Die Mumie 3 – Das Grabmal des Drachenkaisers

Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers

Informationen

OT:The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor

ca.112 Minuten

BRD, Kanada, USA 2008

Regie

  • Rob Cohen
Darsteller

  • Brendan Fraser
  • Jet Li
  • Maria Bello
  • John Hannah
  • u.a.

Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers

Story

Es scheint, als seien die Abenteuer für das Ehepaar Rick (Brendan Fraser) und Evelyn O’Connell (Maria Bello) endgültig vorbei. Nach ihrer früheren Tätigkeit als Archäologen, bei der sie es zwei Mal mit einer untoten Mumie zu tun bekamen, sowie nach ihrer Arbeit als Spione im zweiten Weltkrieg, genießen sie nun auf ihrem britischen Landsitz den wohlverdienten Ruhestand. Derweil ist ihr mittlerweile erwachsener Sohn Alex (Luke Ford) fleißig dabei, den Eltern alle Ehre zu machen, hat er sich doch nach China begeben, um dort die Ausgrabungen des Grabmals des legendären Drachenkaisers Han (Jet Li) zu leiten. Tatsächlich wird er dabei auch fündig und stößt in den Tiefen der Pyramide auf den mumifizierten Herrscher. Als Rick und Evelyn kurz darauf gebeten werden, ein sehr wertvolles Amulett nach Shanghai zu bringen, ahnen sie noch nicht, dass sie damit Teil einer groß angelegten Verschwörung werden. Der Edelstein dient einzig zu dem Zweck, den Drachenkaiser wieder zu erwecken, der vor 2000 Jahren von der Zauberin Zi Yuan (Michelle Yeoh) mitsamt seiner 10.000 Mann starken Armee versteinert wurde. Natürlich kommt es, wie es kommen muss und die Mumie wird durch ein Ritual wieder zum Leben erweckt, fest entschlossen, seine Armee von ihrem Fluch zu befreien und so die gesamte Menschheit zu versklaven. Wie in alten Zeiten ist es nun an Rick, Evelyn, Alex und dem in Shanghai arbeitenden Jonathan (John Hannah), dem Untoten den Garaus zu machen. Unterstützung erhalten sie dabei von Alex‘ neuer Freundin, der mysteriösen Lin (Isabella Leong). Die Verfolgung des mächtigen Drachenkaisers führt die Gruppe nicht nur durch staubige Wüsten, sondern sogar bis an die Spitze des Himalaja…

