Land Of The Dead

Informationen

OT: George A. Romero’s Land Of The Dead

ca. 93 Minuten

Frankreich, Kanada, USA 2005

Regie

  • George A. Romero
Darsteller

  • Simon Baker
  • John Leguizamo
  • Dennis Hopper
  • Asia Argento
  • u.a.

Land Of The Dead

Story

Die USA ist nach einer großen Epidemie von Zombies besiedelt. Die wenigen überlebenden Menschen durchstreifen das Land auf der Suche nach Lebensmitteln und Schutz vor den Untoten. Wer genug Geld hat, kann ein luxuriöses Leben in einer Suite in „Fiddler’s Green“ führen. Gebaut von dem Großindustriellen Kaufman, bietet dieser zu einem Hochsicherheitskomplex umfunktionierte Wolkenkratzer den Reichen gleichermaßen Schutz vor Zombies und den Armen.

Der Söldner Riley und seine Truppe gelangen mit ihrem zur gepanzerten Hightech-Kampfstation umfunktionierten Wohnmobil nach „Fiddler’s Green“. Als Kaufman einem der Söldner eine Unterkunft verweigert, entführt dieser das Wohnmobil und droht damit, das Hochhaus zu zerstören. Kaufman heuert Riley an, den Mann unschädlich zu machen, verfolgt aber gleichzeitig eigene durchtriebene Pläne. Derweil marschieren die Zombies, intelligent und bewaffnet, auf Fiddler’s Green zu…

Kritik

Als vor einiger Zeit die ersten Gerüchte auftauchten, George A. Romero plane eine Fortsetzung seiner bisher drei Teile umfassenden Zombie-Reihe, überschlugen sich die Filmfans in aller Welt in freudiger Erwartung, platzen Internetforen zum dem Thema aus allen Nähten. „Land of the Dead“ sollte er heißen und direkt da anknüpfen, wo „Day of the Dead“ 1985 seinerzeit endete. Apokalyptische Bilder von einer nahezu ausgestorbenen Welt, in der Heerscharen Untoter ganze Landstriche auf der Suche nach Menschenfleisch mit ihrem bedrohlichen tranceartigen Gang durchkämmen, stiegen auf der geistigen Leinwand der Horrorfans empor. Ansonsten vielleicht wieder die für die ersten Teile charakteristische unterschwellige Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Problemen, gepaart mit herben Splattereffekten. Zombie- Routinier George würde das schon hinbekommen.

Nun ist er also da: „Land of the Dead“ (= Night of the Living Dead 4 ? (oder doch eher Zombie 3?).

Eigentlich ist es aber auch egal, ob „Land of the Dead“ nun tatsächlich als Fortsetzung der Romero’schen Trilogie angesehen werden kann oder nicht (in den 80er Jahren versuchten die Verleihfirmen ja auch, dem Publikum ihre italienischen Zombiefilmchen der Herren Fulci & Co. als Zombi 2 oder Zombie 3 anzudrehen um vom Erfolg „Dawn of the Dead“ und „Day of the Dead“ zu profitieren.) Was letztendlich bleibt, ist ein actionreicher Zombiefilm, der zwar gut unterhält und von den Effekten her handwerklich gut gemacht ist, sich aber ansonsten kaum vom Durchschnitt abheben kann.

George A. Romero vernachlässigt sträflich das, was seine ersten drei Teile so interessant und eigenständig machte: Allen drei Vorgängern, „Night“, „Dawn“ und „Day“ gemein war eine besonders sorgfältig ausgearbeitete Zeichnung der Charaktere, eine bis dato innovative Handlung und eine subtile Gesellschaftskritik. All diese Stärken, für die Romeros Werke dann auch zu Recht von der Filmkritik mit Lob überhäuft wurden, gehen „Land of the Dead“ abhanden oder werden nur halbherzig ausgespielt.

Die Charaktere erscheinen allesamt sehr oberflächlich, beschränken sich teilweise nur darauf, als Actionhelden eine gute Figur zu machen, möglichst tough zu gucken und coole Sprüche auf B-Movie- Action- Niveau zu reißen. Sogar die wunderbare Asia Argento (ob ihr Romero die Rolle aus Freundschaft zu ihrem Vater Dario zugeschustert hat??) bleibt ziemlich blass, ganz zu schweigen von Dennis Hopper, der zwar als Bösewicht wie immer sehr solide agiert, seine Rolle aber auch nur aufs nötigste reduziert.

Der Plot weist nicht nur einige Lücken sondern auch eine Vielzahl unlogischer, dadurch geradezu lächerlich wirkender Momente auf: Anfangs ist die Rede von einer Zombieinvasion, die weite Teile des Landes entvölkert und in Katastrophengebiete verwandelt hat. Die Überlebenden ziehen auf der Suche nach „dem nötigsten“, sprich Nahrung durch das Land. Plünderungen sind an der Tagesordnung. So weit so gut. Warum jedoch in dieser chaotischen Welt ohne Werte und Perspektiven immer noch der Schnöde Mammon regiert, sich Bösewicht Dennis Hopper auf seiner Flucht sogar extra noch die Taschen voller Geld stopft, ist irgendwie nicht sehr plausibel. Was, und vor allem wo will er damit einkaufen?

Bei den gelungenen modernen Zombiebeiträgen der letzten Zeit, wie z.B. dem „Dawn of the Dead“ –Remake oder „28 Days later“ war ein Kritikpunkt der, dass die Zombies dort plötzlich furienartig blitzschnell rennen konnten, und dass dadurch der normalerweise tumb umherirrenden aber in der Masse gefährliche Zombie ein wenig seiner ursprünglichen Bedrohlichkeit beraubt wurde.

