Beck und bringt in den Charakter des Kane kaum Leben hinein.

Wer bereits die beiden Vorgänger gesehen hat, darf diese unnötige Fortsetzung ruhigen Gewissens meiden, da der Thematik hier keinerlei neue Aspekte hinzugefügt werden, sondern weitgehend auf altbekanntes gesetzt, und das nicht einmal sonderlich spannend inszeniert wurde. Bis auf wenige Momente kommt nur selten Stimmung oder gar Spannung auf, Horror sucht man ebenso vergebens. Die Effekte sind gewohnt überzeugend, reißen aber im Gesamtkontext nichts mehr heraus. Alles in allem entsteht der Eindruck, dass der Film noch schnell abgedreht wurde, um aus der bekannten Serie noch etwas Profit zu schlagen, doch ein sehenswertes Ergebnis hat Gary Sherman damit nur bedingt abgeliefert.

Bewertung

SplatterPoltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen
SpannungPoltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen
StoryPoltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen
EkelfaktorPoltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen
AtmosphärePoltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen
GesamtPoltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen

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