Spookies – Die Killermonster

Spookies - Die Killermonster

Informationen

OT:Spookies

ca.81 Minuten

Niederlande, USA 1986

Regie

  • Genie Joseph
  • Thomas Doran
  • Brendan Faulkner
Darsteller

  • Nick Gionta
  • Lisa Friede
  • Joan Ellen Delaney
  • Felix Ward
  • u.a.

Spookies - Die Killermonster

Story

Eine Gruppe junger Leute fährt eines Nachts auf der Suche nach der nächstbesten Party ziellos umher. Als sie ein altes, scheinbar verlassenes Anwesen inmitten eines Friedhofes entdecken, ändern sie ihre Planung kurzerhand und lassen sich in dem mysteriösen Haus nieder. Dort kommt es dann bald zu allerhand unheimlichen Ereignissen: Ein Witchboard hält drohende Nachrichten für die Teens bereit und eine von ihnen weist plötzlich beunruhigende Anzeichen von dämonischer Besessenheit auf. Dies ist jedoch nur der Startschuss für eine Nacht des Schreckens, denn kurz darauf tauchen wie aus dem Nichts zahlreiche, scheußliche Monster auf, welche die Jagd auf ihre Opfer eröffnen und ihnen jede Möglichkeit zur Flucht verwehren. Als die verängstigen Teens kurz darauf herausfinden, dass ein böser Hexenmeister hinter den schauerlichen Ereignissen steckt, der in dieser Nacht seine tote Braut wieder zum Leben erwecken will, ist es beinahe schon zu spät…

