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Die
beiden Jugendlichen Kerry (Arjay Smith) und Justin (Branden Nadon)
verbringen ihre Freizeit meist mit Videospielen und wissen ansonsten eher
wenig mit sich anzufangen. Als sie eines Tages mal wieder die Langeweile
plagt, kommt ihnen die wahnwitzige Idee, endlich mal einen richtigen Toten
sehen zu wollen und so begeben sie sich nachts zum örtlichen
Bestattungsunternehmen, in dem Justins Cousin arbeitet. Nachdem sie sich
Zutritt in das Gebäude verschafft haben, bekommen es die Beiden bald mit
der Angst zu tun, als urplötzlich eine unheimliche Orgelmusik ertönt.
Etwas viel schlimmeres offenbart sich ihnen allerdings mit dem Fund einer
noch frischen Leiche, die auf das Konto eines Vampirs geht, dessen Durst
für diese Nacht noch immer nicht gestillt ist. Bei ihrer Flucht fällt
Kerry dem Blutsauger zum Opfer, während Justin in letzter Sekunde die
Flucht gelingt. Vollkommen verängstigt begibt er sich nach Hause, wo Kerry
schon bald merkwürdig verändert auftaucht und um Einlass bittet... |
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Einer der Vorteile
der "Masters of Horror"-Serie, zu der bekannte Horror-Regisseure
jeweils einen eigenständigen, gut einstündigen Film abliefern, ist die
ungezwungene Herangehensweise, mit denen die Drehbuchautoren zu Werke gehen
können und somit schon des öfteren gänzlich neue Ideen zu Papier gebracht
haben. Da mag es den einen oder anderen vielleicht etwas überraschen, dass
in "The V Word", dem dritten Beitrag zur zweiten Staffel, eine
klassische Vampirgeschichte erzählt wird. Für dieses Werk wurde Ernest R.
Dickerson auf den Regiestuhl eingeladen, der vor einiger Zeit mit
"Ritter der Dämonen" sein Genre-Talent unter Beweis stellte. Das
Drehbuch zu "The V Word" wurde hingegen von Mick Garris
geschrieben, seines Zeichens Hauptverantwortlicher der "Masters of
Horror"-Reihe.
Eine der Intentionen
von "The V Word" ist schnell ersichtlich. Hier wird nicht
großartig versucht, das Rad neu zu erfinden, vielmehr erzählt der
Horror-Shortie all das, was man als Genre-Liebhaber schon kennt. Natürlich
war den Machern diese Tatsache bewusst, weshalb sie sie mit
Unterhaltungswert und einem ordentlichen Blutgehalt zu überspielen
versuchen. Dies gelingt zu weiten Strecken ganz passabel, da "The V
Word" sein Publikum durchgehend bei Laune hält. Des weiteren handelt
es sich hierbei um eine der Folgen, die man wohl noch am ehesten mit einer
klassischen Horror-Kurzgeschichte à la "Geschichten aus der
Gruft" in Verbindung bringen würde. Alles, was diese Folge benötigt,
ist ein Vampir und zwei Jugendliche - Ernest R. Dickerson und Mick Garris
bewiesen somit, dass man auch aus grundsätzlich wenig noch einiges
herausholen kann.
Grob gesprochen
lässt sich "The V Word" in zwei Hälften aufteilen, von der die
erste ganz klar die stimmigere ist. Zuerst lernen wir dabei die 17 jährigen
Videospielfreaks Kerry und Justin kennen, die sich ihre Zeit am liebsten mit
Shootern wie DOOM 3 vertreiben. Sehr spontan kommt ihnen eines Tages der
Einfall, eine echte Leiche sehen zu wollen, weshalb sie sich des Nachts zu
einem Bestattungsunternehmen begeben, in dem zu dem Zeitpunkt ein Vampir
sein Unwesen treibt. Zugegeben, etwas flach mag diese Story bisweilen schon
erscheinen, dennoch weiß die Atmosphäre zu überzeugen. Das schaurige und
dunkle Bestattungsunternehmen
sorgt alleine schon für Gänsehaut, doch als dann noch der Vampir auftaucht
und die Jugendlichen durch die düsteren Korridore des Hauses verfolgt,
warten die Verantwortlichen gleich mit der spannendsten Szene des gesamten
Films auf.
Schade, dass Garris
und Dickerson die erste Hälfte nicht weiter ausbauen wollten, denn im
zweiten Part geht ein Großteil der Spannung verloren. Nachdem Kerry in
einem Vampir verwandelt wurde, sucht er kurz darauf Justin auf, um diesem
das selbe Schicksal zuteil werden zu lassen. Fortan sehen wir den
Jugendlichen, der eine ständige Bedrohung für seine Familie darstellt, um
sein Schicksal hadern, bis er sich letztendlich Mr. Chaney, dem Vampir aus
dem Bestattungsunternehmen, stellt. Die zweite Hälfte eröffnet also einen
vollkommen neuen Erzählstrang und gibt die Story ungewöhnlicherweise aus
der Sicht eines frisch verwandelten Vampirs wieder, was zwar als
interessante Alternative betrachtet werden darf, nicht aber an die Spannung
der ersten 25 Minuten heranreicht.
Die Inszenierung
dieser Oldschool-Horrorgeschichte ist stimmig und düster geraten,
gesplattert wird zuweilen auch ganz ordentlich. Von einigen aufgerissenen
Kehlen, bis zu einer blutigen Enthauptung wartet "The V Word" mit
soliden Effekten auf, welche sich gut in die Story einfügen und nicht nur
als Mittel zum Zweck herhalten mussten. Auch die Schauspieler machen ihre
Sache allesamt sehr ordentlich, allen voran ist natürlich der mit Abstand
bekannteste Namen im Cast, Michael Ironside, zu nennen. Dieser spielt als
Vampir Mr. Chaney zwar eher zurückhaltend, darf aber auch hier seine
berühmte Ausstrahlung zum Tragen kommen lassen. Ihm gegenüber stehen die
Nachwuchs-Akteure Arjay Smith und Branden Nadon, die ihre Figuren glaubhaft
erscheinen lassen und nicht zwingend wie die typischen Klischee-Tenager
erscheinen.
"The V Word" gehört zwar nicht an die Spitze aller "Masters
of Horror"-Episoden, reiht sich aber in ein solides Mittelfeld ein.
Erzählt wird eine klassische Vampirgeschichte, die vor allem in der ersten
Hälfte mit Spannung und Atmosphäre aufwartet, während in der zweiten
vermehrt auf blutige Splatterszenen gesetzt wurde. Dieser plötzliche
Umschwung erscheint etwas gewöhnungsbedürftig, nimmt "The V
Word" aber dennoch nicht seinen Unterhaltungswert. Fürs einmalige
Ansehen reicht diese Folge absolut aus. |