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Es scheint, als
seien die Abenteuer für das Ehepaar Rick (Brendan Fraser) und Evelyn
O'Connell (Maria Bello) endgültig vorbei. Nach ihrer früheren Tätigkeit
als Archäologen, bei der sie es zwei Mal mit einer untoten Mumie zu tun
bekamen, sowie nach ihrer Arbeit als Spione im zweiten Weltkrieg, genießen
sie nun auf ihrem britischen Landsitz den wohlverdienten Ruhestand. Derweil
ist ihr mittlerweile erwachsener Sohn Alex (Luke Ford) fleißig dabei, den
Eltern alle Ehre zu machen, hat er sich doch nach China begeben, um dort die
Ausgrabungen des Grabmals des legendären Drachenkaisers Han (Jet Li) zu
leiten. Tatsächlich wird er dabei auch fündig und stößt in den Tiefen
der Pyramide auf den mumifizierten Herrscher.
Als
Rick und Evelyn kurz darauf gebeten werden, ein sehr wertvolles Amulett nach
Shanghai zu bringen, ahnen sie noch nicht, dass sie damit Teil einer groß
angelegten Verschwörung werden. Der Edelstein dient einzig zu dem Zweck,
den Drachenkaiser wieder zu erwecken, der vor 2000 Jahren von der Zauberin
Zi Yuan (Michelle Yeoh) mitsamt seiner 10.000 Mann starken Armee versteinert
wurde. Natürlich kommt es, wie es kommen muss und die Mumie wird durch ein
Ritual wieder zum Leben erweckt, fest entschlossen, seine Armee von ihrem
Fluch zu befreien und so die gesamte Menschheit zu versklaven. Wie in alten
Zeiten ist es nun an Rick, Evelyn, Alex und dem in Shanghai arbeitenden
Jonathan (John Hannah), dem Untoten den Garaus zu machen. Unterstützung
erhalten sie dabei von Alex' neuer Freundin, der mysteriösen Lin (Isabella
Leong). Die Verfolgung des mächtigen Drachenkaisers führt die Gruppe nicht
nur durch staubige Wüsten, sondern sogar bis an die Spitze des Himalaja... |
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Wenn Filme in
Hollywood den Rubel rollen lassen, dann sind Fortsetzungen im Normalfall so
sicher wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche. Der 1999 erschiene
Sommer-Blockbuster "Die Mumie", der als loses Remake zu dem
gleichnamigen Universal-Klassiker mit Boris Karloff aus dem Jahre 1932
betrachtet werden darf, spielte weltweit über 400 Millionen Dollar ein und
eignete sich zudem hervorragend für den Start eines neuen Franchises,
weshalb weiteren Teilen nichts mehr im Weg stand. Zuerst folgte zwei Jahre
später das erste Sequel mit dem Titel "Die Mumie kehrt zurück",
der einen Großteil des aus dem ersten Film bekannten Casts zurückbrachte
und die Geschichte überaus geschickt fortführte. Auch diesem Werk war
damals ein Erfolg vergönnt, weshalb nur ein Jahr später die nächste
Fortsetzung in den Startlöchern stand. Diese trug den Titel "The
Scorpion King" und war eher als Spin-Off zu den eigentlichen
"Mumien"-Filmen anzusehen.
Nach diesem Werk
sollte es 6 Jahre dauern, bis erneut vertrocknete Mumien und heißer
Wüstensand Einzug in die Lichtspielhäuser der Welt halten sollten. Doch
mit "Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers" erschien nun im
Blockbuster-Sommer 2008 endlich der offizielle, dritte Mumien-Film. Von
vielen wurde dieses Projekt allerdings schon während der Produktion
kritisch beäugt, fand doch ein Regie-Wechsel statt, der Stephen Sommers,
welcher die ersten beiden Teile inszenierte, von seinem Posten entband und
stattdessen Rob Cohen an Bord holte. Dies ist aber noch nicht alles, denn
Cohen hatte mit Filmen wie "Dragonheart", "Daylight" und
"The Fast and the Furious" schon so manchen Blockbuster gedreht,
vielmehr erschienen noch weitere, unheilvolle Omen. Was die Fans vielmehr in
Unmut versetzte, war der Szenariowechsel von Ägypten nach China, sowie die
Ersetzung von Rachel Weisz durch Maria Bello. Nachdem Weisz nach einem Blick
auf das Drehbuch ihr Desinteresse an dem Werk verkündete, musste schnell
Ersatz gefunden werden, weshalb Brendan Fraser und John Hannah die Einzigen
waren, die mittlerweile von der Urbesetzung des ersten Teils noch übrig
sind.