Kritik

Wenn Filme in Hollywood den Rubel rollen lassen, dann sind Fortsetzungen im Normalfall so sicher wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche. Der 1999 erschiene Sommer-Blockbuster "Die Mumie", der als loses Remake zu dem gleichnamigen Universal-Klassiker mit Boris Karloff aus dem Jahre 1932 betrachtet werden darf, spielte weltweit über 400 Millionen Dollar ein und eignete sich zudem hervorragend für den Start eines neuen Franchises, weshalb weiteren Teilen nichts mehr im Weg stand. Zuerst folgte zwei Jahre später das erste Sequel mit dem Titel "Die Mumie kehrt zurück", der einen Großteil des aus dem ersten Film bekannten Casts zurückbrachte und die Geschichte überaus geschickt fortführte. Auch diesem Werk war damals ein Erfolg vergönnt, weshalb nur ein Jahr später die nächste Fortsetzung in den Startlöchern stand. Diese trug den Titel "The Scorpion King" und war eher als Spin-Off zu den eigentlichen "Mumien"-Filmen anzusehen. Nach diesem Werk sollte es 6 Jahre dauern, bis erneut vertrocknete Mumien und heißer Wüstensand Einzug in die Lichtspielhäuser der Welt halten sollten. Doch mit "Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers" erschien nun im Blockbuster-Sommer 2008 endlich der offizielle, dritte Mumien-Film. Von vielen wurde dieses Projekt allerdings schon während der Produktion kritisch beäugt, fand doch ein Regie-Wechsel statt, der Stephen Sommers, welcher die ersten beiden Teile inszenierte, von seinem Posten entband und stattdessen Rob Cohen an Bord holte. Dies ist aber noch nicht alles, denn Cohen hatte mit Filmen wie "Dragonheart", "Daylight" und "The Fast and the Furious" schon so manchen Blockbuster gedreht, vielmehr erschienen noch weitere, unheilvolle Omen. Was die Fans vielmehr in Unmut versetzte, war der Szenariowechsel von Ägypten nach China, sowie die Ersetzung von Rachel Weisz durch Maria Bello. Nachdem Weisz nach einem Blick auf das Drehbuch ihr Desinteresse an dem Werk verkündete, musste schnell Ersatz gefunden werden, weshalb Brendan Fraser und John Hannah die Einzigen waren, die mittlerweile von der Urbesetzung des ersten Teils noch übrig sind. "Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers" bekam im Laufe der Zeit so einige Steine in den Weg gelegt und dazu gehören auch die vielen schlechten Kritiken, die ihn gleich nach Erscheinen förmlich in der Luft zerrissen. Und auch, wenn es sich bei dem dritten Teil sicherlich um den schwächsten der Reihe handelt, so muss in gewisser Hinsicht doch eine Lanze für den Streifen gebrochen werden, denn ganz so schlecht, wie er derzeit gerne einmal hingestellt wird, ist er dann doch nicht. Letztendlich will ein Film wie "Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers" ohnehin nicht mehr sein als realitätsfremdes Popcornkino für die ganze Familie, das einen für gute 2 Stunden aus dem Alltag holt und solide Unterhaltung bietet. Dies gelingt dem Werk an und für sich überaus gut. Erst im direkten Vergleich mit den Vorgängern offenbaren sich so manche Schwächen, die großteils auf das schwache Drehbuch zurückzuführen sind. Nach dem zweiten Teil war klar, dass in einem eventuellen, weiteren Sequel ein neuer Wind wehen musste. Nach zwei Auftritten war die Figur des untoten Hohepriesters Imhotep langsam etwas ausgelutscht, weshalb die die Produzenten und Drehbuchschreiber ihre Augen nach Alternativen offen halten mussten. Diese fanden sie dann sogleich im alten China, dessen Historie voll von bedeutenden Kaisern und Herrschern war. So liegt der im Film gezeigten Figur des Kaisers Han der "erste erhabene Gottkaiser von Qin", Qin Shihuangdi, zugrunde, einer der Begründer der chinesischen Qin-Dynastie. Auch, wenn sich viele Fans anfangs enttäuscht zeigten angesichts des Wechsels nach China, so muss doch gesagt werden, dass der Film den Stil der vorherigen Teile beibehält. Zuerst bekommt der Zuschauer in einer Vorgeschichte des Treiben des Kaisers Han gezeigt, bevor dieser dann mitsamt seiner Armee verflucht wird. Der Rest erklärt sich von selbst: Die O’Connell’s erwecken Han wieder zum Leben und müssen sich der Mumie stellen, andernfalls droht das Ende der Welt. Das wirkt ebenso vertraut wie die Tatsache, dass "Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers" nicht sonderlich lang braucht, um aus den vollen zu Schöpfen. Ein Budget von 150 Mio. US-Dollar stand Cohen und seiner Crew zur Realisierung des Streifens zur Verfügung und das merkt man dem Werk auch an. Sobald die Action einmal ins Rollen gebracht wurde, hält sie pausenlos an und serviert dem Publikum eine hochexplosive Verfolgungsjagd durch eine chinesische Stadt, ein wahnwitziges Gefecht im Himalaja, bei dem auch diverse Yetis mitwirken, sowie eine große Schlacht zweier untoter Armeen. CGI wurde in diesem Film gerne und oft verwendet, was aber nicht als Kritikpunkt angebracht werden kann. Schon "Die Mumie kehrt zurück" strotzte seinerzeit vor CGI-Effekten, welche ihre digitale Herkunft sogar nicht einmal so gut verschleiern konnten, wie es