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Nur die Quote zählt. Diese
Devise gilt auch für den kleinen englischen Fernseh-Sender. Bestes Pferd im
Fernseh- Stall ist die Moderatorin Michelle Fox mit ihrer
Kuriositäten-Show. Nicht nur ihr tiefes Dekollete, sondern vor allem ihre
packenden Reportagen rund um Aliens und Mysterien ziehen die Zuschauer
magisch an. Doch leider nehmen die Quoten in letzter Zeit rapide ab.
Da kommt die Nachricht von der
jungen Waliserin, die angeblich von Aliens entführt und geschwängert
wurde, gerade recht. Schnell ist ein Team für die Reportage vor Ort
zusammengestellt: Michelle, Kameramann und Techniker machen sich auf den Weg
zu einer kleinen Insel im dünnbesiedelten Wales. Zwischendurch gabeln sie
noch einen durchgeknallten Ufo-Experten auf. Er soll vor der Kamera sein
Fachwissen kundtun. Für alle Fälle - falls die schwangere Alien-Braut
keine gute Show abliefern sollte - sind noch die persönliche Sexbombe des
Produzenten und ein tuntiger Laien-Schauspieler mit an Bord. Sie sollen zur
Not für ein bisschen künstliche Dramatik sorgen.
Am Ziel angekommen machen die
Filmleute erst einmal Bekanntschaft mit den wilden walisischen Brüdern der
Entführten. Doch die ungehobelten Gesellen sind nicht die einzigen Furcht
erregenden Gesellen in der Gegend: Die Alien-Geschichte ist nämlich wahr!
Die altertümlichen
Steinkreise, die über die ganze Region verteilt sind, entpuppen sich als
Landeplätze für Außerirdischen. Und für die blutrünstigen Bestien
scheint auch nur die Quote zu zählen... |
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Das war ja offensichtlich:
Stonehenge, Avebury, die ganzen Steinkreise und stehenden Steine auf den
britischen Inseln sind nicht das Werk von jungsteinzeitlichen Astrologen
oder gelangweilten frühzeitlichen Architekten. Nein! - Wenn man "EVIL
ALIENS" Glauben schenken darf, dienen die steinernen Artefakte
außerirdischen Invasoren als Tankstelle für ihre Weltraum-Trips. "Das
ist ja wie eine riesige Ladestation für Handys" erkennt die dralle
Blondine im Filmteam folgerichtig, als sie das Ufo unter zuckenden Blitzen
auf den stehenden Steinen landen sieht.
Die "EVIL ALIENS"
tanken aber auf der Erde nicht nur ihre Raumschiffe auf, sie lassen auch
ordentlich die Sau raus. Die obligatorischen Menschen-Entführungen mit noch
obligatorischeren Rektal-Untersuchungen fehlen da ebenso wenig, wie
nächtliche Vieh-Zerstückelung und sonstiger "Alien-Kram". "EVIL
ALIENS" greift Erich von Dänikens Theorie der Besucher aus dem All
auf, bedient sich gleich bei einem ganzen Haufen Horror-Klassiker,
peppt das Ganze mit ein paar deftigen Splatter-Effekten auf und liefert
genau das, was einen gelungenen kurzweiligen Party-Film ausmacht: Schrägen
Humor bei einer geradlinigen Story! Bei
"EVIL ALIENS" handelt es sich um ein astreines B-Movie, bei dem
die Verantwortlichen aus ihren Mitteln das Bestmögliche rausgeholt
haben.