In „Land of the Dead“ watscheln die Zombies endlich wieder in altbekannter Manier umher, auch die Masken der Darsteller können durchaus mit denen von Tom Savinis Kreationen in „Dawn“ oder „Day“ mithalten. (Savini selber hat auch einen Cameo – Auftritt als Zombie in Lederkluft, eine Hommage an seinen Rockerauftritt in „Dawn“?).

George A. Romero hatte aber die „brillante Idee“, seine lebenden Toten anscheinend über Nacht (wodurch auch immer, dieses wird nämlich nicht erklärt) plötzlich intelligent werden und erstmals Werkzeuge und gar Schusswaffen (*gähn*) effektiv benutzen zu lassen. Sogar einen Anführer, der seine Zombies mit Grunzlauten dirigiert und zielstrebig durch die Gegend leitet, gibt es. Das wirkt stellenweise nicht nur lächerlich (z.B. wenn er einem Zombie mit einem Hackebeil an einer Holzbarriere anweist, wo er bitteschön jetzt den Bretterverschlag in Stücke zu hauen hat), sondern auf Dauer wirklich nervig.

Gesellschaftskritik betreibt Romero auch hier wieder. Leider schlägt er jedoch nicht wie bisher dezente Töne an und verteilt kleine aber feine Seitenhiebe, sondern lässt hier fast schon etwas aufdringlich die moralische Keule kreisen. Globalisierung, Arm- Reich- Konflikt, alles wird offenkundig angeprangert. Einige gelungene Ideen, die die unterschwelligen sozialkritischen Aspekte der Trilogie aufgreifen, blitzen hier und da dann doch auf, z.B. die Zombies, die als Zielscheiben vor der Stadt aufgehangen sind, das Hochhaus als „Festung“ der Reichen gegen die Zombies UND die Armen. Nicht zu vergessen, die Szenen in einer Bar, wo sich die Gäste zum Spaß mit angeketteten Zombies fotografieren lassen können oder die „Gladiatorenkämpfe“ zwischen zwei Zombies im Käfig.

Wie erwähnt, blitzen diese Momente leider nur kurz auf, werden jedoch nicht weiter vertieft. Schade eigentlich.

So steht dann ganz offensichtlich die Action im Vordergrund und es vergehen wirklich kaum mehrere Minuten ohne irgendwelche Zombieattacken mit teilweise herben Splattereinlagen, die jedoch bei weitem nicht an das Gore-Happening eines „Day of the Dead“ heranreichen.

Angesichts der sehr dünnen Handlung, die zudem nun wirklich keine großartigen Überraschungen bietet, keimt schnell der Verdacht auf, George A. Romero habe seinen Plot mal eben zusammengeschustert, um einen Aufhänger für seine eine Aneinanderreihung seiner Actionsequenzen zu finden. Bedient hat er sich dabei offensichtlich bei seinem eigenen „Dawn of the Dead“ (das Kaufhaus wurde kurzerhand zum Hochhaus), Endzeitfilmen wie „Der Kampfkoloss“ und Actionfilmen à la „Die Klapperschlange“.

Ein großes Budget stand Romero für seinen Film anscheinend auch nicht zur Verfügung (oder er hat es in die ganzen Sylvesterböller investiert). Fast der gesamte Film spielt in der Dunkelheit, zudem sind Kameraeinstellungen in der Totale Mangelware. Das spart Geld für Kulissen. Bei „Day of the Dead“ hat dieses Konzept damals auch funktioniert. Nur war „Day“ auch eher ein Kammerspiel, limitiert auf eben eine beschränkte Location, nämlich die des unterirdischen Militärstützpunktes. Ein Titel wie „LAND of the Dead“ hätte da doch schon eher ein paar atmosphärische Aufnahmen von entvölkerten Landstrichen oder zombieverseuchten Gegenden erwarten lassen (so, wie sie z.B. die Eingangssequenz von eben „Day of the Dead“ uns liefert). Derartige Szenen deutet Romero in „Land of the Dead“ z.B. direkt zu Beginn oder bei einer (natürlich wieder nächtlichen) Fahrt durch einen Wald voller Zombies leider nur an.

Eine absolute Enttäuschung ist dann das viel zu abrupte Ende. Soso: Die Zombies, eigentlich gedankenlose, vom Fresstrieb gesteuerte Wesen, suchen also nur einen „Platz wo sie bleiben können…“ „Zombies and Mankind unite and be happy” oder was??? Autsch…

Was das Remake von „Dawn of the Dead“ entgegen aller Befürchtungen glücklicherweise nicht geschafft hat, erledigt der Schöpfer selber: George A. Romero zerstört den von ihm selbst aufgebauten Zombie-Mythos zwar nicht, kratzt mit seinem unausgegorenen „Land of the Dead“ aber erheblich an dessen Image. Insgesamt gesehen ist „Land of the Dead“ einfach zu halbherzig und konzeptlos heruntergekurbelt. Popcornkino für Fans seichter Splatter-Action. Mehr nicht. „Land of the Dead“als 4. Teil der “Return of the Living Dead“ – Reihe hätte besser gepasst. Von Romero hätte man wirklich mehr erwarten können…

Anders als seine Vorgänger kann „Land of the Living“ zwar auch gut unterhalten, hinterlässt allerdings keinen so nachhaltigen Eindruck wie die ersten Teile. Er verpufft, wie die Sylvesterraketen am nächtlichen Himmel am Ende des Films.

Fazit: „Land of the Dead“ ist als eigenständiger Zombiefilm ansehnlich. Als Fortsetzung der grandiosen Trilogie jedoch enttäuschend!

Bewertung

Splatter Land Of The Dead
Spannung Land Of The Dead
Story Land Of The Dead
Ekelfaktor Land Of The Dead
Atmosphäre Land Of The Dead
Gesamt Land Of The Dead

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