"Die Mumie -
Das Grabmal des Drachenkaisers" bekam im Laufe der Zeit so einige
Steine in den Weg gelegt und dazu gehören auch die vielen schlechten
Kritiken, die ihn gleich nach Erscheinen förmlich in der Luft zerrissen.
Und auch, wenn es sich bei dem dritten Teil sicherlich um den schwächsten
der Reihe handelt, so muss in gewisser Hinsicht doch eine Lanze für den
Streifen gebrochen werden, denn ganz so schlecht, wie er derzeit gerne
einmal hingestellt wird, ist er dann doch nicht. Letztendlich will ein Film
wie "Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers" ohnehin nicht
mehr sein als realitätsfremdes Popcornkino für die ganze Familie, das
einen für gute 2 Stunden aus dem Alltag holt und solide Unterhaltung
bietet. Dies gelingt dem Werk an und für sich überaus gut. Erst im
direkten Vergleich mit den Vorgängern offenbaren sich so manche Schwächen,
die großteils auf das schwache Drehbuch zurückzuführen sind.
Nach dem zweiten
Teil war klar, dass in einem eventuellen, weiteren Sequel ein neuer Wind
wehen musste. Nach zwei Auftritten war die Figur des untoten Hohepriesters
Imhotep langsam etwas ausgelutscht, weshalb die die Produzenten und
Drehbuchschreiber ihre Augen nach Alternativen offen halten mussten. Diese
fanden sie dann sogleich im alten China, dessen Historie voll von
bedeutenden Kaisern und Herrschern war. So liegt der im Film gezeigten Figur
des Kaisers Han der "erste erhabene Gottkaiser von Qin", Qin
Shihuangdi, zugrunde, einer der Begründer der chinesischen Qin-Dynastie.
Auch, wenn sich viele Fans anfangs enttäuscht zeigten angesichts des
Wechsels nach China, so muss doch gesagt werden, dass der Film den Stil der
vorherigen Teile beibehält. Zuerst bekommt der Zuschauer in einer
Vorgeschichte des Treiben des Kaisers Han gezeigt, bevor dieser dann mitsamt
seiner Armee verflucht wird. Der Rest erklärt sich von selbst: Die
O'Connell's erwecken Han wieder zum Leben und müssen sich der Mumie
stellen, andernfalls droht das Ende der Welt.
Das wirkt ebenso
vertraut wie die Tatsache, dass "Die Mumie - Das Grabmal des
Drachenkaisers" nicht sonderlich lang braucht, um aus den vollen zu
Schöpfen. Ein Budget von 150 Mio. US-Dollar stand Cohen und seiner Crew zur
Realisierung des Streifens zur Verfügung und das merkt man dem Werk auch
an. Sobald die Action einmal ins Rollen gebracht wurde, hält sie pausenlos
an und serviert dem Publikum eine hochexplosive Verfolgungsjagd durch eine
chinesische Stadt, ein wahnwitziges Gefecht im Himalaja, bei dem auch
diverse Yetis mitwirken, sowie eine große Schlacht zweier untoter Armeen.
CGI wurde in diesem Film gerne und oft verwendet, was aber nicht als
Kritikpunkt angebracht werden kann. Schon "Die Mumie kehrt
zurück" strotzte seinerzeit vor CGI-Effekten, welche ihre digitale
Herkunft sogar nicht einmal so gut verschleiern konnten, wie es denen in
"Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers" gelingt.
Zwischen all den
Actionszenen gibt es die gewohnt lässigen Sprüche der Familie O'Connell,
die das Geschehen zu jedem Zeitpunkt etwas erheitern. So weit klingt das
alles noch recht überzeugend, allerdings birgt der Film vieles, was in der
B-Note nicht so recht zünden will oder einfach deplaziert wirkt. Gerade der
Humor ist dabei eine außerordentlich zweischneidige Angelegenheit. Ein paar
wenige Gags sind gut getimt und wirklich amüsant, ein Großteil jedoch ist
meilenweit vorhersehbar und ein paar wenige wirken sogar richtig peinlich.
