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Der schüchterne spießige Adam ist unterwegs
zur Hochzeit seiner Ex-Freundin, um diese eventuell noch von ihrem Vorhaben
abzubringen und für sich zurückzugewinnen. Eher unfreiwillig nimmt er
seinen vorlauten und unkonventionellen Kumpel Harley mit. Unterwegs
passieren plötzlich merkwürdige Dinge: Ein Leichenwagen bremst sie beinahe
aus. Dann taucht plötzlich ein gewaltiger Monster-Truck auf und versucht
sie von der Straße abzudrängen.
Als die beiden an einer Tankstelle eine Rast einlegen, taucht der Truck
erneut auf, und Adam kann einen Blick auf dessen unheimlichen Besitzer
werfen, ein degeneriertes Wesen, anscheinend direkt aus der Hölle. Im
Fernsehen erfahren sie zudem von einem blutigen Ritualmord, offensichtlich
von eben diesem Monster verübt. Panikartig setzen die beiden ihre Fahrt
fort, immer in der schrecklichen Gewissheit, dass ihnen der mordlüsterne
Fremde auf den Fersen ist. Einziger Lichtblick bei dieser Tour de Force
scheint die wunderschöne Anhalterin Sarah zu sein, die sich zu den beiden
gesellt und den beiden gehörig den Kopf verdreht.
Als die drei in eine merkwürdige Kleinstadt kommen, in der sämtliche
Einwohner auf irgendeine Art und Weise verstümmelt sind, wissen sie, dass
sie sich der Höhle des Löwen genähert haben. Und der Monster Man wartet
schon auf sie... |
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Da bist Du platt!!!
Die Vorliebe des amerikanischen Volks für Unterhaltung der etwas
merkwürdigeren Art, ist wohl eines der wenigen letzten ungelösten Rätsel
der Menschheitsgeschichte. Da verbringen z.B. schon vorpubertierende Kiddies
stundenlang vor dem Fernseher, um sich enthusiastisch irgendwelche
catchenden Muskelprotze in abgesprochenen Show-Kämpfen anzusehen. Und was
den Teenies ihre Kraftmeier, sind den tumben „erwachsenen“
Durchschnittsamerikanern der Landbevölkerung (im Volksmund auch „Rednecks“
genannt...) die Kampfkolosse auf vier Rädern: Dröhnende Monstertrucks mit
überdimensionalen Reifen, die über kleine unschuldige Autos hinwegwalzen
wie die kanadische Eishockey-Nationalmannschaft über eine japanische
Auswahl. Goliath matscht David platt, Schrottpressen als Showattraktion: Das
zeugt nicht gerade von den hohen Ansprüchen der Zuschauer, scheint aber
für viele Rednecks eben DER Freizeitspaß neben NRA und Ku-Klux-Klan zu
sein...
Was würde sich da also besser anbieten, als diese beiden Themen „Monstertruck-Mania“
und „Rednecks“ für einen Horrorfilm zu verarbeiten!!!
„Monster Man“ macht dieses sehr geschickt, verzichtet auf übermäßige
Mad Max- Verfolgungs- Action oder Autoschrott-Orgien, wie sie eigentlich von
Filmen ähnlicher Thematik her bekannt sind, sondern lebt eher von der
spannenden und dramatischen Geschichte.
Und dazu gehört u.a. auch die wirklich gelungene Einführung der
Charaktere:
Die beiden Freunde könnten unterschiedlicher nicht sein:
Auf der einen Seite Adam, der ultra-spießige ruhige Typ, der nie ein Risiko
eingeht, sogar beim Ausweichen eines toten Tieres auf der Straße noch den
Blinker setzt und sich vor Betreten einer Tankstellentoilette extra
Schutzstulpen aus Gummi über seine Schuhe zieht. Auf der anderen Seite der
vorlaute Harley, der nie seine Klappe halten kann, sogar in den finstersten
Redneck-Kneipen lautstark über die anwesenden Gäste lästert und fast
ununterbrochen seine Gedanken kundtut, die vornehmlich um Themen wie Sex,
Sex, Sex und das andere Geschlecht kreisen. So philosophiert er z.B. beim
Anblick einer reizenden jungen Dame über den Zusammenhang zwischen der
Intimfrisur einer Frau und deren Fähigkeiten im Bett. In einer anderen
Szene, als die beiden Freunde am Wegesrand ein Grab eines Unfallopfers
entdecken, stellt sich ihm vordringlich die Frage, ob bei toten Frauen mit
künstlichen Brüsten die Silikonimplantate mit verrotten, oder ob die
Gerippe nun auf ewig einen üppigen Vorbau haben...
Kein Wunder, dass dem schüchternen Adam das Auftreten von Harley teilweise
mehr als peinlich ist...
Das Rätsel um die Identität des Monster Man bleibt lange ungelöst. Er
taucht einfach so aus dem Nichts auf, hetzt die beiden Freunde mal eben mit
seinem Truck ein bisschen über die Straße, um dann ebenso spurlos wieder
zu verschwinden. Ein subtiler Schrecken der Landstraße...
Zwar hat der Film zwischendurch mal den ein oder anderen dramaturgischen
Hänger, insbesondere bei der Romanze zwischen Sarah und Adam.
Dafür wird der Zuschauer aber zum Schluss hin vollkommen entschädigt!!
Das Ende wartet mit einer wunderschön eindringlichen Atmosphäre,
nervenzerreißenden Spannung, einigen deftigen Splattermomenten und einer
ziemlich unerwarteten Auflösung der Geschichte auf.
Parallelen zu einigen bekannten Horror-Vertretern sind ziemlich
offensichtlich: So erinnert der Monster Man mit seiner maskenartigen
zusammengeflickten Fratze u.a. an Leatherface aus Tobe Hoopers Meisterwerk
„Texas Chainsaw Massacre“ (USA, 1974), wobei ihm hier als Mordwerkzeug,
nicht die Excalibur-Kettensäge, sondern ein gewaltiger Monster-Truck dient,
mit dem er seine Opfer zu Tode hetzt bzw. in Grund und Boden malmt
(letzteres wird zur Freude der Gorehounds unter den Zuschauern dann auch
mehr als einmal ausgiebig in Szene gesetzt...)
Die ohnehin schon sehr stimmungsvoll spannende Atmosphäre (nur vereinzelt
durch einige Sprüche und Schoten der beiden ungleichen Freunde
aufgelockert) erreicht gegen Ende des Films ihren Höhepunkt, wenn die
Gefährten z.B. mit ihrem Wagen in eine Geisterstadt in bester
Wildwestmanier gelangen, in der merkwürdige Skulpturen wie Vogelscheuchen
aufgestellt sind, oder sie sich in einem Pub umsehen und verwundert und
schockiert feststellen, dass sämtlichen Gästen irgendwelche Gliedmaßen
fehlen...
Der sehr krude Schlussteil hätte auch aus Doktor Satans „Haus der 1000
Leichen“ (Rob Zombie, 2003) persönlich stammen können. Mehr sei an
dieser Stelle allerdings nicht verraten...
Der Film war der Abräumer auf dem Fantasy Film Festival 2003!!! Nicht zu
Unrecht!!
Fazit: Extrem unterhaltsamer Roadmovie-Splatter. Ein weiterer Beweis, dass
der moderne Horror-Film noch viele schöne Überraschungen parat hat!!! |