denen in "Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers" gelingt. Zwischen all den Actionszenen gibt es die gewohnt lässigen Sprüche der Familie O’Connell, die das Geschehen zu jedem Zeitpunkt etwas erheitern. So weit klingt das alles noch recht überzeugend, allerdings birgt der Film vieles, was in der B-Note nicht so recht zünden will oder einfach deplaziert wirkt. Gerade der Humor ist dabei eine außerordentlich zweischneidige Angelegenheit. Ein paar wenige Gags sind gut getimt und wirklich amüsant, ein Großteil jedoch ist meilenweit vorhersehbar und ein paar wenige wirken sogar richtig peinlich. So fragt sich der Zuschauer schon, wieso er nun Brendan Fraser aka Rick beim Fliegenfischen zusehen darf, der dabei eine Slapstick-Einlage nach der anderen abzieht, oder wieso Evelyn in einer herrlich unpassenden Szene einen Schwertkampf nachahmt und dabei beinahe ihren Butler ermordet. Soll uns mit diesen Scherzen die Langeweile verdeutlicht werden, die das Ehepaar O’Connell im Ruhestand plagt oder ist es tatsächlich das, was die Autoren unter treffsicherem Humor verstehen? Und was hat es überhaupt mit diesen Yetis auf sich, die in einer Szene plötzlich auftauchen und ohne Erklärung wieder verschwinden, nachdem sie nach einem gewonnen Kampf gegen die Schergen Han’s all zu menschlich in die Hände klatschen und sich freuen dürfen? Eines steht fest: Den sonstigen Ton des Films treffen diese Szenen in keinster Weise. Auch an und für sich wirken die Charaktere eindimensional und längst nicht mehr so sympathisch wie in den Vorgängern. Brendan Fraser und John Hannah gelingt es noch einigermaßen passabel, ihre Figuren aus den vorangegangenen Werken in den dritten Teil zu transportieren, doch insbesondere Evelyn und Alex wirken wie zwei Fremdkörper innerhalb des Geschehens. In beiden Fällen ist dies verständlich, da bei Evelyn aufgrund von Rachel Weisz‘ Ausstieg nach einem Ersatz gesucht werden musste und Alex alleine schon altersbedingt von einem neuen Schauspieler gespielt werden sollte. Doch so sehr man sich auch bemüht, es will einem einfach nicht gelingen, Maria Bello plötzlich als Evelyn O’Connell anzunehmen, zu einnehmend und individuell verkörperte Weisz in den Vorgängerfilmen ihre Rolle. Luke Ford macht seine Sache als Alex für sich betrachtet zwar ordentlich, wirkt aber fast schon zu alt für diese Rolle. Kein Wunder – der Altersunterschied von Fraser und Ford beträgt nur 13 Jahre. Leider ist dies noch nicht das Einzige, was "Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers" einen leicht faden Beigeschmack verleiht. Eine wirklich brauchbare Dramaturgie will sich zu keinem Zeitpunkt im Film einstellen, wirkliche Spannung sucht man vergebens. Es ist stets klar, auf welche Weise eine Problematik ausgehen wird und wie sich dieses und jenes Rätsel im Endeffekt lösen. Der wahre Hintergrund von Alex‘ Freundin Lin ist eben so schnell entschlüsselt wie der Weg zu Han’s Vernichtung. Zu diesem muss ohnehin gesagt werden, dass er im Vergleich zu Imhotep einen durchaus blassen Eindruck macht und der Rolle des Bösen nur wenig bedrohliche Präsenz verleihen kann. Jet Li ist ein großartiger Schauspieler, doch in dieser Rolle wirkt sein Potential beinahe schon verschenkt. Die meiste Zeit über darf die Mumie gar nicht aktiv ins Geschehen eingreifen und wenn dies dann doch mal geschieht, dann zeigt Li hinsichtlich seiner Kampfkünste nur ein Bruchteil dessen, zu was er noch in der Lage wäre. Letzten Endes darf zusammengefügt werden, dass aus "Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers" nicht der desaströsen Totalreinfall wurde, zu dem der Film von vielen Kritikern gerne mal gemacht wird. Im Großen und Ganzen handelt es sich hierbei noch immer um brauchbares Popcorn-Entertainment, das gerade im Kino den Zweck erfüllt, zu dem es geschaffen wurde. Es unterhält ordentlich. Es ist davon auszugehen, dass sich die Mankos, die sich hinter all den protzigen CGI-Effekten und den Actionszenen verstecken, fernab der großen Leinwand noch weitaus schneller entlarven, weshalb man sich dieses Werk, wenn überhaupt, schon im Kino ansehen sollte. An und für sich ist "Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers" kein schlechter Film, doch im Vergleich mit den Vorgängern lässt sich ein eindeutiger Qualitätsabfall nicht verleugnen. Wie dem auch sei, für einen Kinobesuch mit der Familie reicht es noch aus, doch den vorderen Platz des diesjährigen Sommer-Blockbuster nimmt der dritte Teil der "Mumien"-Reihe nicht ein, da steht er weit im Schatten von "The Dark Knight".

Bewertung

Splatter Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers
Spannung Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers
Story Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers
Ekelfaktor Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers
Atmosphäre Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers
Gesamt Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers

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