So fragt sich der Zuschauer schon, wieso er nun Brendan Fraser aka Rick beim
Fliegenfischen zusehen darf, der dabei eine Slapstick-Einlage nach der
anderen abzieht, oder wieso Evelyn in einer herrlich unpassenden Szene einen
Schwertkampf nachahmt und dabei beinahe ihren Butler ermordet. Soll uns mit
diesen Scherzen die Langeweile verdeutlicht werden, die das Ehepaar
O'Connell im Ruhestand plagt oder ist es tatsächlich das, was die Autoren
unter treffsicherem Humor verstehen? Und was hat es überhaupt mit diesen
Yetis auf sich, die in einer Szene plötzlich auftauchen und ohne Erklärung
wieder verschwinden, nachdem sie nach einem gewonnen Kampf gegen die
Schergen Han's all zu menschlich in die Hände klatschen und sich freuen
dürfen? Eines steht fest: Den sonstigen Ton des Films treffen diese Szenen
in keinster Weise.
Auch an und für
sich wirken die Charaktere eindimensional und längst nicht mehr so
sympathisch wie in den Vorgängern. Brendan Fraser und John Hannah gelingt
es noch einigermaßen passabel, ihre Figuren aus den vorangegangenen Werken
in den dritten Teil zu transportieren, doch insbesondere Evelyn und Alex
wirken wie zwei Fremdkörper innerhalb des Geschehens. In beiden Fällen ist
dies verständlich, da bei Evelyn aufgrund von Rachel Weisz' Ausstieg nach
einem Ersatz gesucht werden musste und Alex alleine schon altersbedingt von
einem neuen Schauspieler gespielt werden sollte. Doch so sehr man sich auch
bemüht, es will einem einfach nicht gelingen, Maria Bello plötzlich als
Evelyn O'Connell anzunehmen, zu einnehmend und individuell verkörperte
Weisz in den Vorgängerfilmen ihre Rolle. Luke Ford macht seine Sache als
Alex für sich betrachtet zwar ordentlich, wirkt aber fast schon zu alt für
diese Rolle. Kein Wunder - der Altersunterschied von Fraser und Ford
beträgt nur 13 Jahre.
Leider ist dies noch
nicht das Einzige, was "Die Mumie - Das Grabmal des
Drachenkaisers" einen leicht faden Beigeschmack verleiht. Eine wirklich
brauchbare Dramaturgie will sich zu keinem Zeitpunkt im Film einstellen,
wirkliche Spannung sucht man vergebens. Es ist stets klar, auf welche Weise
eine Problematik ausgehen wird und wie sich dieses und jenes Rätsel im
Endeffekt lösen. Der wahre Hintergrund von Alex' Freundin Lin ist eben so
schnell entschlüsselt wie der Weg zu Han's Vernichtung. Zu diesem muss
ohnehin gesagt werden, dass er im Vergleich zu Imhotep einen durchaus
blassen Eindruck macht und der Rolle des Bösen nur wenig bedrohliche
Präsenz verleihen kann. Jet Li ist ein großartiger Schauspieler, doch in
dieser Rolle wirkt sein Potential beinahe schon verschenkt. Die meiste Zeit
über darf die Mumie gar nicht aktiv ins Geschehen eingreifen und wenn dies
dann doch mal geschieht, dann zeigt Li hinsichtlich seiner Kampfkünste nur
ein Bruchteil dessen, zu was er noch in der Lage wäre.
Letzten Endes darf
zusammengefügt werden, dass aus "Die Mumie - Das Grabmal des
Drachenkaisers" nicht der desaströsen Totalreinfall wurde, zu dem der
Film von vielen Kritikern gerne mal gemacht wird. Im Großen und Ganzen
handelt es sich hierbei noch immer um brauchbares Popcorn-Entertainment, das
gerade im Kino den Zweck erfüllt, zu dem es geschaffen wurde. Es unterhält
ordentlich. Es ist davon auszugehen, dass sich die Mankos, die sich hinter
all den protzigen CGI-Effekten und den Actionszenen verstecken, fernab der
großen Leinwand noch weitaus schneller entlarven, weshalb man sich dieses
Werk, wenn überhaupt, schon im Kino ansehen sollte. An und für sich ist
"Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers" kein schlechter Film,
doch im Vergleich mit den Vorgängern lässt sich ein eindeutiger
Qualitätsabfall nicht verleugnen. Wie dem auch sei, für einen Kinobesuch
mit der Familie reicht es noch aus, doch den vorderen Platz des
diesjährigen Sommer-Blockbuster nimmt der dritte Teil der
"Mumien"-Reihe nicht ein, da steht er weit im Schatten von
"The Dark Knight".
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