Regisseur und Drehbuchautor
Jake West ist mit "Evil Aliens" ein erfrischender Beitrag zum
Fun-Splatter-Genre gelungen, der zwar nicht ganz die Klasse von
Meisterwerken, wie Stuart Gordon's "Re-Animator" oder Peter
Jackson's "Braindead" erreicht, jedoch einen Vergleich mit diesen
nicht scheuen muss. Im Gegenteil: West drehte zuvor unter anderem
Kurz-Dokumentationen über Horror-Regisseure, als Bonus-Material für
DVD-Veröffentlichungen. Er hatte also gute Gelegenheiten, den Leuten vom
Fach über die Schulter zu schauen. Außerdem macht West auch gar keinen
Hehl daraus, bei seinen Vorbildern zu kopieren. Die Parallelen zu
einschlägig bekannten Filmen sind überdeutlich. Die "Invasion vom
Mars" wird da ebenso bemüht, wie "Night of the Living Dead",
Don Coscarelli's "Das Böse" und vor allem Peter Jackson's
Splatter-Granate. Damals sorgte "Herr der Ringe" - Regisseur für
ein Novum im Splatterfilm, als er den Rasenmäher zum Zombie-Häcksler
werden ließ. Jake West setzt hier noch einen drauf: Seine "EVIL ALIENS"
werden gleich mit einem Mähdrescher zu Klumpatsch gequirlt. Nebenbei kommen
auch die üblichen Handwerkzeuge wie Machete, Kettensäge und Motorsense zum
Einsatz. Gliedmaßen und Köpfe fliegen massenweise durch die Gegend, Aliens
schlüpfen glibberig aus menschlichen Körpern hervor. Splatter und Ekel,
der jedoch heillos auf komödiantische Weise übersteigert dargestellt wird.
Das Blut spritzt eimerweise - in heillos übertriebenen Mengen und zumeist
mitten in die Gesichter der Darsteller, die sichtlich Spaß bei den
Dreharbeiten hatten.
Darstellung der Charaktere ist
dann auch ein besonderes Plus des Films. Die Zusammensetzung der Filmcrew
macht besonders Spaß: Da ist die sexy Blondine, die sich vom tumben
Filmsternchen zum toughen Flinten-Weib wandelt. Dann der untalentierte
Tunten-Schauspieler. Die Kamera- und Tontechniker koksen, kiffen und
stürzen sich auf Hämorrhoiden-Kissen in die tosenden Fluten der britischen
See. Bezaubernd ist mal wieder Emily Booth, die als "Elvira"-Verschnitt
zunächst tiefe Einblicke in ihren Ausschnitt, später als Alien-Opfer tiefe
Einblicke in ihr Innenleben gewährt. Emily Booth dürfte deutschen
Horror-Fans sicherlich durch ihr Mitwirken bei Dani Filth's Vampir-Splatter
"Cradle of Fear" bekannt sein. Für Regisseur Jake West stand die
Schauspielerin schon öfters vor der Kamera, spielte unter anderem in vielen
seiner Kurzfilm-DVD-Features mit. Dann wäre da noch der unvermeidliche Nerd
im Team. Der Ufo-Freak, der beim Ausschlag seiner Energie-Sonden in Ekstase
gerät, von dreibrüstigen Alien-Schlampen träumt und im Kornkreis kniend
die Außerirdischen mit Star-Trek-Zitaten begrüßt.
Den Vogel schießen aber (im
wahrsten Sinne des Wortes) die walisischen Brüder der entführten
Alien-Braut ab. Sie würden jedem amerikanischen Redneck den Kau-Tabak
zwischen seinen drei faulen Zähnen verklumpen lassen. Rüpeln,
Fluchen, Saufen, Spucken und ganz nebenbei noch Aliens kreuzigen... Welch
ein Land, was für Männer!! "EVIL
ALIENS" macht einfach Spaß! Zwar wurde, wahrscheinlich aus
Kostengründen, leider etwas zu wenig von der wunderschönen walisischen
Landschaft gezeigt, dafür regiert aber Spaß, Spannung und Splatter!
"Bad Taste meets Akte X" verspricht das DVD-Cover. Wahrlich nicht
zuviel versprochen...
Fazit: Genialer Fun-Splatter!
Zwar kein zweiter "Braindead", jedoch mit Potenzial zum
KULTFILM! |