Kifferwahn

Informationen

OT:Reefer Madness

ca.109 Minuten

USA 2005

Regie

  • Andy Fickman
Darsteller

  • Kristen Bell
  • Christian Campbell
  • Neve Campbell
  • u.a.

Kifferwahn

Story

“…turning our children into hooligans and whores…”

Wir befinden uns in den USA 1936. Um auf die Gefahren der Modedroge Marihuana aufmerksam zu machen, wird von der Schulbehörde ein Abgesandter zu allen Schulen geschickt, der mittels eines Filmes die furchtbaren Auswirkungen und Gefahren erläutern soll. Alle Begebenheiten dieses Filmchens sind natürlich “wahr“ und ganz genauso passiert:

Musterschüler Jimmy Harper, politisch engagiert, sehr hilfsbereit und überaus nett, ist gerade mit seiner Traumfrau Mary Lane zusammengekommen. Beide sind noch sehr unschuldig und unerfahren, lieben Shakespeare und haben keinerlei unreine Gedanken. Alles scheint nahezu perfekt! Doch Mary Lane möchte mit ihrem Jimmy zusammen an einem Tanzwettbewerb teilnehmen. Aber der Gute kann leider nicht tanzen, sie dafür umso besser. Jimmy bekommt Angst sie dadurch zu verlieren. In einer Bar sieht Jimmy schließlich einen Fremden, der phantastisch tanzen kann. Sie kommen ins Gespräch, und der Fremde – Jack Stone, verspricht ihm innerhalb kürzester Zeit das Tanzen beizubringen. Jack nimmt ihn mit in sein Haus, wo Jimmy noch dessen „Freunde“ Mae, Miss Poppy und Ralph kennen lernt. Diese verleiten ihn schließlich zu seinem ersten Joint.

Von nun an wird alles anders: Jimmy verändert sich sichtlich, wird süchtig nach der Droge. Er kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, bis er eines Nachts einen Mann anfährt und tötet. Jimmy will aussteigen aus der Drogenwelt und macht sich auf den Weg, um sich von seiner Geliebten zu verabschieden. Doch er wird von Jack Stone abgefangen und wieder in dessen Haus geführt, wo er erneut dem Rausch erliegt. Seine Liebste folgt ihm jedoch zu dem Haus und macht Bekanntschaft mit Ralph, der sie ebenfalls zum Drogenkonsum verführt. Die Geschichte eskaliert…

Kritik

Eines gleich vorweg: Bei dem Film handelt es sich um die Musical-Fassung des 1936 verfilmten Propagandafilmchens von Louis J. Gasnier. Da ich diesen Film nicht kenne, kann ich dazu auch nichts weiter sagen…Egal, denn hier soll es ohnehin eher um das Musical über den Film gehen. 2004 durfte sich Andy Fickman dieses alten Filmchens annehmen und ein Musical für das Theater in Los Angeles daraus machen. Da dieses Musical sehr gut ankam, wurde es schließlich 2005 kurzerhand verfilmt.

Der Film lässt sich in zwei Handlungsstränge unterteilen. Zum einen haben wir hier den Part, wo den Eltern bei einem Elternabend anhand des Filmchens die Auswirkungen des bösen Marihuanas verdeutlicht werden. Zum anderen gibt es den Film im Film – die Geschichte von Jimmy Harper & Mary Lane. Der erste Part ist in Schwarz-Weiß gedreht, während der zweite Part sehr farbenfroh daher kommt. Der zweite Part läuft in einzelnen Episoden ab, die immer wieder von den Reaktionen der Eltern im ersten Part unterbrochen werden, die z.B. erschrecken oder gar in Ohnmacht fallen. Besonders gelungen finde ich auch den ersten Song gleich zu Beginn, da hier die Kinder und Teenager, die mit der Droge in Kontakt kamen, als Zombies auftreten – sehr nice!!!