Kritik

Die 80er waren ohne Frage das goldene Zeitalter des Horrorfilms. Während heute überwiegend einfallslose Folter das Gesamtbild des Genres bestimmt, war es damals noch von den kuriosesten Einfällen durchlaufen und brachte viele B-Movies hervor, die heute als Klassiker gefeiert werden. Das 1986 erschienene Horror-Spektakel "Spookies" hätte unter besseren Umständen ohne Frage auch das Zeug zu einem solchen Status gehabt, blieb jedoch aufgrund einiger Komplikationen bei den Dreharbeiten, die sich fatal auf das Endresultat auswirken sollten, letztendlich weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Irgendwann verschwand der Streifen dann in der Versenkung und ist heute nur noch wenigen Genre-Fans bekannt. Die Hintergrundgeschichte dieses Films ist beinahe ebenso kurios wie er selbst. Ursprünglich sollte der Streifen von dem Trio Thomas Doran, Brendan Faulkner und Frank M. Farel unter dem Titel "Twisted Souls" gedreht werden, doch nachdem diese letztendlich einen Cut von beinahe drei Stunden vorlegten, wurden sie von dem Produzenten Michael Lee gefeuert und durch Eugenie Joseph ersetzt, welche das Fiasko wieder zurechtbiegen sollte. Von den vorliegenden drei Stunden Material ließen sich jedoch bestenfalls 40 Minuten verwenden, was erneute Nachdrehs verlangte. Hier traten dann wieder Probleme auf, da beinahe der gesamte, ursprüngliche Cast aus dem Freundeskreis der vorherigen Regisseure stammte und sich nun natürlich weigerte, erneut an dem Projekt zu arbeiten. So war Joseph gezwungen, ein komplett neues Drehbuch zu schreiben und sozusagen einen zweiten Film zu drehen, in den später die bereits vorliegenden Szenen integriert wurden. Das Ergebnis wurde dann in "Spookies" umbenannt und dürfte wohl zu den eigenartigsten Horror-Machwerken der 80er zählen. Dass der Film aus zwei unterschiedlichen Werken zusammengefügt wurde, ist ihm leider nur all zu deutlich anzusehen und macht ihn zu einem einzigen kruden Spektakel der Unstimmigkeiten und unfreiwilligen Lachern. Die verwendeten Monsterszenen aus den Aufnahmen zu "Twisted Souls" mussten in eine neue Rahmenhandlung gebettet werden und so griff man kurzerhand auf die allseits bekannten und beliebten Teenager zurück, die auf der Suche nach Party und Abenteuer gerne mal in eine ungemütliche Situation stapfen. Lacher erzeugt hier allerdings schon die Tatsache, dass die Schauspieler längst aus besagtem Alter raus sind und sich alle um die 30 bewegen, was ihre Rollen nicht gerade glaubhaft macht. Was die Charaktere zudem dazu treibt, ausgerechnet in ein altes Anwesen inmitten eines Friedhofes einzusteigen, wird wohl das Rätsel der Drehbuchverantwortlichen bleiben. Ebenso lachhaft erscheint die Intro-Szene, in der ein kleiner Junge von zu Hause fortläuft, weil seine Eltern seinen Geburtstag vergessen haben. Zufälligerweise landet er daraufhin ausgerechnet in dem Anwesen und findet dort eine einladende Geburtstags-Dekoration vor, was ihn natürlich zu der Annahme bringt, das seine Eltern heimlich eine Überraschungsparty auf einem Friedhof organisiert haben. Da sich den ganzen Film über alle Charaktere derart blöd und unerklärlich verhalten, dürfte klar sein, wie es sich seitens der Zuschauer mit der Identifikation verhält, eine solche findet nämlich nicht statt. Gäbe es einen Preis für den unschlüssigsten und zusammenhanglosesten Film aller Zeiten, "Spookies" hätte ernsthafte Chancen auf den ersten Platz. Kaum ein Handlungsverlauf oder eine Szene will sich so recht erklären lassen. Wenn ein Pärchen etwa in den dunklen Keller geht, um es auf dem schmutzigen Boden krachen zu lassen und plötzlich furzende Zombies auftauchen, dann fragt man sich schon, was die Verantwortlichen sich dabei gedacht haben. Auch die Intention des Bösewichts, des Hexenmeisters Kreon, bleibt im Grunde verborgen. Zwar möchte er um jeden Preis seine tote Braut wiedererwecken, doch als ihm dies gelingt, hat sie nichts Besseres zu tun, als ihm einen Schraubenzieher in die Stirn zu rammen. Ja, das muss wahre Liebe sein. Glücklicherweise sieht es bei diesem Film nicht in allen Belangen derart finster aus. Womit "Spookies" voll und ganz punkten kann, sind die eindrucksvollen Monsterkreationen und deren visuelle Darstellung. Dass der Ursprung der Geschöpfe dabei zu keinem Zeitpunkt erklärt wird stört kaum, wenn plötzlich Zombies, Riesenspinnen, Spookies (kleine, schlangenartige Wesen) und vielerlei Gestalten mehr vor die Kamera treten. Die Creature-Effects sind allesamt eindrucksvoll und können sich problemlos mit jedem anderen Horrorfilm der damaligen Zeit messen, auch Hollywood hätte anno 1986 keine besseren Monster auf die Beine stellen können. Wenn man dann noch bedenkt, dass "Spookies" gerade mal eine halbe Million Dollar zur Verfügung hatte, dann wird schnell klar, wofür ein Großteil des Budegts aufgebraucht wurde und das anschließend für gute Schauspieler oder ein vernünftiges Drehbuch nicht mehr viel übrig war. Wer an schleimigen und zahlreich auftretenden Monstern seine Freude hat, wird an "Spookies" jedenfalls nicht vorbeikommen. Das Highlight ist dabei eine attraktive Frau, die sich eindrucksvoll in eine gigantische und abstoßende Spinne verwandelt und als solche ihr gefanges Opfer regelrecht aussaugt. Es sind einzig und allein diese Szenen, die "Spookies" sehenswert machen, alles andere ist so befremdlich und unfreiwillig komisch, dass es bestenfalls noch als Trash durchgehen würde. Wo man bei den Monster-Effekten groß auftrumpfte, sind die "menschlichen" Dämonen sehr billig geraten, der Sohn von Kreon beispielsweise ist lediglich ein blau bemaltes Kind, dem man ein Plastik-Vampirgebiss zwischen die Zähne schob. Auch die Schauspieler wirken in ihren Rollen hilflos überfordert und sind zudem viel zu alt, als dass man ihnen die obligatorischen Teens abnehmen würde. Bei der Charakterzeichnung hat derweil auch gnadenlos der Trash-Hammer zugeschlagen, so erwartet den Zuschauer beispielsweise ein Spinner mit Handpuppe oder ein Pseudo-Draufgänger, der in viel zu enges Leder gehüllt wurde und den ganzen Film über nur Nonsens von sich gibt.

"Spookies" ist eine filmische Katastrophe auf der einen, ein sympathischer Monster-Trash auf der anderen Seite. Während die Story in ihren Grundzügen keinerlei Sinn ergibt, absolut holprig und sprunghaft erzählt wird und nicht selten für fragende Gesichter sorgt, reißen vor allem die liebevoll und zahlreich in Szene gesetzten Monster noch einiges herum, die zwar nicht für Massen an Blut, dafür aber für einen gewissen Schleim- und Ekelfaktor sorgen dürfen. "Spookies" ist zudem ein durchaus zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Relikt der 80er, das ebenso viel Trash und Unbeholfenheit versprüht, wie es auf der anderen Seite Spaß macht und zu unterhalten weiß. Für Fans von nostalgischen B-Monstermovies.

Bewertung

Splatter Spookies - Die Killermonster
Spannung Spookies - Die Killermonster
Story Spookies - Die Killermonster
Ekelfaktor Spookies - Die Killermonster
Atmosphäre Spookies - Die Killermonster
Gesamt Spookies - Die Killermonster

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