Futurekick

Informationen

OT:Futurekick

ca.76 Minuten

USA 1991

Regie

  • Damian Klaus
Darsteller

  • Don Wilson
  • Meg Foster
  • Christopher Penn
  • u.a.

Futurekick

Story

Irgendwann in der Zukunft: Die Welt wird von riesigen Multi-Konzernen regiert. Menschen können mittels spezieller Computerprogramme in virtuelle Scheinwelten abtauchen. Cyberons, Cyborg-Kopfgeldjäger, machen Jagd auf Verbrecher. Der Programmierer Howard kommt den üblen Machenschaften eines mächtigen Gesellschaft auf die Schliche: Handel mit menschlichen Organ. Die Ware wird per Auftragskiller frisch beschafft… Noch bevor er seine Informationen über diesen Skandal publik machen kann, wird Howard ermordet. Nancy, die Ehefrau des Ermordeten, macht sich zusammen mit dem Cyberon Walker, dem letzten seiner Art und selber von Schergen des Systems gejagt, auf die Suche nach dem Mörder…

Kritik

Es war einmal ein Science Fiction – Blockbuster mit Arnold Schwarzenegger. Sein Titel: „TERMINATOR“ (James Cameron, USA, 1984). Dann war da noch ein ebenfalls erfolgreiches Science-Fiction Movie „TOTAL RECALL“ (Paul Verhoeven, 1990) mit demselben muskelbepackten Recken. Beiden Filmen gemeinsam war, abgesehen von ihrem immensen kommerziellen Erfolg, dass sie (nicht zuletzt aufgrund des oben genannten österreichischen Erfolgsgaranten, sowie der für ihre Zeit bahnbrechenden Spezial-Effekte) auch enorm hohe Geldsummen für die Produktion verschlungen haben.

Doch dann war da noch ein fleißiger und findiger Geselle namens Roger Corman. Dieser werte Herr, bekannt für seine zahlreichen filmischen Schnellschüsse und nicht zuletzt deswegen auch als „König des B-Movies“ bezeichnet, zeigt wieder allen Produzenten, wie man mit seinem Budget wirtschaftlich hauszuhalten hat: Wozu zwei teure Filme drehen, wenn man für einen Bruchteil des Geldes beide Stories in einem einzigen Aufguss verwursten kann?? Und Corman wäre nicht Corman, wenn er sich lumpen lassen würde, dem ganzen nicht noch eine weitere Story hinzuzufügen: illegalen Organhandel. Irgendetwas wird dem Zuschauer davon schon gefallen. Sicher ist sicher… Die SF/X sind teilweise auf dem Niveau besserer 70er Jahre Produktionen, offensichtlich hat Corman’s Roger das Geld lieber in die Gage der Hupfdolls investiert, die bei jeder noch so passenden Gelegenheit ihre nackten Leiber beim Striptease um Metallstangen schlängeln oder sich auf Motorrädern schlängeln. Tja, Sex sells, und der Roger meint eben zu wissen, wie man technische Mängel geschickt kaschieren kann… Zwei – drei explodierende Köpfe gibt es auch zu bewundern, das ganze allerdings nur durch Blitze und Effekte sehr verzerrt als Resultat eines (bei James Bond „Sag niemals nie“ angelehnten) Computer-Laser-Games. Don „The Dragon“ Wilson hat als Terminator, äh.. sorry.. Cyberon (man beachte das Wortspiel aus Cyborg und Cameron, vielleicht ein Tribut Corman’s an seinen ehemaligen Schüler James Cameron für das Klauen des Terminator-Themas??), eine obercheffige Sonnenbrille auf. Diese lässt ihn nicht nur aussehen wie Puck – die Stubenfliege, sondern liefert ihm z.B. beim Betrachten seines Gegenübers auch noch höchst aufschlussreiche Informationen, die jedem Normal-Sehenden wohl sonst nie auffallen würden: „Objekt: weiblich. Status: unbewaffnet.“ Wow!! DAS ist Hightech in der Zukunft!!! Naja, so ganz so bemitleidenswert scheinen die Erfindungen der Zukunft dann aber wohl doch nicht zu sein: Man beachte die megacoolen „Direkt-am-Tisch-Bierzapfanlage in der Kneipe!! Das sollte doch Mut und Hoffnung machen… 😉

Ansonsten bringt die Zukunft des „FUTUREKICK“ nur wenige Neues: Die sündige Meile heißt jetzt „rosa Zone“ (huch… HIER macht dann eventuell die geschlechtererkennende Puck-Brille doch Sinn…), die Helden sind immer cool, Frauen sehen immer nur schön aus, und Bullen machen so philosophische Sprüche wie: „Glauben Sie mir eins: Wir mögen es durchaus nicht, wenn prominente Mitbürger ohne Herz und Leber aufgefunden werden!“

Die Handlung wartet auch nicht gerade mit Überraschungen auf, sondern ist eher direkt und teilweise mehr als voraussehbar. Da sagt z.B. Jeff Pomerantz (als durchtriebener Programmierer im „Freizeit-Franco-Nero“-Look) extra zu seiner Frau: „Übrigens: Lass die Finger von dem neuen Programm. Es ist noch nicht ganz ausgereift!“ Es Bedarf wohl wirklich keines Telefonjokers, um zu wissen, was diese Frau wohl in dem Moment tut, indem Howard das Zimmer verlässt??…. 😉 Angesichts der doch eher dürftigen Zeichnung der Charaktere erübrigt es sich wohl zu sagen, dass die Darsteller seinerzeit wohl auch nicht unbedingt mit einer Oscar-Nominierung zu rechnen hatten… Na ja, da schon die Story mehr oder weniger zusammengeklaut wurde, warum sich dann nicht auch gleich bei der Filmmusik bei den Originalen bedienen?? Es ist wohl kaum ein Zufall, dass sich der Zuschauer bei der Titelmelodie der Eingangssequenz doch sehr stark an Brad Fiedel’s coolen „Terminator“-Score erinnert fühlt und jeden Moment erwartet, dass eine totenschädelzermalmende Kampfmaschine ins Bild rollt. Unter Normalbedingungen könnte man „FUTUREKICK“ (der vom Titel her eigentlich eher einen Hau-Drauf-Karate-Klopper erwarten lassen würde) getrost als frech-dreisten Abklatsch und belanglosen Trash bezeichnen. Geht der Zuschauer mit geringen Ansprüchen und in Erwartung eben eines typischen Roger-Corman-Filmes (mit all seinen trashigen Facetten…) an die ganze Sache ran, so kann „FUTUREKICK“ doch ein gewisser Unterhaltungswert nicht abgesprochen werden. Fazit: Total TERMINATOR Recall… Ein typischer Roger Corman. Für Trashfans ganz passabel. Fans gehobener Action können sich die Zeit eigentlich für ein weiteres mal TERMINATOR-Gucken aufsparen…

Bewertung

Splatter Futurekick
Spannung Futurekick
Story Futurekick
Ekelfaktor Futurekick
Atmosphäre Futurekick
Gesamt Futurekick

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