Um so extremer wirken dazu die zunächst Schöne-heile-Welt-Vorgaukelung im zweiten Part zu Beginn. Die Sonne scheint, alles ist perfekt, es wird über Shakespear philosophiert etc. Doch dann gerät unser armer Jimmy in die Hände von Dealer Stone, und der Abstieg beginnt…

Ein schnulziges Drama erwartet uns hier allerdings keineswegs. Die Thematik, wie damit umgegangen wird, ist von schwarzem Humor geradezu übersäht – was dieses Musical einfach ausmacht! Wer keinen schwarzen Humor besitzt, der sollte einen großen Bogen um diesen Film machen! Es wird vor nichts zurückgeschreckt und alles auch recht deutlich gezeigt. So verwandeln sich unsere Junkies in hirnlose Zombies. Im Drogenrausch wird dann auch leicht gesplattert! Also Achtung an alle Zartbesaiteten: Ein bisschen Blut und abgetrennte Körperteile sollte man schon sehen können 😉

Denn kein anderer als George A. Romero wurde hierfür eigens als Gastregisseur verpflichtet. Aber nicht nur blutig geht es zu, nein auch Sex steht bei diesen Junkies hoch im Kurs, wobei hier keine Sexszenen im eigentlichen Sinne vorkommen, es wird mehr angedeutet und auch hier gibt es massig schwarzen Humor zu bewundern. Sehr schön finde ich die Szene, als Jimmy Hund spielt und alles rammelt, was in seine Reichweite gerät oder unser braves Mauerblümchen Mary Lane, die zur peitschenden Domina mutiert *g*. Und selbst vor christlichem Getue wird nicht zurückgeschreckt und so erscheint Jimmy im Drogenrausch Jesus höchst persönlich und spielt Superstar in der Kirche. Ebenso „lernen“ wir vieles für den Umgang mit Babys *g*.

Die Musik ist ebenfalls sehr gelungen und obgleich dies sonst eher nicht meine Musik ist, finde ich den ein oder anderen Song klasse!!! Die Rocky Horror Picture Show liebe ich schließlich ebenfalls und diese Musik hier ist von der Art her ähnlich. Das gesamte Musical gibt es meines Wissens auch nur in Englisch und somit sind auch die Songs alle auf Englisch und werden von den jeweiligen Darstellern auch selbst gesungen. Kristen Bell, Christian Campbell, John Kassir und Robert Torti sind allesamt Darsteller aus dem New Yorker Musical, und das hört man auch. Insgesamt sind es 16 Songs, die man zu hören bekommt. Einige davon sind sogar von Andrew Lloyd Webber beigesteuert worden.

Ein Deutschlandstart des Musicals ist meines Wissens noch nicht in Planung, bisher wurde es lediglich auf einigen Filmfestivals gezeigt. Es gibt aber DVD- Veröffentlichung aus den USA. Wer nun neugierig geworden sein sollte, der muss zu diesem Original hier greifen, aber keine Angst, das Englisch ist leicht zu verstehen, die Dialoge sind weniger hochtrabend und selbst ohne Englischkenntnisse dürfte man verstehen, um was es geht *g*.

Die Darsteller sind ebenfalls alle sehr passend gewählt. Wie bereits erwähnt besitzen einige von ihnen Musicalerfahrung und sind auch schon in dem ein oder anderen Film in kleineren Rollen aufgetreten, z.B. Neve Campbell in „Scream“.

Fazit:

Das Musical ist einfach nur genial!!! Allerdings sollte man auch etwas schwarzen Humor besitzen, denn davon gibt hier jede Menge!!! Selbst Splatterfreaks werden einiges zu lachen haben, denn teilweise ist das Musical recht blutig. Die Musik ist ebenfalls sehr nett! Von mir gibt es vollste Empfehlung!!! Wem die Rocky Horror Picture Show gefällt, der wird auch an diesem Musical Gefallen finden.

Bewertung

Splatter Kifferwahn
Spannung Kifferwahn
Story Kifferwahn
Ekelfaktor Kifferwahn
Atmosphäre Kifferwahn
Gesamt Kifferwahn

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  • The Rocky Horror Picture Show
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