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“...turning our children into hooligans and
whores...”
Wir befinden uns in den USA 1936. Um auf die Gefahren der Modedroge
Marihuana aufmerksam zu machen, wird von der Schulbehörde ein Abgesandter
zu allen Schulen geschickt, der mittels eines Filmes die furchtbaren
Auswirkungen und Gefahren erläutern soll. Alle Begebenheiten dieses
Filmchens sind natürlich “wahr“ und ganz genauso passiert:
Musterschüler Jimmy Harper, politisch engagiert, sehr hilfsbereit und
überaus nett, ist gerade mit seiner Traumfrau Mary Lane zusammengekommen.
Beide sind noch sehr unschuldig und unerfahren, lieben Shakespeare und haben
keinerlei unreine Gedanken. Alles scheint nahezu perfekt! Doch Mary Lane
möchte mit ihrem Jimmy zusammen an einem Tanzwettbewerb teilnehmen. Aber
der Gute kann leider nicht tanzen, sie dafür umso besser. Jimmy bekommt
Angst sie dadurch zu verlieren. In einer Bar sieht Jimmy schließlich einen
Fremden, der phantastisch tanzen kann. Sie kommen ins Gespräch, und der
Fremde – Jack Stone, verspricht ihm innerhalb kürzester Zeit das Tanzen
beizubringen. Jack nimmt ihn mit in sein Haus, wo Jimmy noch dessen „Freunde“
Mae, Miss Poppy und Ralph kennen lernt. Diese verleiten ihn schließlich zu
seinem ersten Joint.
Von nun an wird alles anders: Jimmy verändert sich sichtlich, wird süchtig
nach der Droge. Er kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, bis er eines
Nachts einen Mann anfährt und tötet. Jimmy will aussteigen aus der
Drogenwelt und macht sich auf den Weg, um sich von seiner Geliebten zu
verabschieden. Doch er wird von Jack Stone abgefangen und wieder in dessen
Haus geführt, wo er erneut dem Rausch erliegt. Seine Liebste folgt ihm
jedoch zu dem Haus und macht Bekanntschaft mit Ralph, der sie ebenfalls zum
Drogenkonsum verführt. Die Geschichte eskaliert… |
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Eines gleich vorweg: Bei dem Film handelt es
sich um die Musical-Fassung des 1936 verfilmten Propagandafilmchens von
Louis J. Gasnier. Da ich diesen Film nicht kenne, kann ich dazu auch nichts
weiter sagen…Egal, denn hier soll es ohnehin eher um das Musical über den
Film gehen. 2004 durfte sich Andy Fickman dieses alten Filmchens annehmen
und ein Musical für das Theater in Los Angeles daraus machen. Da dieses
Musical sehr gut ankam, wurde es schließlich 2005 kurzerhand verfilmt.
Der Film lässt sich in zwei Handlungsstränge unterteilen. Zum einen haben
wir hier den Part, wo den Eltern bei einem Elternabend anhand des Filmchens
die Auswirkungen des bösen Marihuanas verdeutlicht werden. Zum anderen gibt
es den Film im Film – die Geschichte von Jimmy Harper & Mary Lane. Der
erste Part ist in Schwarz-Weiß gedreht, während der zweite Part sehr
farbenfroh daher kommt. Der zweite Part läuft in einzelnen Episoden ab, die
immer wieder von den Reaktionen der Eltern im ersten Part unterbrochen
werden, die z.B. erschrecken oder gar in Ohnmacht fallen. Besonders gelungen
finde ich auch den ersten Song gleich zu Beginn, da hier die Kinder und
Teenager, die mit der Droge in Kontakt kamen, als Zombies auftreten – sehr
nice!!!
Um so extremer wirken dazu die zunächst Schöne-heile-Welt-Vorgaukelung im
zweiten Part zu Beginn. Die Sonne scheint, alles ist perfekt, es wird über
Shakespear philosophiert etc. Doch dann gerät unser armer Jimmy in die
Hände von Dealer Stone, und der Abstieg beginnt…
Ein schnulziges Drama erwartet uns hier allerdings keineswegs. Die Thematik,
wie damit umgegangen wird, ist von schwarzem Humor geradezu übersäht - was
dieses Musical einfach ausmacht! Wer keinen schwarzen Humor besitzt, der
sollte einen großen Bogen um diesen Film machen! Es wird vor nichts
zurückgeschreckt und alles auch recht deutlich gezeigt. So verwandeln sich
unsere Junkies in hirnlose Zombies. Im Drogenrausch wird dann auch leicht
gesplattert! Also Achtung an alle Zartbesaiteten: Ein bisschen Blut und
abgetrennte Körperteile sollte man schon sehen können ;-)
Denn kein anderer als George A. Romero wurde hierfür eigens als
Gastregisseur verpflichtet. Aber nicht nur blutig geht es zu, nein auch Sex
steht bei diesen Junkies hoch im Kurs, wobei hier keine Sexszenen im
eigentlichen Sinne vorkommen, es wird mehr angedeutet und auch hier gibt es
massig schwarzen Humor zu bewundern. Sehr schön finde ich die Szene, als
Jimmy Hund spielt und alles rammelt, was in seine Reichweite gerät oder
unser braves Mauerblümchen Mary Lane, die zur peitschenden Domina mutiert
*g*. Und selbst vor christlichem Getue wird nicht zurückgeschreckt und so
erscheint Jimmy im Drogenrausch Jesus höchst persönlich und spielt
Superstar in der Kirche. Ebenso „lernen“ wir vieles für den Umgang mit
Babys *g*.
Die Musik ist ebenfalls sehr gelungen und obgleich dies sonst eher nicht
meine Musik ist, finde ich den ein oder anderen Song klasse!!! Die Rocky
Horror Picture Show liebe ich schließlich ebenfalls und diese Musik hier
ist von der Art her ähnlich. Das gesamte Musical gibt es meines Wissens
auch nur in Englisch und somit sind auch die Songs alle auf Englisch und
werden von den jeweiligen Darstellern auch selbst gesungen. Kristen Bell,
Christian Campbell, John Kassir und Robert Torti sind allesamt Darsteller
aus dem New Yorker Musical, und das hört man auch. Insgesamt sind es 16
Songs, die man zu hören bekommt. Einige davon sind sogar von Andrew Lloyd
Webber beigesteuert worden.
Ein Deutschlandstart des Musicals ist meines Wissens noch nicht in Planung,
bisher wurde es lediglich auf einigen Filmfestivals gezeigt. Es gibt aber
DVD- Veröffentlichung aus den USA. Wer nun neugierig geworden sein sollte,
der muss zu diesem Original hier greifen, aber keine Angst, das Englisch ist
leicht zu verstehen, die Dialoge sind weniger hochtrabend und selbst ohne
Englischkenntnisse dürfte man verstehen, um was es geht *g*.
Die Darsteller sind ebenfalls alle sehr passend gewählt. Wie bereits
erwähnt besitzen einige von ihnen Musicalerfahrung und sind auch schon in
dem ein oder anderen Film in kleineren Rollen aufgetreten, z.B. Neve
Campbell in „Scream“.
Fazit:
Das Musical ist einfach nur genial!!! Allerdings sollte man auch etwas
schwarzen Humor besitzen, denn davon gibt hier jede Menge!!! Selbst
Splatterfreaks werden einiges zu lachen haben, denn teilweise ist das
Musical recht blutig. Die Musik ist ebenfalls sehr nett! Von mir gibt es
vollste Empfehlung!!! Wem die Rocky Horror Picture Show gefällt, der wird
auch an diesem Musical Gefallen finden. |