Vampyros Lesbos

Informationen

OT:Las Vampiras

ca.86 Minuten

Deutschland, Spanien 1970

Regie

  • Jess Franco
Darsteller

  • Soledad Miranda
  • Dennis Price
  • Paul Muller
  • u.a.

Vampyros Lesbos

Story

Linda Westinghaus ist Angestellte einer Rechtsanwaltskanzlei und hat neuerdings seltsame Träume, die voller Erotik. Eine fremde Frau ruft nach ihr. Es hat den Anschein, als wolle die Fremde Linda zu sich ziehen, aber es sind ja nur wirre Träume…

Als Linda eines Tages geschäftlich nach Anatolien reisen muss, um dort eine Erbschaft zu verwalten, lernt sie die Erbin, Gräfin Nadine Korodin, kennen, die der Frau aus ihren Träumen zum Verwechseln ähnlich sieht. Lindas Interesse an der Gräfin ist bald ebenso groß, wie das der Gräfin an Linda. Die beiden verbringen in der Folge sehr viel Zeit miteinander und schnell wird der wahre Grund für Lindas Besuch vergessen. Es entwickelt sich eine bizarre Beziehung, in der Linda bald im Bann der Gräfin gefangen wird.

Denn die Gräfin ist keine normale Frau, sie ist eine lesbische Vampirin und die Witwe des Grafen Dracula, die am Blut der hübschen Frau interessiert ist. Bald kommt es auch zum ersten ungewollten Körperkontakt, der ebenso intensiv wie lebenswandelnd ist…

Kritik

Jes(u)s Franco, der Trashfilmer schlechthin, hat in seinem Leben viel Müll gedreht und ist deswegen wohl auch zu so einem hohen Bekanntheitsgrad gekommen. Er hat sich in vielen Teilbereichen probiert und seltsame Werke geschaffen, die in (Trash)Filmliebhaberkreisen in aller Munde sind. Eines der besseren Werke ist sicherlich „Vampyros Lesbos“, auch wenn es kein einfacher Film ist, der sich zum Nebenbeigucken oder als Partyfilm in geselliger Runde anbietet.

Die Story ist sehr schlicht und gerät beim Anblick der verwirrenden Eindrücke schnell in den unbeachteten Hintergrund. Dies wird bereits am Anfang klar, als man eine minutenlange Tanzeinlage bewundern darf, in der Franco vor allem auf Erotik setzt, was im Herstellungsjahr sicherlich nicht jedermanns Sache war. Dann bekommt man die Geschichte zweier Frauen erzählt, die extrem unterschiedlich sind, die allerdings irgendetwas verbindet. Sex und Erotik spielt hierbei, wie so häufig bei Jess, eine sehr große Rolle und steht, ohne Frage, im Mittelpunkt des Geschehens. Die Erzählweise ist sehr bildhaft und lebt von meist professionellen Kameraeinstellungen, die der Großmeister des europäischen Exploitationfilms ja nicht immer beherrscht. Farben und die psychedelische Musik spielen auch eine große Rolle und machen das Ganze zu einem besonderen Erlebnis, das auf diesem Gebiet seinesgleichen sucht.

Allerdings bieten diese verstörenden Bilder und Klänge auch Raum für Lageweile, die von fehlender Spannung unterstützt wird. Wie bereits erwähnt, gibt es so gut wie keine Geschichte in diesem Film, was einigen Cineasten sicherlich nicht liegen wird. Aber Franco hat sein eigenes Publikum, das ihn verehrt und seine Arbeit meist zu schätzen weiß.

Soledad Miranda spielt auch in diesem Streifen die Hauptrolle. Bis zu ihrem tragischen Tod war sie ja Francos Hauptdarstellerin und in einigen seiner Werke zu sehen. Sie war nicht unbedingt die begnadetste Akteurin, die Rolle der lasziven Vampirin füllt sie aber prächtig aus und mit ihrer Optik und Zeigfreudigkeit war sie wie geschaffen für diesen Film. Der Rest der Crew bleibt weitgehend unauffällig, spielt aber solide.

„Vampyros Lesbos“ ist ein bizarres Kunstwerk der 70er Jahre, das einem Drogenrausch nahe kommt, auch wenn es ab und an etwas langweilig zugeht. Freunde des Mainstreams sollten einen weiten Bogen um diesen Streifen machen!

Bewertung

Splatter Vampyros Lesbos
Spannung Vampyros Lesbos
Story Vampyros Lesbos
Ekelfaktor Vampyros Lesbos
Atmosphäre Vampyros Lesbos
Gesamt Vampyros Lesbos

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